Wöchentliche Marktberichte

Jan 23, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Plötzliche Pause im Shutdown-Theater

USD

EUR USD (1,2260)

Eigentlich sollte es niemanden erstaunen, dass die am vergangenen Samstag in Kraft getretene Haushaltssperre kaum größere Reaktionen im Devisenhandel ausgelöst hat. Und zwar nicht nur, weil Marktteilnehmer die ganze Angelegenheit einfach nur ausblenden oder gar unterschätzen würden. Tatsächlich zogen nicht nur Devisenhändler Vergleiche mit dem Jahr 2013 und konnten dabei zu ihrer Beruhigung feststellen, dass der Government Shutdown damals ebenfalls nicht zu größeren Kursreaktionen geführt hatte. Auch Kommentatoren machten sich diese Mühe, kamen aber im Vergleich zu den Entscheidern im Devisenhandel zu einem anderen Ergebnis. So verwies etwa das Wall Street Journal auf einen wesentlichen Unterschied zwischen 2013 und heute. So setzte die Trump-Administration gestern noch alles daran, den Schaden der Haushaltssperre so gering wie möglich zu halten, etwa indem etwa das Innenministerium bis zuletzt versuchte, Finanzquellen wie Spenden von privater Seite oder andere Ressourcen anzuzapfen. Trumps Vorgänger Barack Obama wurde 2013 hingegen eher eine Eskalation der Krise nachgesagt. Doch gestern Abend wurde der aktuelle Haushaltsstreit überraschend schnell beigelegt. War alles also nur großes Theater mit einem Happy End? Tatsächlich gilt der verabschiedete Gesetzentwurf jedoch nur bis zum 8. Februar. Und bis dahin muss ein tragfähiger Kompromiss gefunden werden.

Genauso wie der Shutdown am Wochenende hat auch der gestrige Kompromiss die Devisenhändler unbeeindruckt gelassen. Möglicherweise konzentriert man sich sowieso auf die guten ökonomischen Nachrichten – der IWF gab sich gestern fast schon ein wenig euphorisch, als man auf das starke globale Wachstum, den größten Anstieg seit 2010, verwies – gelungener Auftakt zur heute beginnenden 48. Konferenz des World Economic Forum in Davos. Und so bleibt unser nächstes Kursziel bei 1,2370/75 unverändert. Dies gilt, solange 1,2075/80 nicht verletzt wird, aber bereits zuvor, bei 1,2125, erwarten wir derzeit gute Nachfrage.

USD

USD CHF (0,9620)

Die Tage zum Durchatmen für den US-Dollar sind zuletzt selten geworden. Einer von ihnen fand gestern statt, aber wie auch schon gegenüber anderen Valuten hat der vorläufige US-Haushaltskompromiss lediglich zu einem Stillstand, aber nicht zu einem Ende des Abwärtstrends geführt. Deswegen erwarten wir weiterhin Schwäche bis 0,9470, und auch das Niveau für eine kurzfristige Stabilisierung bleibt bei 0,9690 bestehen.

CHF

EUR CHF (1,1790)

Gestern meldete sich SNB-Präsident Thomas Jordan wieder zu Wort. Nach wie vor sieht er den Schweizerfranken – wie nicht anders zu erwarten – immer noch als hoch bewertet an. Und so ändert sich auch nichts an der sich leicht verstärkenden Position des Euro, der gestern zwar nicht massiv zulegen konnte, aber sich auf dem Weg in Richtung 1,1800 und darüber hinaus befindet. Die nächste Angebotswand, die es abzuarbeiten gilt, liegt nun etwas höher bei 1,1855 und das nächste Feld bei 1,1950. Damit sich diese Aufwärtsbewegung fortsetzen kann, darf an der Unterseite 1,1690 nicht unterlaufen werden.

GBP

EUR GBP (0,8770)

Selten fuhren die Teilnehmer so optimistisch wie in diesem Jahr zum heute beginnenden 48. Gipfel der Wirtschaftselite des World Economic Forum in Davos. Nicht nur der IWF rechnet mit verbesserten globalen Wachstumsaussichten. In Westeuropa gehen immerhin 58 Prozent der Vorstandschefs ebenfalls davon aus. Ja, selbst Großbritanniens Manager sind hinsichtlich der Weltwirtschaftsentwicklung optimistischer geworden, was aber nicht für die heimische Ökonomie gilt. Dort ist wegen der sich hinziehenden Brexit-Verhandlungen der Anteil der „sehr zuversichtlich“ gestimmten Befragten von 41 auf 34 Prozent gefallen (vgl. Handelsblatt). Immerhin: Sterling konnte angeblich wegen eines steigenden Optimismus in Sachen Brexit weiter zulegen. Deswegen ist der Euro gestern leicht unter Druck geraten und testet, während wir schreiben, die Untergrenze unserer angedachten Konsolidierungszone, die wir immer noch zwischen 0,8760 und 0,8925 ansetzen.

PLN

EUR PLN (4,1650)

Mangels neuer wichtiger ökonomischer Einflussfaktoren verlief das Handelsgeschehen beim Zloty gestern fast impulslos. Und so bleibt an der Unterseite unsere wichtigste Unterstützung bei 4,1580 bestehen, würde allerdings beim nächsten und damit dritten Angriff höchstwahrscheinlich weiteren Euro-Abgaben kein Paroli mehr bieten können. In diesem Falle wäre ein Test von 4,1405 angezeigt. Das Stabilisierungsniveau an der Oberseite bleibt bei 4,1920.


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