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Wöchentliche Marktberichte

Jan 11, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nur ein Sturm im Wasserglas

USD

EUR USD (1,1950)

Eigentlich hatten sich die Akteure auf einen weiteren ruhigen Handelstag eingestellt, doch dann sollte alles ganz anders kommen. So berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg aus so genannten informierten Kreisen, dass China möglicherweise darüber nachdenken würde, den Kauf von US-Anleihen zu reduzieren oder sogar ganz einzustellen. Dieses Gerücht – heute früh übrigens von der chinesischen Regulierungsbehörde für Devisen (SAFE) lt. Reuters dementiert – schreckte sowohl Bond- als auch Devisenhändler auf. Denn China ist mit seinen weltgrößten Devisenreserven in Höhe von ca. 3,1 Billionen Dollar auch noch der größte ausländische Halter von US-Staatsanleihen. Nach einer ersten Schrecksekunde waren sich dann Beobachter jedoch weitgehend darin einig, dass sich China nicht von heute auf morgen in großem Stile von seinen US-Anleihepositionen trennen würde. Natürlich sind die US-Treasuries zuletzt deutlich unter Druck geraten und somit wenig attraktiv für etwaige Nachfrager. Zumal sich mit der von der Fed im November angekündigten Reduzierung ihrer Bilanzsumme das Angebot an Staatsanleihen ohnehin deutlich erhöhen wird. Und das zu einem Zeitpunkt, wo ein durch die US-Steuerreform aufgeblähtes Haushaltsdefizit finanziert werden muss. Noch schwerer wiegen dürften, zumindest kurzfristig, die angespannten Handelsbeziehungen zwischen China und den USA.

Denn die Vereinigten Staaten könnten, so wird von vielen Seiten befürchtet, noch in diesem Monat wegen ihres großen Handelsdefizits mit China Sanktionen beschließen. Und so sieht es aus, als ob die gestrigen zumindest als Drohgebärden wahrgenommenen Gerüchte aus China einen dezenten Hinweis auf etwaige Vergeltungsmaßnahmen darstellen könnten.

Bei allen Sorgen, die dadurch bei Kommentatoren und Händlern entstanden sein mögen, darf nicht vergessen werden, dass sich ein Marktteilnehmer in der Größenordnung Chinas nicht ohne Schaden für die eigene Performance in größerem Stile von seinen Anleihepositionen trennen kann. Ganz zu schweigen davon, dass eine damit einhergehende Dollarschwäche der US-Administration im internationalen Wettbewerb nur recht sein dürfte. In einer ersten Reaktion auf vorgenannte Gerüchte hatte sich der US-Dollar temporär deutlich abgeschwächt und den Euro kurzzeitig, wenn auch nur marginal über unsere Stabilitätsschwelle getrieben, ohne jedoch Anschlussnachfrage auszulösen. Auch wenn die Gemeinschaftswährung derzeit kein überzeugendes Momentum besitzt, ist sie jedoch sowohl bei 1,1865/70 als auch bei 1,1815/20 (Trenduntergrenze) so gut unterstützt, dass – möglicherweise nicht auf die Schnelle – die Chancen für eine Wiederaufnahme der ursprünglichen Aufwärtsdynamik in Richtung 1,2160 nicht schlecht stehen. 

CHF

USD CHF (0,9780)

Dass der Vortagesgewinn des Dollar zunichte gemacht wurde, ist angesichts der gestrigen Unruhe um China, das (mittlerweile dementierten) Gerüchten zufolge die Käufe von US-Anleihen reduzieren möchte, nicht ungewöhnlich. Dass sich der Greenback im Verhältnis zum Franken jedoch nicht wie gegenüber anderen Valuten wieder erholen konnte, ist wohl auf den Umstand zurückzuführen, dass der vorherige Aufwärtsimpuls, wie von uns bereits angedeutet, ohnehin nur korrektiver Natur war. Diese Dollar-Korrektur innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends (Obergrenze: 0,9940) wäre übrigens nach Unterlaufen von 0,9745 beendet und würde entsprechenden Abgabedruck in Richtung 0,9655 nach sich ziehen.

CHF

EUR CHF (1,1700)

Wieder einmal hat es der Euro nicht geschafft, gegenüber dem Franken einen kleinen Aufwärtsimpuls aufrechtzuerhalten. Stattdessen rollte er die Handelsspanne der beiden Vortage von oben nach unten auf, ohne dass neue wichtige wirtschaftliche Erkenntnisse dafür als Erklärung vorhanden waren. Damit bleibt der Euro innerhalb seiner Konsolidierung zwischen 1,1660 und 1,1775. 

GBP

EUR GBP (0,8850)

Trotz diverser Wirtschaftsdaten aus Großbritannien hat es im Wechselkurs zum Euro keine wesentlichen Veränderungen gegeben. Infolge der gestrigen Dollarschwäche am Vormittag konnte sich der Euro zwar gegenüber Sterling befestigen, fiel jedoch kurz vor unserem wichtigen Widerstand und Auslöser für etwas mehr Stärke bei 0,8880 wieder zurück und befindet sich somit immer noch im Niemandsland. Letzteres wird an der Unterseite bei 0,8760 (Auslöser für leichte Euro-Schwäche) begrenzt. 

PLN

EUR PLN (4,1730)

Die dreitägige Schwächeperiode des Zloty ist gestern durch eine Erholungsbewegung zumindest temporär zum Erliegen gekommen. Damit bleibt auch die Stärke des Euro zunächst korrektiver Natur. Um mehr als das zu zeigen, muss nach wie vor 4,1980 überwunden werden, dann mit der Chance eines Tests von 4,2200. An der Unterseite erwarten wir nach wie vor erste Nachfrage bei 4,1660, während ein Unterschreiten von 4,1525 den Euro erneut in Bedrängnis brächte.


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