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Wöchentliche Marktberichte

Dez 22, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Vor den Feiertagen

USD

EUR USD (1,1850)

Das nahende Jahresende – eigentlich eine Zeit für Rückblicke und Prognosen. Und wenn man dann dieses Jahr Revue passieren lässt, wird wieder einmal deutlich, dass vor allem die Devisenkursprognosen, aber auch die langfristigen Vorhersagen für andere Finanzmärkte eher ein Gesellschaftsspiel sind. Tipps, die oft nicht von Experten, sondern von Menschen gewonnen werden, die nichts oder nur wenig mit den Märkten zu tun haben. Und selbst wenn jemandem eine Punktprognose auf ein Jahr gelingt, heißt es noch lange nicht, dass er auch den Weg bis zu diesem Punkt richtig vorhergesagt hätte. Es ist gerade dieser Weg, der auf dem Papier keine große Rolle zu spielen scheint. Doch wer dabei gewesen ist, wird möglicherweise verschiedene emotionale Stadien durchlebt haben. Platt ausgedrückt: Freude, Gier, Angst, Hoffnung und manchmal Verzweiflung. Gefühlsregungen, die einem zwischendurch auch einmal aus der Erfolgsspur werfen können. Rückschläge kann es auch bei einem emotionslosen Handelsprogramm geben, das zwar rationale Signale aussenden mag, aber dennoch Verluste produzieren kann.

           Besonders dramatisch stellt sich die Rückschau in diesem Jahr für den Euro dar, der vielen Auguren noch im Januar 2017 keinen Pfifferling mehr wert schien, so niedrig waren die Prognosen. Doch statt, dass er deutlich unter die Parität fiel, geschah im Verhältnis zum US-Dollar genau das Gegenteil. Und heute blicken wir auf einen Kursgewinn der Gemeinschaftswährung von knapp 13 Prozent seit Jahresanfang. Dabei ist nicht einmal gesichert, ob etwa die Wahlen in den Niederlanden und Frankreich, die überraschenderweise pro Europa ausgefallen sind, dem Euro so viel Auftrieb gegeben haben. Auch die seit Monaten schwelende Krise um eine Unabhängigkeit Kataloniens – gestern Nacht verteidigten die den Separatisten zugerechneten Parteien bei den Neuwahlen zusammen ihre absolute Mehrheit – hat sich bislang nicht gravierend auf den Euro ausgewirkt.

             Aber auch aus US-Dollar-Sicht hätte die Entwicklung des Wechselkurses doch ganz anders ausgehen müssen. Trotz dreier Hurrikans, die über Teile der Vereinigten Staaten zwischen Ende August und Ende September unheilvoll hinweg zogen, oder der Krise zwischen Nordkorea und den USA. Denn die US-Notenbank setzte ihren Kurs der kleinen Leitzinserhöhungen fort, während die Europäische Zentralbank noch weit davon entfernt ist. Auch die jüngst verabschiedete Steuerreform hat dem US-Dollar keinen nachhaltigen Auftrieb verliehen. Und das, obwohl die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks haussierten: Etwa der breitgestreute US-Aktienindex S&P 500, der seit Jahresbeginn etwa 20 Prozent an Wert zulegte. Dagegen sehen die etwas mehr als 8 Prozent im EURO STOXX 50 – obwohl sich viele Anleger über eine derartige Rendite hierzulande auch gefreut haben dürften – fast schon mickrig aus. Aber besagte 20 Prozent oder mehr in US-Aktien hat aus hiesiger Sicht nur derjenige gemacht, der sich gegen den Dollar-Verfall abgesichert hat. Wer indes das Währungsrisiko vernachlässigte, muss sich nun mit rund 6 Prozent Gewinn zufriedengeben. Wieder einmal zeigt sich gerade an diesem Beispiel, wie wichtig es ist, Devisenkursentwicklungen im Auge zu behalten. Ob das ein guter Vorsatz für 2018 wäre?

             Für diejenigen, die sich nicht gerne mit großen Vorsätzen beschäftigen, sondern eher den Blick fürs Kurzfristige haben, sei gesagt, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar gerade erst ein Niveau überwunden hatte, das für die kurzfristige Entwicklung der Gemeinschaftswährung einen positiven kleinen Trend auslösen sollte, auch wenn dafür möglicherweise durch die bevorstehenden Feiertage die Anschlussnachfrage fehlen könnte. Ansonsten ist der Platz für Kurssteigerungen in Richtung 1,2015 durchaus vorhanden. Allerdings würde der Euro bereits unter 1,1775 wieder in die frühere Seitwärtsbewegung gezwungen werden.

GBP

EUR GBP (0,8855)

Auch bei diesem Währungspaar steht der Euro auf der Schwelle, an der er zu Höherem, sprich einem Test von 0,8960 bzw. 0,9010 oder sogar mehr berufen ist. Die beste Unterstützung liegt auf der anderen Seite indes bei 0,8790.

CHF

EUR CHF (1,1725)

Es sieht fast nach einer Jahresschlussrallye des Euro gegenüber dem Schweizer Franken aus, der sich immer noch in einer leicht steigenden Konsolidierung, mittlerweile zwischen 1,1575 und 1,1755, befindet. Immerhin winkt beim Aufbrechen dieses fast seitwärts gerichteten Kanals an der Oberseite ein Anstieg in Richtung 1,1870.

PLN

EUR PLN (4,1945)

Fast schon statisch zeigte sich der Euro gegenüber dem Zloty. Jener ist zumindest immer noch dem Risiko ausgesetzt, dass er in Richtung 4,1725 abdriften könnte. Das gilt, solange der Stabilisierungspunkt bei nunmehr 4,2210 nicht überwunden worden ist.


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