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Wöchentliche Marktberichte

Jan 29, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wachstums-Euphorie

USD

EUR USD (1,2410)

„Wirtschaftswachstum“ dürfte das Wort gewesen sein, mit dem am Freitag Analysten, Kommentatoren und Händler am häufigsten um sich warfen. Mit der lebhaften Konjunktur – derzeit stünden „alle Ampeln auf Grün“ – lässt sich scheinbar alles erklären; die Anlagestrategie, die kurzfristige Ausrichtung oder einfach nur die Kursausschläge an den Finanzmärkten. Vor allem der Optimismus der Aktienanleger basiert momentan auf Wachstumsaussichten. Anleihe-Investoren beziehen sich indes auf die boomende Konjunktur, um das näher rückende Ende der extremen Niedrigzinsphase untermauern zu können. Weit schwerer hatten es jedoch EUR/USD-Händler. Denn am vergangenen Freitag herrschte durchaus Uneinigkeit darüber, wer in Sachen Wachstum am längeren Hebel sitzt. Sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks wird darauf gepocht, dass von dort aus die entscheidenden globalen Wachstumsimpulse ausgehen. Es ist nachvollziehbar, dass die Eurozone und die USA jeweils von sich behaupten, der gewichtigere Wachstumstaktgeber zu sein. Umso bedeutsamer ist es daher, einen Blick auf das Marktverhalten zu werfen, das derzeit eine gewisse Ambivalenz an den Tag legt. Der US-Aktien- und Anleihemarkt spiegelt ein Bild wider, das die Amerikaner in der stärkeren Position vermuten lässt. Bei der Währung sieht die Sache anders aus. Hier hat die Eurozone eindeutig die Nase vorn.

Etwas überraschend war in diesem Zusammenhang die geringe Reaktion des Marktes auf die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Wachstumszahlen, die den Handel am Freitag erreichten. Der Euro konnte daraus zwar keinen Vorteil ziehen, bleibt aber in der Position, jenseits unserer 1,2560/65er Hürde ein weiteres Kursziel bei 1,2720 zu erobern. Sein starkes kurzfristiges Momentum behält er, solange 1,2310/15 nicht verletzt wird.

USD

USD CHF (0,9360)

Thomas Jordan ließ in Davos auch fallen, dass sein Fokus nicht auf der täglichen Volatilität des Devisenmarktes liege. Die Volatilität des Schweizer Franken gegenüber dem Dollar ist allerdings kein kurzfristiges Phänomen. Seit Sommer vergangenen Jahres ist die Ausschlagstärke kontinuierlich gestiegen, im Herbst hat sich der Abwärtstrend des Dollar dann eindeutig etabliert und seit Jahresbeginn sogar stark beschleunigt. Selbst Jordan kann und sollte diese Zeichen nicht ignorieren. Das Risiko weiterer Dollar-Schwäche reicht bis 0,9255, wenn nicht gar 0,9070. Eine kurzfristige Stabilisierung ist erst jenseits von 0,9510/15 erreichbar. 

EUR

EUR CHF (1,1620)

Beim Zusammentreffen in Davos gab sich IWF-Direktorin Christine Lagarde mit SNB-Chef Thomas Jordan versöhnlich – Umarmung und Küsschen auf die Wange inklusive. Bekanntlich nahm sie es ihm übel, sie damals nicht vorab über die Aufhebung des Euro-Mindestkurses informiert zu haben. Nun dürfte nach drei Jahren der Zwist endlich ad acta gelegt worden sein. Auch vergangene Woche, bei Jordans Rede in Davos, ging es um Interventionen. Der Wille zu intervenieren sei, falls die Situation es erfordere, weiter vorhanden, ließ der SNB-Chef wissen. Vermutlich hallten diese Worte bei Franken-Händlern am Freitag noch nach, denn der Euro setzte seinen jüngsten Schwächeanfall fort. Unterhalb von 1,1540/50 könnten sich die Abgaben verschärfen und den Euro bis auf 1,1390 drücken. Für eine umgehende Stabilisierung müsste die Gemeinschaftswährung hingegen schnell wieder über die 1,1690/00er Widerstandszone klettern.

GBP

EUR GBP (0,8780)

In der Finanzsprache würde man die amtierende britische Regierung derzeit als „sehr volatil“ beschreiben. Premierministerin Theresa May hat erneut alle Hände voll zu tun, die Brexit-Hardliner ihrer Fraktion im Zaum zu halten. Denn gegen die jüngsten Pläne von Brexit-Minister David Davis, sich bis Mitte März mit Brüssel auf eine etwa zweijährige Umsetzungsperiode nach dem EU-Austritt im März 2019 zu einigen, machten konservative Abgeordnete prompt mobil. Durch das ständige Intervenieren aus den eigenen Reihen gerät Mays Basis immer wieder ins Wanken. Nach außen sorgt diese Uneinigkeit oft für Verwirrung und wirkt bisweilen sogar planlos. Am Wochenende musste May nun auch noch einen Seitenhieb von US-Präsident Donald Trump verkraften. Im britischen Fernsehsender ITV ließ er durchblicken, dass er an ihrer Stelle die Verhandlungen mit der EU in weit härterer Gangart geführt hätte. Die Unterstützung, die der Euro jüngst bei 0,8690 fand, hat eine neue breite Konsolidierungszone entstehen lassen, deren oberes Ende bei 0,8925 verläuft. Innerhalb dieser Range kann jenseits von 0,8825 (Auslöser für einen Test der Oberkante) eine Stabilisierung erreicht werden.

PLN

EUR PLN (4,1350)

Die Schwäche, die wir weiter in Richtung 4,1190 erwarten, dürfte bestenfalls temporär durch Zwischenunterstützung bei 4,1250 aufgefangen werden. Insgesamt wären aber sogar Kursrückgänge bis 4,0930 möglich. Der Stabilisierungspunkt an der Oberseite liegt erneut ein wenig tiefer, bei nunmehr 4,1790/00.


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