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Wöchentliche Marktberichte

Jan 22, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Trumps Gala-Shutdown

USD

EUR USD (1,2230)

Der Champagner war bereits kaltgestellt und im Weißen Haus war man schon bester Laune, denn es galt, den ersten Jahrestag der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump mit einem Galaabend gebührend zu feiern. Doch dann kam alles ganz anders: Trump erreichte am Freitagnachmittag eine Nachricht aus dem Senat, die den geplanten Feierlichkeiten einen Strich durch die Rechnung machte: Der „Government shutdown“ – die Haushaltssperre für Regierungsgeschäfte – war in Kraft getreten. Insgeheim hofften noch viele darauf, dass, wie schon so oft in der Vergangenheit geschehen, die Senatoren eine Einigung in letzter Minute herbeiführen könnten. Dieses Mal kam es aber anders. Der Grund: Die Demokraten zogen nicht mit. Um der Haushaltssperre auszuweichen, hätte es eine Mehrheit mit 60 Ja-Stimmen gebraucht. Gefehlt haben dazu zehn – ein deutliches Votum.

Nach der verpatzten Abstimmung hagelte es sowohl seitens der Republikaner als auch der Demokraten Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Finanzmarktteilnehmer interessierte aber weniger die Schuldfrage, wie es nach etwas mehr als vier Jahren schon wieder zu solch einer verfahrenen Situation kommen konnte. Wichtiger für sie war die Perspektive der nächsten Tage. Bekanntermaßen wirkt sich die Etatsperre direkt auf Ämter, Behörden und öffentliche Freizeiteinrichtungen aus. Sie werden ab heute geschlossen bleiben, wodurch rund 800.000 Staatsbedienstete in den Zwangsurlaub geschickt und vorerst auch kein Geld bekommen werden. Dieses Verfahren kam auch in früheren Shutdown-Perioden, in den Jahren 1995/96 bzw. 2013 zur Anwendung. Devisenhändler werden sich daher vermutlich anschauen, was in der Vergangenheit geschehen ist, und erkennen, dass es beim 2013er Shutdown keine nennenswerten Kursausschläge gegeben hat! Der Euro notierte nach dem Senatsbeschluss um die 1,35 USD und lag auch zwei Wochen später, nach dem Ende der Sperre, weiter auf dem gleichen Kursniveau. Da die Voraussetzungen damals aber nicht die gleichen waren – beispielsweise wurde der Euro nicht so fehleingeschätzt wie heute – wäre es ziemlich gewagt, das Handelsverhalten von damals eins zu eins auf heute zu übertragen.

Unser Kursziel bleibt weiterhin die 1,2370/75 Widerstandszone, solange die 1,2075/80er Unterstützung hält.

USD

USD CHF (0,9625)

Zwei Mal half unser Kursziel bei 0,9565, den Negativtrend aufzuhalten. Am Freitag stach der Dollar aber auch unter diese Marke, was weitere Schwäche bis 0,9470 ankündigte. Allerdings erholte er sich bis Handelsende deutlich von diesen Verlusten. Eine kurzfristige Stabilisierung kann daher schneller, bereits mit Überwinden der 0,9690er Hürde eintreten.

CHF

EUR CHF (1,1775)

Negativzinsen, die Banken für Privatkunden aufrufen, gelten als äußerst unbeliebt. Nun sieht alles danach aus, dass die Erhebung eines solchen Strafzinses unwahrscheinlicher geworden ist. Jedenfalls äußerte sich SNB-Präsident Thomas Jordan dahingehend. Er rechne nicht damit, dass Banken für Kleinsparer Negativzinsen einführen würden. Ob dies auch bedeute, dass die SNB den Negativzins von minus 0,75 Prozent bald senken könne, ließ er allerdings offen. Der Euro steuert heute Früh wieder auf die 1,18er Marke zu. Angebot wartet aber höher, bei 1,1845 und bei 1,1950. Da er sich am Freitag genau an unserer 1,1710er Unterstützung abgestoßen hat, könnten die befürchteten „kleineren Korrekturen“ bereits beendet sein.

GBP

EUR GBP (0,8820)

Der britische Einzelhandel hat im Dezember gelitten und deutlich weniger umgesetzt als erwartet. Das Statistikamt ONS meldete gegenüber November einen Rückgang um 1,5 Prozent, den stärksten seit anderthalb Jahren. Pfund-Händler haben aber nicht besonders auffällig auf diese Meldung reagiert. Weit mehr Aufmerksamkeit hat hingegen das Interview von Premierministerin Theresa May auf sich gezogen, das am Samstag in der Bild-Zeitung veröffentlicht wurde. Darin gab sie unmissverständlich zu verstehen, dass es „kein zweites Referendum über den EU-Austritt" geben wird. An unserer neutralen Haltung ändert sich zunächst einmal nichts. Vorerst sieht alles nach einer neuen Konsolidierung zwischen 0,8760 und 0,8925 aus.

PLN

EUR PLN (4,1705)

Polens Erzeugerpreise (PPI) blieben am Freitag mit einem Plus von 0,3 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Ähnlich erging es dem Markt mit der Industrieproduktion, die auf Jahresbasis lediglich um 2,7 statt der erhofften 2,9 Prozent gestiegen war. Auch die Einzelhandelsumsätze fielen mit plus 6 Prozent zwar sehr positiv aus, doch hatte man in diesem Fall sogar mit einem Anstieg von 8,7 Prozent gerechnet. Zloty-Käufer missfielen diese Zahlen. Kurz vor unserer 4,1580er Unterstützung (Auslöser für Test der 4,1405er Marke) zog plötzlich der Euro nach oben. Eine Stabilisierung ist allerdings weiterhin erst oberhalb von 4,1920 möglich.


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