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Wöchentliche Marktberichte

Feb 09, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Überraschende Bank of England

USD

EUR USD (1,2250)

Eigentlich hatten die Vertreter der US-Notenbank in ihren Statements während der vergangenen Tage versucht, die Finanzmärkte insofern etwas zu beruhigen, als sie den Einfluss des Aktienmarkteinbruchs der vergangenen Tage als nicht wesentlich für geldpolitische Entscheidungen dargestellt hatten. Allerdings war zu beobachten, dass sich die Stimmen derjenigen in der US-Notenbank mehrten, die keinen Anlass für eine aggressivere Gangart bei Zinserhöhungen sehen. In diesem Sinne äußerte sich am Mittwoch bereits Robert Kaplan, Chef der regionalen Fed von Dallas. Oder James Bullard (St. Louis), der sich in ähnlicher Art zu Wort gemeldet hatte. Und so könnte man die Reihe beliebig fortsetzen. Etwa als sich gestern Patrick Harker (Philadelphia, derzeit nicht stimmberechtigt) gegenüber Reportern äußerte, er wolle erst einmal ein leichtes Überschießen der Inflation über das Zwei- Prozent-Ziel sehen.
Aber all diese unterschwelligen Beschwichtigungsversuche fruchteten spätestens gestern Nachmittag nicht mehr. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen erreichten die Höchststände vom vergangenen Montag (rund 2,88 Prozent), und Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit rentierten sogar mit rund 0,8 Prozent temporär über ihrem Jahreshoch. Hinzu kam, dass Wall Street einen weiteren Schlag hinnehmen musste, was vielen Akteuren, die sich eigentlich auf eine deutliche Erholung der Aktienkurse eingestellt hatten, keineswegs gefallen haben dürfte. Nun ist es auch noch überraschenderweise in den USA zumindest zeitweise zu einem weiteren Government Shutdown gekommen, nachdem der Republikaner Rand Paul durch eine überlange Rede eine Abstimmung im Senat verhindert hatte.
Unterdessen hat der Euro seine Korrektur im Aufwärtstrend schleppend fortgesetzt und ist vor allem während der Aktienkursrückgänge an Wall Street fast unbewegt geblieben. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung in ihrem korrektiven Umfeld, das, wie auch schon gestern, nicht zwingend bis zur nächsten wichtigen Unterstützung bei 1,2190/95 ausgenutzt werden muss. Unterdessen würde ein Überschreiten von 1,2440 das Ende der Korrektur anzeigen.
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USD

USD CHF (0,9370)

Der Korrekturmodus des US-Dollar wurde gestern jäh unterbrochen, nachdem er zuvor fast 0,9480 erreicht hatte. Die Ursache liegt auf der Hand: Der „sicherer Hafen“ Schweiz scheint zumindest, so Händler, temporär wieder gesucht zu sein. Darüber hinaus gilt: Mit Unterschreiten von 0,9340 wäre bereits das Ende der korrektiven Dollar-Erholung angezeigt und damit ein Abgleiten der Kurse in Richtung 0,9160 eröffnet. 

GBP

EUR GBP (0,8780)

Die Sitzung der Bank auf England hat zwar keine neuen geldpolitischen Maßnahmen mit sich gebracht. Dies wurde vom Geldpolitischen Ausschuss (mit 9 zu 0 Stimmen) gebilligt. Allerdings wartete BoE-Chef Mark Carney mit einem überraschenden Statement auf. Denn er äußerte, die Leitzinsen müssten wahrscheinlich früher und stärker als ursprünglich geplant steigen. Auch wenn sich Carney durchaus über die Bedeutung und die Konsequenzen eines Brexit-Abkommens für die Wirtschaft im Klaren ist und einen Zinsschritt von den kommenden ökonomischen Daten abhängig machen dürfte, deutete er an, dass Großbritannien in einem Umfeld steigender globaler Zinsen nicht hinterherhinken wolle. Der Handel reagierte deswegen recht heftig und produzierte ein weiteres Mal einen volatilen Tag, an dessen Ende der Euro seine Ambitionen, die Oberseite seiner breiten Konsolidierungszone zwischen 0,8690 und 0,8925 zu testen, umgehend wieder aufgeben musste.

CHF

EUR CHF (1,1485)

Gestern war der Franken erneut gesucht, denn an Wall Street ging es für viele Akteure unerwartet wieder zur Sache. Statt einer ausgedehnten Erholung der Aktienmärkte machte sich eine gewisse Enttäuschung breit, die letztlich auch dem Franken zugutekam. Damit wurde der Euro im Rahmen seines Abwärtstrends unter die kurzzeitig wichtige Marke von 1,1510 gedrückt und schwächte sich daraufhin vorübergehend bis auf 1,1440 ab – das Abwärtspotenzial reicht nun bis 1,1400. Eine Stabilisierung ist auf der anderen Seite erst nach Überschreiten von 1,1595/00 angezeigt. 

PLN

EUR PLN (4,1900)

Es war wohl eine Spätfolge der vorgestrigen Entscheidung der Polnischen Nationalbank, ihren Schlüsselzins wie erwartet bei 1,5 Prozent zu belassen, dass der Zloty mit Verzögerung am Ende doch noch recht deutlich abrutschte. Offensichtlich hat sich bei den Marktteilnehmern nicht nur die Vorstellung durchgesetzt, dass die Leitzinsen bis Ende 2018 unverändert bleiben werden, sondern dass die Zentralbank insgesamt etwas taubenhafter als zuvor ausgerichtet sei. So hatte etwa das Mitglied des Geldpolitischen Ausschusses, Lukasz Hardt, eigentlich als Zinsfalke bekannt, eingeräumt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in diesem Jahr gesunken sei. Am Ende hat der Euro nach langer Zeit seinen Stabilitätspunkt überwinden können und hat nun die Chance, seine Erholungstour in Richtung 4,2210, darüber auch 4,2630 fortzusetzen. Das ganze unter der Prämisse, dass 4,1570 nicht unterlaufen wird.


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