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Wöchentliche Marktberichte

Jan 08, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Jobmarkt birgt k(l)eine Überraschung

USD

EUR USD (1,2025)

Für einen Freitag mit einem US-Arbeitsmarkt-Bericht kann die Schwankungsfreude im EUR/USD-Handel als lediglich unterdurchschnittlich bezeichnet werden. Dies könnte daran liegen, dass noch nicht alle Marktteilnehmer aus den Weihnachtsferien zurückgekehrt sind. Die Arbeitsmarktdaten fielen mit 148.000 neu geschaffenen Stellen relativ schwach aus – zumindest weit unter dem Niveau der beiden vorangegangenen Monate, die insgesamt ein Beschäftigungsplus von rund einer halben Million auswiesen. Auch gemessen an den Erwartungen, die im Schnitt bei 190.000 Stellen lagen, fiel die Zahl enttäuschend aus. Die Reaktion der Devisenhändler war alles andere als eindeutig. Zunächst schoben sie den Euro bis knapp unter das jüngste 1,2090er Hoch, nur um ihn kurz danach auf 1,2020 USD fallen zu lassen. Was innerhalb des Tages nach hektischem Treiben aussah, war am Ende aber eine Handelssitzung, die nicht einmal bis an die Grenzen der Vortagshandelsspanne heranreichte. Vielleicht schielten Devisentrader gerade deshalb zu ihren Kollegen aus dem Bondhandel hinüber, um zu erfahren, ob diese sich nach der Datenbekanntgabe stärker in die eine oder andere Richtung positionieren würden. Die Zinsseite zeigte sich jedoch ebenfalls nicht besonders auffällig. Dabei enthielten die Arbeitsmarktdaten eine kleine Überraschung: Die Stundenlöhne stiegen im Durchschnitt um 0,3 Prozent und damit um das Dreifache des Vormonats an. Patrick Harker, Präsident der Philadelphia-Fed, dürfte diese Zahl wohl genau beobachtet haben, denn er betrachtet es als schwierige Aufgabe, die Inflation auf ein gesundes Niveau zurückzubringen. Am Freitag betonte er, er halte zwei Zinsanhebungen im laufenden Jahr für „wahrscheinlich angebracht“.

In der Eurozone bewegt sich die Teuerung indes weiter vom Ziel der Notenbank weg. Am Freitag wurde die Dezember-Inflation vom Statistikamt Eurostat mit 1,4 Prozent und damit unterhalb des Werts aus dem Vormonat veranschlagt.

Der Euro zeigt sich vom Geschehen gänzlich unbekümmert und bleibt weiterhin in der Lage, seinen Aufwärtstrend bis auf 1,2165 und darüber sogar bis 1,2360 fortzusetzen. Rückschläge unterhalb von 1,1970 gilt es jedoch weiterhin zu vermeiden.

CHF

USD CHF (0,9755)

Nach einer mit ökonomischen Zahlen vergleichsweise wenig gespickten Handelswoche können sich Marktteilnehmer heute auf den Verbraucherpreisindex (VPI) freuen. Am Freitag dürften hingegen eher US-Zahlen Einfluss auf die Kursentwicklung gehabt haben. Dazu zählte natürlich der Arbeitsmarktbericht, aber sicherlich auch die US-Handelsbilanz, die mit einem Defizit von 50,5 Milliarden Dollar den höchsten Stand seit sechs Jahren markierte. Der US-Dollar gab etwas nach und beendete die Handelswoche fast unverändert. Das Angebot vor unserer 0,9820er Widerstandsmarke scheint wie befürchtet schwer verdaulich. Erneut nahmen Händler Verkaufsgelegenheiten wahr. Das Abwärtsrisiko reicht somit unverändert bis 0,9710 und darunter bis 0,9650.

CHF

EUR CHF (1,1730)

Die Schweizer Börse steht derzeit hoch im Kurs. Der Leitindex SMI erreichte am Freitag ein neues Rekordhoch. Gleichzeitig stand der Schweizer Franken kurz davor, vom Euro auf ein Drei-Jahres-Tief gedrückt zu werden, vermochte dies aber noch im letzten Moment abzuwehren. Diese Entwicklung könnte nun dazu geführt haben, dass sich eine kurzfristige Konsolidierungszone zwischen 1,1775 und unserer Unterstützung bei 1,1660 herausbildet. Die obere Hürde bleibt unterdessen der Auslöser, um einen Anstieg in Richtung 1,1840 (modifiziert) in Angriff zu nehmen.

GBP

EUR GBP (0,8870)

Sterling beendete die erste Handelswoche ungefähr auf dem Kursniveau, auf dem es begonnen hatte. Der Mangel an Brexit-bezogenen Meldungen und die Tatsache, dass Premierministerin Theresa May nach einer Reihe von Ministerrücktritten mit der Umbildung ihres Kabinetts beschäftigt ist, scheint für wenig Fantasie im Devisenhandel zu sorgen. Am Freitag fiel der Euro zwar etwas zurück, aber oberhalb der 0,8830er Unterstützung hat er nach wie vor die Möglichkeit, bis 0,8940 und 0,8975 zu steigen.

PLN

EUR PLN (4,1530)

Gemessen an dem, was von Reuters in den ersten beiden Handelstagen befragte Devisen-Analysten und Strategen vom Zloty bis zum Jahresende erwarten, darf man die Hoffnungen auf Kursgewinne der polnischen Währung nicht zu hoch ansetzen. Laut Umfrage traut man ihr zum Jahresende ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Euro zu. Hierbei ist anzumerken, dass der Zloty mit einem Zuwachs von mehr als fünf Prozent zu den Top-Performern 2017 zählte. Eine Entwicklung, die von den befragten Experten vor einem Jahr leider überhaupt nicht antizipiert wurde. Der Euro hat sich unserem 4,1370er Kursziel am Freitag bis auf 30 Stellen genähert, sich aber danach deutlich erholen können. Das Risiko eines erneuten Kursverfalls bis dorthin bzw. darunter bis auf 4,0775 bleibt bestehen, solange keine kurzfristige Stabilisierung erreicht wird. Dafür bedarf es aber nach wie vor eines Überwindens des 4,1780er Widerstands.


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