Wöchentliche Marktberichte

Jan 30, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Kein Wachstums-Gegenwind für die Fed

USD

EUR USD (1,2360)

Wahrscheinlich hätte man gestern Negatives für den Dollar und Positives für den Euro präsentieren können – die Korrektur der Gemeinschaftswährung hätte es wahrscheinlich dennoch gegeben. Doch gab es ja zumindest für den US-Dollar gar keine bösen Überraschungen. So sind etwa die Zahlen zu den persönlichen Konsumausgaben, gemessen am PCE-Preisindex, wie erwartet ausgefallen. Letzterer wird vor allen Dingen bei der US-Notenbank beachtet, da er die bevorzugte Basis für die Zinsprognosen der Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) darstellt. Die jüngsten Daten für die am Mittwoch stattfindende Sitzung der Fed dürften indes keine Basis für eine Neueinschätzung der Zinssituation darstellen. Ohnehin wird für die kommende Sitzung des FOMC kein Zinsentscheid erwartet. Allerdings beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung später im März derzeit 75 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool). Dennoch könnte in der letzten von der scheidenden Fed Präsidentin Janet Yellen geleiteten Sitzung die Wortwahl zumindest etwas falkenhafter ausfallen. Zumal von der Wachstumsseite her der Notenbank derzeit kein Gegenwind droht. Zwar sind die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt am vergangenen Freitag für das 4. Quartal 2017 mit einem Plus von 2,6 Prozent schlechter als erwartet ausgefallen. Aber das Prognosemodell der Fed von Atlanta hatte zuvor einen wesentlich höheren Wert (3,4 Prozent) angezeigt. Und dieses von Akteuren viel beachtete Prognosemodell GDPNow geht nun außerdem für das erste Quartal 2018 ersten Berechnungen zufolge sogar von einem realen BIP von 4,1 Prozent aus!

Damit hatten Dollar-Käufer gestern einen guten Grund, sich zu engagieren. Allerdings taten sie das schon am Vormittag, als die Ergebnisse aus Atlanta noch gar nicht vorlagen. Und da es für den Euro keine wesentlichen unterstützenden Daten gab, musste dieser eine Korrektur über sich ergehen lassen. Dennoch bewegt sich die Gemeinschaftswährung immer noch im Aufwärtstrend, dessen nächste Hürde bei 1,2570/75 liegt (Kursziel darüber 1,2720). Voraussetzung für einen direkten Test ist jedoch, dass an der Unterseite 1,2310/15 unverletzt bleibt.

USD

USD CHF (0,9380)

Immerhin ist der US-Dollar gestern weiter zur Ruhe gekommen, kann sich aber immer noch nicht richtig erholen. Insofern zeichnet sich ab, dass ordentliche Wirtschaftsdaten dem Greenback derzeit nicht richtig helfen können. Und so hat sich am Gesamtbild nichts geändert: Die Dollarschwäche kann jederzeit wiederaufleben und sich in Richtung 0,9255, möglicherweise auch noch tiefer (0,9070) fortsetzen. Eine kurzfristige Stabilisierung ist nach wie vor erst jenseits von 0,9510/15 erreichbar.

EUR

EUR CHF (1,1600)

Innerhalb von einer Woche war der Franken derart gesucht, dass der Euro mit 1,1540 nicht nur eine wichtige Unterstützung testete, sondern damit die seit Anfang November entstandenen Kursgewinne zunichtemachte. Sollte auch dieses Niveau nicht gehalten werden, muss sogar mit einem Zuwachs des Abwärtsmomentums gerechnet werden, das den Euro bis auf 1,1390 zurückführen kann. Im Verhältnis zum Euro wird aber auch deutlich, dass zumindest am gestrigen Handelstag eigentlich nicht der Franken fest, sondern die Gemeinschaftswährung schwach war. Insgesamt fällt auf, dass für die aktuelle Euro-Schwäche bislang so gut wie keine Gründe genannt werden, obwohl der jüngste scharfe Abschwung in Relation zum mehrwöchigen Aufschwung einen veritablen Kontrast bietet. Der Stabilitätspunkt bleibt daher entfernt bei der 1,1690/00er Widerstandszone.

GBP

EUR GBP (0,8810)

War die Stimmung in Sachen Brexit noch vor ein paar Tagen ausgesprochen positiv, sind nun dunkle Wolken am Verhandlungshimmel aufgezogen. Zum einen möchte einem Bericht der Financial Times zufolge Großbritannien offenbar die bereits von den übrigen EU-Mitgliedern abgesegneten Gesetze für die zweijährige Übergangsperiode nach dem Brexit noch einmal überprüfen. Ein Ansinnen, das in Brüssel sicherlich nicht goutiert wird. Und so fürchten Vertreter Großbritanniens und Europas, dass sich, falls das Vereinigte Königreich die von der EU vorgeschlagenen Regeln tatsächlich nicht akzeptieren sollte, der Übergangs-Deal noch einmal verzögern könnte. Auf der anderen Seite hat der britische Schatzkanzler Philip Hammond in der vergangenen Woche mit seinem Votum für einen sehr maßvollen Brexit in Davos die Brexit-Hardliner innerhalb der eigenen Partei gegen sich aufgebracht. Und plötzlich scheint sogar wieder ein No-Deal-Szenario nicht ausgeschlossen zu sein. So erklärt sich auch, warum der Euro gegenüber Pfund Sterling an einem für die Gemeinschaftswährung schwachen Tag sogar noch zulegen und beinahe seinen Auslöser für zusätzliche Stärke bei nunmehr 0,8820 testen konnte. Die Folge wäre nach wie vor ein Angriff auf die Oberseite der breiten Konsolidierungszone, die zwischen 0,8690 und 0,8925 verläuft. 

PLN

EUR PLN (4,1450)

Das Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Polnischen Notenbank, Jerzy Zyzynski, sieht für den Zloty weiteres Aufwärtspotenzial. Allerdings warnte er vor ungünstigen Folgen eines festen Zloty für das Exportgeschäft. Wir sehen für den Euro ohnehin Schwäche in Richtung 4,1190 oder gar 4,0930. Der Stabilisierungspunkt an der Oberseite liegt indes bei 4,1790/00.


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