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Wöchentliche Marktberichte

Jan 25, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Davoser Dollarlawine

USD

EUR USD (1,2435)

Normalerweise verbindet man mit Davos nicht nur das Weltwirtschaftsforum, sondern gerade in diesem Jahr auch viel Schnee. Und Lawinengefahr. Eine Lawine der anderen Art gab es gestern für den US-Dollar, ausgelöst durch einen einfachen Satz des US-Finanzministers Steven Mnuchin. Dieser erklärte nämlich kurzerhand, ein schwächerer Dollar sei gut für die USA. Und zwar vor allem in Bezug auf Handel und Chancen. Und so traten viele Marktteilnehmer fast panisch die Flucht aus dem Dollar an. Denn ein solches Statement mag zwar dem Wahlspruch „America first“ entsprechen, bedeutet aber auf der anderen Seite eine Abkehr der USA von ihrer jahrzehntelangen Politik des festen Dollar. Und auch wenn dieses Mantra von offizieller Seite in der Vergangenheit von den Händlern nicht besonders ernst genommen wurde und auch das Statement des Finanzministers lediglich eine Bestätigung einer längst bekannten neuen Politik darstellt, war der Schaden angerichtet.

Was den Euro angeht, hatte man sich zuvor eher auf die heutige Sitzung der Europäischen Zentralbank vorbereitet. Obwohl die meisten Akteure bestenfalls mit einem etwas falkenhafteren Unterton Mario Draghis bei der Pressekonferenz rechnen, geht man vielerorts davon aus, dass sich zumindest bei der heutigen Sitzung die Kommunikation der Zentralbank bezüglich ihrer Anleihekäufe, um diese möglicherweise früher als geplant zu beenden, noch nicht ändern wird. Nun hat sich die Gemengelage durch die verbalen Grüße aus Davos etwas geändert. Wenn auch der Euro gegenüber vielen Währungen gestern überhaupt nicht zulegen konnte, markierte er im Verhältnis zum US-Dollar ein neues Dreijahreshoch. Und genau dies dürfte den EZB-Entscheidern, die offiziell keine Währungspolitik machen möchten, zumindest insofern einen Strich durch die Rechnung machen, dass ein zu schwacher US-Dollar langfristig durch die Verbilligung der Einfuhren einer steigenden Inflation abträglich sein könnte. So gesehen würde eine beschleunigte Abkehr von den Anleihekäufen dem Euro zusätzlich Flügel verleihen. Am Ende hat die Gemeinschaftswährung unser Kursziel bei 1,2370 spielend erreicht und nimmt nun Kurs auf 1,2540. Die Untergrenze für Korrekturen – Voraussetzung für den Erhalt der positiven Perspektive – heben wir unterdessen deutlich auf 1,2250 an.

USD

USD CHF (0,9420)

Wie bereits an den Tagen zuvor machte sich die Dollar-Lawine auch gegenüber dem Franken besonders bemerkbar und hat nun auch unser nächstes Kursziel bei 0,9440 erreicht. Auch wenn weiterer Spielraum bis 0,9310 besteht, muss dieser zumindest kurzfristig nicht mehr zwingend ausgenutzt werden, da der Trend in eine leichte Überhitzungsphase eingetreten ist. Dies wird auch daran erkennbar, dass der erste nennenswerte Widerstand bei 0,9585 recht weit entfernt ist. Immerhin kann nach dessen Überschreiten mit einer zumindest kurzfristigen Stabilisierung gerechnet werden.

CHF

EUR CHF (1,1720)

Dass der Euro zumindest gestern sogar eine innere Schwäche zeigte, zeigte sich am Verhältnis zum Franken. Denn die Gemeinschaftswährung fiel am gestrigen Nachmittag relativ abrupt auf unser wichtiges Unterstützungsniveau bei 1,1690 zurück, ohne dieses jedoch bislang ausreichend zu zerstören. Zwar hat der Euro noch eine ganz leichte positive Tendenz, aber vieles sieht danach aus, als ob sich, wie schon so oft in den vergangenen Wochen, wieder eine neue Konsolidierungszone, möglicherweise zwischen 1,1660 und 1,1850 herausbilden würde.

GBP

EUR GBP (0,8700)

Die gestrige Dollarschwäche hat auch Pfund Sterling deutlichen Auftrieb gegeben, das auf dem besten Wege ist, zumindest gegenüber dem Greenback den größten monatlichen Wertzuwachs seit dem Jahr 2010 zu markieren. Aber auch im Vergleich zum Euro konnte Sterling zulegen. Zum einen angeblich wegen der Beschäftigungszahlen, wobei die Arbeitslosenquote eigentlich wie erwartet ausgefallen ist. Auch die durchschnittlichen Lohn-Kosten sind minimal über den Erwartungen geblieben und dürften zumindest nicht geeignet gewesen sein, etwaige Fantasien für eine weitere Zinserhöhung auszulösen. Andererseits werden die Risiken eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der EU zunehmend als geringer angesehen. Und so fiel natürlich auch ein Statement von Brexit-Minister David Davis gestern auf fruchtbaren Boden, als er äußerte, er erwarte, dass Großbritannien und Europa bis Ende März eine Einigung über die Übergangszeit nach dem Brexit erzielen würden. Immerhin hat der Euro die Untergrenze einer möglichen erweiterten Konsolidierung bei 0,8690 in Angriff genommen (unterhalb von 0,8660 wäre sogar Schwäche in Richtung 0,8550 angezeigt) – ein weiterer Beleg dafür, dass der Euro gestern keine eigene Stärke entwickeln konnte. Diese sehen wir aber bereits nach Überschreiten von 0,8810 zurückkehren, gefolgt von einem Test von 0,8925.

PLN

EUR PLN (4,1530)

Wie erwartet überstand unsere Unterstützung bei 4,1580 keinen weiteren Angriff, so dass der Euro fast auf unsere Zielmarke bei 4,1405 gedrückt wurde. Darunter wäre nicht nur weitere Schwäche bis auf 4,1190, sondern ein neuer Abwärtstrend angezeigt. Das Stabilisierungsniveau an der Oberseite bleibt bei 4,1920.


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