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Wöchentliche Marktberichte

Jan 26, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

USD

EUR USD (1,2410)

Groß war die Enttäuschung vieler Marktteilnehmer, die sich von der Europäischen Zentralbank das eine oder andere schärfere Wort gegen den Aufwärtstrend des Euro gewünscht hätten. Aber EZB-Präsident Mario Draghi wollte sich nach der gestrigen Ratssitzung gegenüber der Presse offenbar nicht festlegen. Dabei hatten viele Akteure gehofft, dass sie nicht nur mehr Hinweise auf einen möglicherweise beschleunigten Abbau der Anleihekaufprogramme bekommen würden, sondern auch eine verbale Intervention gegen den Euro. Aber Mario Draghis Haltung wird im Lichte der gestrigen Dollarschwäche, ausgelöst durch das Davoser Statement von US-Finanzminister Steven Mnuchin, der quasi mit einem einzigen Satz geradezu eine Verkaufslawine beim US-Dollar auslöste, erst richtig verständlich. So verkniff sich Draghi nicht einen kleinen Seitenhieb auf Mnuchin, ohne denselben allerdings beim Namen zu nennen, indem er erklärte, die Wechselkursrhetorik sei zuletzt von den vereinbarten Regeln abgewichen. Die EZB habe aber kein Wechselkursziel. Tatsächlich blieb Draghi eigentlich gar keine andere Wahl, denn ein paar deftige Worte gegen den Aufwärtstrend des Euro hätten den EZB-Präsidenten noch bei derselben Pressekonferenz unglaubwürdig erscheinen lassen. Ganz davon abgesehen, dass eigentlich zuletzt nicht ein zu starker Euro, sondern ein schwacher Greenback der eigentliche Auslöser dafür war, dass der Wechselkurs gestern den höchsten Stand seit Dezember 2014 erreichte.

Und so trat zumindest für Devisenhändler alles Geldpolitische an diesem Nachmittag in den Hintergrund. Zumal der EZB-Rat gestern nicht nur das Anleihekaufprogramm und die Zinsen, sondern auch die so genannte Forward Guidance, den geldpolitischen Ausblick, für diese Steuerungselemente unverändert beließ. Dennoch: Die Zuversicht, mit der Draghi einen starken konjunkturellen Aufschwung, eine bessere Ausnutzung gesamtwirtschaftlicher Kapazitäten und damit auch eine steigende Inflation erwartet, ließe sich durchaus als leicht falkenhaft interpretieren.

Am späten Abend sorgte US-Präsident Donald Trump doch noch für weitere Aufregung, als er sich ganz deutlich für den Dollar stark machte und damit den Worten seines Finanzministers Mnuchin widersprach. Am Ende hat der Euro unser nächstes Kursziel (1,2540) an der Oberseite bis auf ganz wenige Stellen erreicht. Um den Aufwärtstrend noch eine Schraube höher zu drehen und ein weiteres Kursziel bei 1,2655/60 zu eröffnen, müsste nun allerdings 1,2560/65 überwunden werden. Der Aufwärtstrend in seiner steilen Form hat unterdessen Bestand, solange 1,2310/15 nicht unterlaufen wird.

USD

USD CHF (0,9400)

Erneut meldete sich gestern SNB-Chef Thomas Jordan zu Wort. Allerdings nicht, um das vorgestrige Statement von US-Finanzminister Steven Mnuchin zu kommentieren. Auch habe man keinen spezifischen Wechselkurs im Sinn, war zu vernehmen. Und in einem Währungskrieg befände man sich vermutlich auch nicht. Allerdings: Falls notwendig, werde die SNB intervenieren. Was sollte Jordan, der sich vermutlich in einer ähnlich schwierigen Situation wie EZB-Chef Mario Draghi befand (vgl. Euro-Kommentar), auch Anderes sagen. Und so musste der Greenback den nächsten Schlag hinnehmen und fiel im Rahmen der von uns erwähnten relativen Überhitzung sogar unter den von uns avisierten Spielraum bis 0,9310. Am Ende war es vermutlich US-Präsident Donald Trumps verbalem Einsatz für einen starken Dollar zu verdanken, dass dieser sich etwas erholen konnte. Auch wenn wir derzeit kein weiteres Kursziel mehr ausrufen, bleibt der Abwärtstrend des Dollar erhalten – eine kurzfristige Stabilisierung ist erst oberhalb von 0,9510/15 erreichbar.

EUR

EUR CHF (1,1670)

Mit zunehmender Dynamik schien der Franken während der vergangenen drei Handelstage stark gesucht zu sein. So stark, dass selbst 1,1660 nicht als Untergrenze einer neuen Konsolidierung infrage kam. Jene muss nun für den Euro auf niedrigerem Niveau gefunden werden. Der jüngste Schwächeanfall der Gemeinschaftswährung kann jedoch bereits nach Überschreiten von 1,1735 wieder beendet werden.

GBP

EUR GBP (0,8760)

Nachdem Pfund Sterling während der vergangenen zehn Handelstage (von einem winzigen Ausrutscher abgesehen) gegenüber mehreren Valuten ein Plus verzeichnen konnte, ist diese Bewegung gestern zumindest temporär zum Erliegen gekommen. Grund dafür dürfte vor allen Dingen die nach der EZB-Sitzung aufgekommene Stärke des Euro sein. Denn dieser hatte gestern ganz knapp unter unserer angedachten Untergrenze einer breiten Konsolidierung bei 0,8690 einen Turnaround geschafft. Nun ist es auch nicht mehr allzu weit bis zu einer Stabilisierung, die oberhalb von 0,8810 – dann mit der Perspektive auf 0,8920 – erreicht würde.

PLN

EUR PLN (4,1360)

Nun ist auch das Kursziel bei 4,1405 erfüllt und anschließend unterlaufen worden, so dass aktuell für den Euro weitere Schwäche in Richtung 4,1190 im Rahmen eines neuen Abwärtstrends angezeigt ist. Darunter wären sogar weitere Kursrückgänge bis 4,0860 möglich. Der Stabilisierungspunkt an der Oberseite liegt jetzt etwas tiefer bei 4,1820.


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