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Wöchentliche Marktberichte

Jan 09, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zu viel des Guten

USD

EUR USD (1,1960)

Was gestern geschah, lässt sich durchaus als erster Test verstehen, wie es um die Euro-Stärke zum Jahresbeginn tatsächlich bestellt ist. Denn zumindest das Argument, dass sich auf der europäischen Seite während der vergangenen Woche noch viele Akteure im Urlaub befunden haben dürften und deshalb nur wenig gehandelt wurde, ist nun definitiv weggefallen. Tatsächlich sind jedoch gerade mittelfristige Entscheidungen vielerorts bereits gefällt worden. So wurde etwa berichtet, dass Hedgefonds das Jahr 2018 mit den größten Long-Positionen in Euro-Futures seit der Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999 begonnen hätten. Dies vermitteln zumindest die jüngsten Zahlen der CFTC (Chicago Futures Trading Commission), auf die sich manche Händler gestern beriefen. Allerdings wird dabei übersehen, dass eben diese jüngste Statistik bereits eine Woche alt ist und somit durchaus in die Irre führen kann. Man könnte auch sagen: zu viel des Guten für den Euro.

Aber auch ein weiterer Aspekt ist durchaus bemerkenswert. Hatten wir zu Jahresanfang noch eine Dollarschwäche für den Aufschwung des Euro ausgemacht, hat sich dieses Bild nun leicht verschoben. Neben einer vergleichsweise geringfügigen Dollar-Erholung während der vergangenen Tage war der eigentliche Treiber des jüngsten Kursrückgangs der Euro selbst. Dies ist umso überraschender, als die Einzelhandelsumsätze für die Eurozone im Monatsvergleich die mittleren Erwartungen der Analysten eigentlich übertroffen hatten. Am Ende ist durch die gestrige Entwicklung auch unsere Unterstützung bei 1,1970 leicht unterschritten worden, was letztlich einen Momentumsverlust für den Euro bedeutet. Dennoch kann man daraus nicht zwingend weitere Schwäche ableiten, wobei der derzeitige Aufwärtstrend jedoch erst durch 1,1810/15 ordentlich unterstützt ist. Andererseits wäre bereits mit einem neuerlichen Überschreiten von 1,2005 die ungünstige Dynamik wieder so weit verbessert, dass der Impuls vom Jahresbeginn in Richtung 1,2165 (und darüber bis 1,2360) wiederaufgenommen werden kann.

USD

USD CHF (0,9770)

Auch gestern konnte sich der Franken nicht aus der am 3. Januar gesetzten Handelsspanne (0,9710/0,9795) befreien. Dazu mögen auch die Kommentare diverser Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed beigetragen haben, die wenig Erhellendes zur Zinssituation in den USA beitrugen. Damit bleibt der wichtigste Punkt für den Dollar an der Oberseite bei 0,9820, wobei das Abwärtsrisiko weitgehend unverändert bis auf 0,9710 bzw. 0,9630 reicht.

CHF

EUR CHF (1,1700)

Die Schweizer Inflation für Dezember lag zwar am oberen Ende der Erwartungsbandbreite der Ökonomen, doch die Konsumentenpreise blieben am Ende gegenüber dem Vormonat unverändert. Allerdings dürfte dies genauso wenig die Ursache für den schwächeren Euro darstellen wie der von der Schweizerischen Nationalbank veröffentlichte Neun-Monats-Gewinn von 34 Milliarden Franken per Ende September vergangenen Jahres. Immerhin: Weil die Schätzungen für das letzte Quartal von einem Gewinn von bis zu 20 Milliarden Franken ausgehen, läuft der Währungsgewinn für 2017 auf einen neuen Rekord hinaus. Hauptursache: Die Höherbewertung der Währungsreserven. Unterdessen bewegt sich die Gemeinschaftswährung wie vermutet in einer kurzfristigen Konsolidierungszone zwischen 1,1660 und 1,1775 – der obere Punkt bleibt Auslöser für einen Anstieg in Richtung 1,1840.

GBP

EUR GBP (0,8820)

Die erste bedeutende Kabinettsumbildung in Großbritannien seit den Wahlen im vergangenen Jahr und die Ernennung von Justizminister David Lidington zum Kabinettschef haben gestern am Ende zu einer leichten Befestigung des Pfundes geführt. Möglicherweise, weil Philip Hammond als Schatzkanzler und David Davis als Brexit-Minister als wichtige Exponenten bei den Scheidungsverhandlungen mit der EU ihre Ämter behielten. Möglicherweise hat Sterling auch von der generellen Schwäche des Euro profitiert, denn dieser hat mit Unterschreiten von 0,8830 gestern seine leichten bullishen Ambitionen begraben müssen und droht unterhalb von 0,8760 sogar in einen Abwärtssog zu geraten. Immerhin: Bereits oberhalb von 0,8890 würde sich der Euro wieder stabilisieren. 

PLN

EUR PLN (4,1700)

Gegenüber dem Zloty konnte sich der Euro gestern zwar deutlich erholen, hat aber seinen Widerstand bei 4,1780, dessen Überschreiten für eine kurzfristige Stabilisierung notwendig wäre, bislang noch nicht in Angriff genommen. Insofern bleibt das Risiko eines erneuten Kursrückgangs bis 4,1370 (darunter 4,0775) bestehen.


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