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Wöchentliche Marktberichte

Dez 19, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Abstimmungstag(e)

USD

EUR USD (1,1790)

Nun ist es also soweit: Heute soll die US-Steuerreform vom Repräsentantenhaus abgesegnet werden – sie blieb auch gestern beherrschendes Thema. Das eigentliche Nadelöhr, die Abstimmung im Senat, soll ebenfalls heute oder morgen erfolgen und scheint nun auch nur noch eine Formalität zu sein, nachdem die beiden letzten Bedenkenträger (Marco Rubio und Bob Corker) zum Wochenende hin offensichtlich überzeugt worden waren. Da dürfte es auch nichts mehr ausmachen, dass der republikanische Senator John McCain wegen einer Behandlung die Abstimmung verpassen wird. Während der große Schritt, die Senkung des Unternehmenssteuersatzes von 35 auf 21 Prozent, wahrscheinlich den US-Aktienmärkten zugutekommen dürfte, interessieren sich Devisenhändler besonders für einen anderen Aspekt der Reform: für die Einmalsteuer auf von US-Unternehmen im Ausland gehaltene Gewinne in liquider Form. Der Steuersatz fällt mit 15,5 Prozent (bei weniger liquiden Anlagen sind es 8 Prozent) nun etwas höher als ursprünglich geplant aus – unabhängig davon, ob die Gewinne in die USA zurück transferiert werden oder nicht. Dennoch stellt diese einmal erhobene Steuer immer noch eine Ersparnis dar, wenn man sie mit dem heute noch gültigen 35-prozentigen Unternehmenssteuersatz vergleicht. Die im Ausland kumulierten Gewinne der Unternehmen sollen sich insgesamt auf mindestens 2 Billionen Dollar belaufen. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass viele der betroffenen Unternehmen zur Bezahlung dieser Steuerbelastung mindestens einen Teil dieser im Ausland liegenden liquiden Mittel in die USA zurückführen müssen. Wie hoch die auf Fremdwährung lautende Liquidität tatsächlich ist, die in diesem Fall in US-Dollar zu konvertieren wäre, ist derzeit noch völlig unklar.

Davon unabhängig hat sich der US-Dollar gestern leicht abgeschwächt, wodurch sich der Euro aber nicht aus seiner neutralen Position heraus hieven konnte. Dabei bleibt an der Oberseite eine wichtige Hürde bei 1,1880/85 (leicht modifiziert) zu nehmen. An der Unterseite würde der Euro nun mit Unterlaufen von 1,1740 in eine leicht und unterhalb von 1,1670 in eine deutlich schwächere Position gedrückt werden.

GBP

EUR GBP (0,8815)

Die Erwartungen der britischen Industrie bezüglich der Auftragseingänge sind nach einer gestern veröffentlichten Umfrage des Branchenverbandes CBI in den drei Monaten bis Dezember nicht nur optimistischer als erwartet ausgefallen, sondern befinden sich auch noch fast auf dem höchsten Niveau der vergangenen 30 Jahre. Davon konnte Sterling kurzfristig profitieren, doch zeigte sich diese relative Stärke vor allen Dingen gegenüber dem US-Dollar. Am Ende der europäischen Handelssitzung präsentierte sich der Euro daher in etwa dort, wo er sie begonnen hatte. Letztlich sehen wir die Gemeinschaftswährung weiterhin zwischen unserem ersten Nachfragepunkt bei 0,8740 und dem Widerstand bei 0,8885, dessen Überwinden für frische Impulse sorgen dürfte.

CHF

EUR CHF (1,1620)

Etwas schwächer zeigte sich der Euro am gestrigen Handelstag, allerdings ohne erkennbare neue fundamentale Einflussfaktoren. Dennoch verbleibt die Gemeinschaftswährung in ihrer leicht steigenden Konsolidierungszone zwischen 1,1570 und 1,1745.

PLN

EUR PLN (4,2060)

Die Löhne polnischer Unternehmen sind im November mit einem Anstieg von 6,5 Prozent im Jahresvergleich zwar hinter den Erwartungen vieler Ökonomen zurückgeblieben, haben aber den Zloty nicht unter Druck setzen können. Stattdessen testete der Euro sein wichtiges Nachfrageniveau bei 4,1970 – Auslöser für weitere Schwäche – und erholte sich später wieder. An der Oberseite ist nun 4,2275 als wichtigster Widerstand angezeigt.


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