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Wöchentliche Marktberichte

Dez 20, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Eine heimliche Euro-Stärke

USD

EUR USD (1,1835)

Wer gedacht hätte, die US-Steuerreform würde gestern glatt durch den Kongress gehen, muss sich mittlerweile getäuscht sehen. Zwar passierte die Gesetzesvorlage das Repräsentantenhaus, aber zu später Stunde wurde deutlich, was ein republikanischer Senator so formulierte: „Jemand hat Mist gebaut“. Anders ausgedrückt: Wegen drohender Verfahrensfehler musste das Steuergesetz, das heute früh den Senat passierte, noch einmal geändert werden. Und wegen dieser Änderungen muss nun das Gesetz noch einmal vom Repräsentantenhaus abgesegnet werden. Eine reine Formsache, könnte man sagen, aber der ganze Vorgang zeigt, wie sehr die Steuerreform mit heißer Nadel gestrickt wurde.

Bereits gestern Mittag hatte sich der US-Dollar abgeschwächt, aber vornehmlich nur gegenüber dem Euro. Dies ist umso bemerkenswerter, als die gestrigen Wirtschaftsdaten keinen erkennbaren Einfluss auf den Wechselkurs ausübten. Gemeint ist zum einen der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex, dessen Entwicklung im Dezember zumindest einige Kommentatoren enttäuscht haben mag. Tatsächlich ist die Abweichung von den mittleren Vorhersagen vernachlässigbar, zumal der Index immer noch nicht allzu weit von seinem Rekordwert liegt. Zum anderen gab es etwa die US-Neubaubeginne, die wiederum etwas besser als erwartet ausgefallen waren. Während das eine Datum dem Euro nicht geschadet hat, konnte der Dollar aus dem anderen keinen Nutzen ziehen.

Am Ende bleibt unklar, warum ausgerechnet der Euro gegenüber dem US-Dollar bereits gestern Mittag etwas Boden gut gemacht hat. Denn auch ein taubenhaftes Statement des Chefs der regionalen Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, dürfte den Handel nicht überrascht haben. Kashkari war einer der Mitglieder des Offenmarktausschusses, die gegen die Zinserhöhung vom vergangenen Mittwoch votiert hatten.

So konnte der Euro noch einmal zulegen und auch gegenüber anderen Valuten eine gewisse relative Stärke entwickeln. Allerdings muss er den wichtigen Widerstand bei 1,1885/90 nehmen, bevor er aus seiner neutralen Position hinausgehievt werden kann. An der Unterseite wäre mit Unterlaufen von 1,1740 wie gehabt erste und unterhalb von 1,1670 nachhaltigere Schwäche angezeigt.

GBP

EUR GBP (0,8840)

EUR GBP (0,8840)            

Es sind eigentlich kaum Neuigkeiten zum Brexit-Thema zu vernehmen. Aber allein schon das Ausbleiben solcher Nachrichten scheint manchen Händlern die Sorgenfalten auf die Stirn zu treiben. Vielleicht ist es aber auch gar nicht so sehr eine Sterling-Schwäche als vielmehr eine Euro-Stärke, die sich im gestrigen Anstieg des Währungspaars niedergeschlagen hat. Auch wenn sich der Euro während der vergangenen eineinhalb Wochen recht unauffällig mehr oder weniger seitwärts gerichtet entwickelt hat, sollte man auf jeden Fall im größerem Bild die Marke bei 0,8885 nicht aus den Augen verlieren. Denn dann wäre nicht nur die Pfundstärke, die Ende November begann, dahin, sondern es dürfte außerdem mit einer weiteren Euro-Befestigung in Richtung 0,8935 und 0,9020 zu rechnen sein. Die beste Unterstützung an der Unterseite liegt nun bei 0,8760.

CHF

EUR CHF (1,1660)

Dass die Regierung der Schweiz die Inflations- und Wachstumsprognosen für 2018 angehoben hat, scheint die Devisenhändler nicht zu beeindrucken. Und das, obwohl die Ökonomen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) nun für das kommende Jahr ein reales Wachstum des BIP von 2,3 Prozent erwarten. Tatsächlich etablierte sich gestern eine relative Euro-Stärke auch gegenüber dem Franken – jener bewegt sich nun so ziemlich in der Mitte seiner leicht steigenden Konsolidierungszone zwischen 1,1570 und 1,1745.

PLN

EUR PLN (4,1970)

Obgleich die polnischen Einzelhandelsumsätze deutlich stärker als erwartet gestiegen sind, hat sich der Zloty nur so weit befestigen können, dass der Euro mit Ach und Krach unter das wichtige Nachfrageniveau von 4,1970 gedrückt wurde. Dass es nicht zu stärkeren Abgaben gekommen ist, mag auch der gestern zu beobachtenden Stärke des Euro gegenüber vielen anderen Valuten zu verdanken sein. Unter dem Strich bleibt die Gemeinschaftswährung jedoch nun anfällig für weitere Schwäche in Richtung 4,1725. Der wichtigste Widerstand an der Oberseite bei 4,2245 stellt auch gleichzeitig den Stabilisierungspunkt dar.


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