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Wöchentliche Marktberichte

Jan 10, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fair bewertet

USD

EUR USD (1,1930)

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, im Devisenhandel werde derzeit mehr geredet als gehandelt. Das trifft in besonderem Maße für den Euro zu, der zwar gestern etwas vor sich hin dümpelte, aber nicht wirklich unter Druck geriet. Ökonomische Daten spielten dabei praktisch keine Rolle. Vor allem die deutschen Zahlen zur Industrieproduktion, die im Monatsvergleich deutlich besser als erwartet ausgefallen waren, konnten genauso wenig Aktivitäten pro-Euro auslösen wie die Dezember Zahlen zur deutschen Handelsbilanz, die ebenfalls sehr gut ausgefallen waren. Und da die Arbeitslosenquote in der Eurozone für keine Überraschung gut war, wollte offensichtlich niemand etwas mit der Gemeinschaftswährung zu tun haben. Tatsächlich schien sogar eine gewisse Ratlosigkeit zu herrschen. Nachdem zu Wochenbeginn der Wechselkurs eher durch einen schwächeren Euro gedrückt wurde, war es gestern ein leicht erstarkter US-Dollar, der die Gemeinschaftswährung nicht richtig Luft holen ließ. Auch wenn mancherorts immer wieder zu hören ist, dass die Europäische Zentralbank etwas gegen einen zu starken Euro habe und dieser deswegen zuletzt Federn lassen musste, dürfte dieses Argument kaum stichhaltig sein. Denn gerade vorgenannte Handelsbilanzzahlen zeigen: Der schwache Dollar des vergangenen Jahres hat zumindest in Deutschland nicht geschadet.

Tatsächlich zeigt eine auf Erkenntnissen der Behavioral Finance basierte Modellrechnung, dass der Euro von mittelfristig orientierten Marktteilnehmern bei knapp 1,19 USD als fair bewertet wahrgenommen werden dürfte. Vielleicht mag dies auch einer der Gründe dafür sein, dass die Gemeinschaftswährung seit gestern Mittag auf der Stelle tritt und nicht weiter gefallen ist. Darunter sind die Unterstützungen bis 1,1810/15 nicht wirklich als stark zu bezeichnen. Andererseits sieht die Welt bereits oberhalb von 1,2005 für den Euro schon wieder wesentlich positiver aus.

CHF

USD CHF (0,9830)

Dollarstärke, gepaart mit einer leichten Frankenschwäche, hat gestern dazu geführt, dass der USD seinen seit Tage vorherrschenden phasenweise massiven Widerstand bei 0,9820 geknackt hat. Allerdings ist unklar, wie viel vom gestrigen Aufwärtsimpuls, der noch als korrektiv bezeichnet werden muss, angesichts dieses Kraftakts übriggeblieben ist. Ein positives Zeichen wäre in diesem Zusammenhang ein Überwinden von 0,9860, mit der Aussicht, die Obergrenze des übergeordneten Aufwärtstrends bei 0,9940 zu testen. An der Unterseite erwarten wir erste Nachfrage bei 0,9780 – ein Unterlaufen von 0,9745 würde das Ende der Korrekturphase des Greenback bedeuten.

CHF

EUR CHF (1,1735)

Neue Wirtschaftsdaten gab es gestern aus der Schweiz, wobei die Arbeitslosenquote mit 3 Prozent im Dezember genau den Prognosen entsprach. Überrascht haben indes die Einzelhandelsumsätze, die im Jahresvergleich mit einem Minus von 0,2 Prozent bei Weitem nicht so stark wie erwartet gefallen waren. Dennoch konnte der Franken davon nicht profitieren. Am Ende behielt der Euro nämlich die Oberhand und konnte sich sogar im Rahmen seiner derzeitigen Konsolidierung zwischen 1,1660 und 1,1775 befestigen. Nach wie vor bleibt die obere Begrenzung Auslöser für einen Anstieg in Richtung 1,1840.

GBP

EUR GBP (0,8820)

Dass der gestrige Handelstag eher durch eine leichte Dollarstärke als eine durchgängige Euroschwäche gekennzeichnet war, zeigt sich unter anderem auch an dessen Position zu Pfund Sterling. Obwohl mancherorts zu hören ist, dass die Kabinettsumbildung in Großbritannien kein Grund sei, die britische Valuta zu kaufen, geriet diese aber auch nicht wirklich unter Druck. Und das, obwohl Kommentatoren die Kabinettsumbildung Theresa Mays als chaotisch und misslungen bezeichneten. Denn gravierende Veränderungen hat es bestenfalls in der zweiten Reihe gegeben. Die Neubesetzung des Bildungsministeriums bzw. die Weigerung von Jeremy Hunt, das Gesundheitsministerium zu räumen, betreffen zwar nicht den Wechselkurs, lassen aber die Premierministerin auch nicht gerade als durchsetzungsfähig erscheinen. Am Ende hat sich der Euro zwar nicht abgeschwächt, muss aber 0,8880 überwinden, um wieder etwas mehr Stärke zu zeigen. Auf der anderen Seite dürfte mit Unterschreiten von 0,8760 zumindest eine leichte Schwächephase der Gemeinschaftswährung eingeleitet werden. 

PLN

EUR PLN (4,1900)

Der seit drei Tagen andauernde Schwächeanfall des Zloty hat dem Euro zumindest eine kurzfristige Stabilisierung eingebracht. Um jedoch mehr als nur eine korrektive Stärke zu zeigen, muss der Euro nun auch 4,1980 überwinden und hätte danach gute Chancen, 4,2200 zu erreichen. An der Unterseite erwarten wir erste Nachfrage bei 4,1660, ein Unterschreiten von 4,1525 würde zurzeit als abermaliges Schwächezeichen für den Euro gewertet werden müssen.


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