Wöchentliche Marktberichte

Feb 06, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nur im Devisenhandel bleibt es relativ ruhig

USD

EUR USD (1,2380)

Viele Marktteilnehmer mögen sich gefragt haben, warum sich der Euro gegenüber dem US-Dollar während der vergangenen Handelstage so wenig bewegt hat. Wo doch etwa die Anleihe- und Aktienmärkte zuletzt regelrecht verrückt gespielt haben. Allein bei US-Aktienmärkten kam es gestern Nacht zu einem massiven Kurssturz, der breitgestreute S&P 500 Index erlebte den größten Verlust seit August 2011. Und das angeblich nur, weil plötzlich die Inflationsangst um sich greifen soll, seit die US-Notenbank am vergangenen Mittwoch in ihrem Kommuniqué durchblicken ließ, dass sich ihrer Beobachtung zufolge die Inflationserwartungen erhöht hätten. Aber eigentlich diente dieser Wink doch nur einem Zweck: Bei der kommenden Sitzung der Notenbank im März unspektakulär die Zinsen um ein Viertelprozent erhöhen zu können. Hätte man einen derartigen Hinweis überhaupt auf andere Art geben können? Ein Fingerzeig, den sich viele Marktteilnehmer, die bereits vor dieser Sitzung ohnehin mehrheitlich mit einem derartigen Schritt rechneten, doch erhofft hatten. Den Rest an Inflationsängsten schürte dann schließlich der Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag, bei dem die durchschnittlichen Stundenlöhne im Jahresvergleich zwar 2,9 Prozent angezogen hatten. Bei der Betrachtung der durchschnittlichen Wochen-Löhne wären dies jedoch nur 2,6 Prozent auf Jahressicht gewesen – eine Zahl, die eigentlich niemanden hätte sonderlich irritieren dürfen. Vor allem wenn man bedenkt, dass dieser jährliche Zuwachs bei den durchschnittlichen Wochenlöhnen im Dezember mit 3 Prozent wesentlich höher lag und damals kaum jemandem Sorgen bereitet hatte.
So rätselhaft das alles erscheinen mag: Der Euro befindet sich statt des Greenback immer noch im Aufwärtstrend in Richtung 1,2620, und zwar solange, wie die leicht modifizierte Untergrenze bei 1,2315/20 nicht unterlaufen wird.
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USD

USD CHF (0,9320)

Nun könnte man fast etwas ins Grübeln kommen, wenn man herausfinden möchte, warum der Dollar gestern immerhin beinahe seinen ersten Widerstand bei 0,9390 erreicht hatte. Lag es etwa am ISM-Einkaufsmanager-Index außerhalb der Industrie, der besser als erwartet ausgefallen war? Es ist müßig darüber nachzudenken, denn für eine Stabilisierung des Greenback wäre ohnehin nach wie vor ein Überwinden von 0,9440 vonnöten. Die wichtigste Marke an der Unterseite bleibt dagegen 0,9245, da sie den Auslöser für weitere Kursrückgänge in Richtung 0,9070 darstellt. 

GBP

EUR GBP (0,8855)

Pfund Sterling geriet gestern weiter unter Druck, auch weil der Einkaufsmanager-Index der Dienstleister (Markit) schlechter als erwartet ausgefallen war. Aber der Besuch von EU-Chefunterhändler Michael Barnier in London dürfte vom Handel ebenfalls nicht besonders positiv aufgenommen worden sein. Dieser hatte nämlich geäußert, Großbritannien müsse eine Entscheidung treffen, wie sich seine Beziehung zu der EU nach dem Brexit gestalten soll. Gleichzeitig machte er klar, dass Handelsbeschränkungen unvermeidbar seien, sollte sich Großbritannien gegen eine Zollunion und den europäischen Binnenmarkt entscheiden. Barniers Verhandlungspartner, Brexit-Minister Davis, bezeichnete die Gespräche unterdessen als konstruktiv und zeigte sich zuversichtlich, rechtzeitig zum EU-Gipfel im März eine Übereinkunft zu einer zeitlich befristeten Übergangsperiode nach dem Brexit erzielen zu können. Diese Zuversicht scheinen die Händler derzeit nicht teilen zu wollen. Und so konnte der Euro weiter Boden gut machen, ohne jedoch einen Trend zu etablieren. Denn er notiert weiterhin innerhalb seiner breiten Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8925.

CHF

EUR CHF (1,1530)

Mit einer gewissen Beruhigung dürften mancherorts Devisenhändler auf den gestern von der SNB für die vergangene Woche mitgeteilten Stand der Sichtguthaben von Banken und Bund reagiert haben. Denn der kaum veränderte Saldo wird als Indiz dafür gewertet, dass die Nationalbank nicht am Devisenmarkt gegen den jüngsten Anstieg des Franken interveniert hat. Letzterer war gestern Nacht im Zuge des Absturzes der Aktienmärkte offensichtlich als sogenannter sicherer Hafen gesucht. Der Euro – ohnehin in einem kurzfristigen Abwärtstrend befindlich – unterlief dabei auch die wichtige Unterstützung bei 1,1540 und ist nun weiteren Kursrückgängen in Richtung 1,1455 ausgesetzt. Kurzfristige Stabilität kann dagegen frühestens nach Überschreiten von 1,1630 erreicht werden. 

PLN

EUR PLN (4,1630)

Ohne erkennbaren ökonomischen Anlass konnte der Zloty gestern plötzlich Boden gut machen und drückte den Euro vorübergehend in Richtung 4,1400. In der Folge wird die Unterseite nun sogar noch etwas weiter, bis auf 4,1100, geöffnet. Der Stabilitätspunkt bleibt bei 4,1780/90.


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