Wöchentliche Marktberichte

Jan 04, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ungeliebter Dollar-Trend

USD

EUR USD (1,2015)

Immer noch versuchen die Devisenhändler, den jüngsten Vorstoß des Euro gegenüber dem US-Dollar einzuordnen. So wurde etwa zuletzt der EZB-Direktor Benoît Cœuré mit seinem Statement zitiert, es gebe für die Notenbank eine realistische Chance, dass die im Oktober beschlossene Verlängerung der Anleihekäufe die letzte gewesen sei. Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny stieß ins gleiche Horn. Trotz dieser als recht markig wahrgenommenen Beiträge hat sich ein Großteil der Euro-Aufwärtsbewegung bereits im vergangenen Jahr vollzogen, und dies in einem ohnehin recht dünnen Markt. So war der gestrige Rücksetzer wenig überraschend. Während die einen dafür gute US-Daten als Ursache gesehen haben mögen (etwa der ISM-Einkaufsmanager-Index für die produzierende Industrie), scheinen andere Akteure darauf zu hoffen, dass der feste Euro bitteschön doch bald Diskussionsgegenstand des EZB-Rates werden würde – verbunden mit der Hoffnung auf eine verbale Intervention, sollte der Euro noch weiter steigen.

Wenig Erhellendes brachte das Protokoll der vergangenen Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (12./13. Dezember). Zwar wurden Zweifel am tatsächlichen Einfluss der Steuerreform auf das Wachstum und Uneinigkeit über die Anzahl der notwendigen Zinsschritte in diesem Jahr deutlich, aber unter dem Strich blieb der Eindruck, die Fed werde ihre Politik der schrittweisen graduellen Zinserhöhungen im März fortsetzen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist zuletzt auf ca. 67 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool) gestiegen. Am Ende bleibt jedoch die Erkenntnis, dass der Euro – wie von uns vor Weihnachten bereits angedeutet – einfach nur seinen Aufwärtstrend fortgesetzt hat, der offenbar aber vielen Akteuren nicht so recht in den Kram gepasst haben mag. Ein Trend, der sich nicht einmal auf eine massive Euro-Stärke, sondern vielmehr auf eine Dollarschwäche stützt und sich in Richtung 1,2165 fortsetzen kann (jenseits davon sogar noch deutlich weiter bis 1,2395/05). Unterdessen erwarten wir erste Nachfrage bei 1,1955/60, ein Niveau, das zum Erhalt des derzeit guten Momentums nicht unterlaufen werden sollte. Im größerem Bild liegt das wichtigste Niveau für den vorherrschenden Trend jedoch bei 1,1800.

USD

USD CHF (0,9775)

Trotz der US-Steuerreform und der guten Prognosen für die dortige Wirtschaft hat sich der US-Dollar gegenüber dem Franken während der Feiertagssaison deutlich abgeschwächt. Erst gestern kam es zu einer markanten Erholung des Greenback. Ob diese allerdings von Dauer sein wird, darf angesichts des übergeordneten Abwärtstrends bezweifelt werden, reicht dieser doch bis 0,9710 und darunter auch bis 0,9650. Auf der anderen Seite würde ein Überschreiten von 0,9820 immerhin das derzeitige Abwärtsmomentum des Dollar wegnehmen – für den Erhalt von dessen Abwärtstrend darf 0,9850 indes nicht überschritten werden.

CHF

EUR CHF (1,1750)

Auch im Verhältnis zum Franken hat der Euro nicht gerade von sich reden gemacht. Dabei hat der Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe (SVME) der Schweiz zwar positiv überrascht, dem Franken aber dennoch nicht wirklich geholfen. Tatsächlich hat der Euro zwischen Weihnachten und Neujahr sogar kurzzeitig die Obergrenze seiner leicht steigenden Konsolidierung überschreiten können – vermutlich feiertagsbedingt jedoch ohne Anschlussnachfrage. Nach einem leichten Rückschlag in das frühere Band, das nunmehr zwischen 1,1585 und 1,1760 verläuft, schlich sich der Kurs jedoch während der vergangenen Tage wieder peu à peu an dessen Obergrenze. Immerhin mit guten Chancen, endlich den Anstieg in Richtung 1,1870 auszulösen. Die Marke von 1,1660 sollte in diesem Zusammenhang nicht mehr unterlaufen werden.

GBP

EUR GBP (0,8890)

Gegenüber dem britischen Pfund ist der Euro während der vergangenen Handelstage nicht, wie von uns erhofft, richtig gut vorangekommen. Natürlich zeigte Sterling gestern eine gewisse Schwäche, nachdem etwa der Einkaufsmanager-Index des Baugewerbes (Markit/CIPS) hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Aber die Fortschritte des Euro bleiben überschaubar und können sich erst oberhalb von 0,8940 etwas besser in Richtung 0,9020 fortsetzen. Dieser derzeit positive Ansatz kann auf der anderen Seite auch wieder relativ schnell (unterhalb von 0,8830) zunichtegemacht werden. 

CZK

EUR CZK (25,52)

Nachdem die Krone vorgeblich aufgrund bilanztechnischer Faktoren (Negativzinsen auf Guthaben per Valuta Jahresultimo) nach Weihnachten für einen Tag lang einen kräftigen Schwächeanfall erlitten hatte, konnte sie sich mittlerweile wieder deutlich befestigen. Damit weist der Trend des Euro in Richtung 25,33, während der Stabilitätspunkt bei 25,76 liegt.

PLN

EUR PLN (4,1500)

Im Nachhinein muss unsere vor Weihnachten abgegebene Projektion für den Euro (4,1725) fast schon ein wenig konservativ aussehen, wenn man bedenkt, dass dieser mittlerweile auf eine Zielmarke von 4,1370 (darunter wäre auch ein Abgleiten auf 4,0775 denkbar) zusteuert. Die gestern veröffentlichten polnischen Inflationsdaten, die sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich schwächer als erwartet ausgefallen waren, blieben indes ohne Auswirkung für den Kursverlauf. Immerhin ist eine kurzfristige Stabilisierung dieses schwachen Szenarios bereits oberhalb von 4,1780 möglich.


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