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Dez 13, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

UK-Inflation schreckt nur Kommentatoren auf

USD

EUR USD (1,1750)

Manchmal ist es eben die Summe von mehreren nicht so bedeutenden Ereignissen, die einen Handelstag bestimmt. Das galt zumindest gestern für den Euro. Denn die veröffentlichten ökonomischen Daten wären für sich betrachtet eigentlich nicht geeignet, den Kurs der Gemeinschaftswährung vor der heute endenden Sitzung der US-Notenbank im Vergleich zu den Vortagen stärker unter Druck zu setzen. Angefangen etwa bei den ZEW-Indices für Deutschland und die Eurozone, die etwas hinter den Erwartungen der Ökonomen zurückblieben. Aber Stimmungs-Indices zu prognostizieren ist ja ohnehin eine recht schwierige Angelegenheit. Zumal hinter solchen Daten oftmals handfeste Positionierungen stehen. So gesehen weisen die jüngsten ZEW-Zahlen eine gewisse Gemeinsamkeit mit der guten Stimmung an den heimischen Aktienmärkten während der vergangenen Wochen auf. Der eigentliche Anlass für den Euro-Abverkauf dürfte indes wahrscheinlich eher in der Entwicklung der US-Produzentenpreise zu finden sein, die sowohl im Jahresvergleich als auch bei der Kernrate gegenüber dem Vormonat etwas über den Erwartungen lagen. Zahlen, die die Einstellung der US-Notenbanker per se jedoch nicht verändert haben dürften.

Gut möglich, dass ein Gerücht der Republikaner am gestrigen Abend, es könne noch am selben Tag zu einem vorläufigen Steuerdeal in den USA kommen, bullishe Dollar-Fantasien bei einigen Akteuren ausgelöst hatte. Obwohl dieses kolportierte Statement keine Details zu einem etwaigen Kompromiss enthielt. Dass dieser noch im alten Jahr gefunden wird, ist umso wichtiger, als der US-Demokrat Doug Jones bei der Senatsnachwahl in Alabama mit knapper Mehrheit über seinen umstrittenen republikanischen Kontrahenten Roy Moore obsiegte. Denn damit verändern sich auch die Kräfteverhältnisse im Senat (frühestens ab dem 26. Dezember), da die Republikaner nach diesem Verlust ihrer Hochburg in Alabama nur noch über eine Mehrheit von 51 zu 49 Stimmen verfügen.

Daher hat sich der Euro heute früh auch erholen können, wobei nunmehr zwei gute Unterstützungen an der Unterseite auszumachen sind, von denen die wichtigere, weil richtungsweisend, bei 1,1635 liegt. Auf der anderen Seite kann das derzeitige Abwärts-Momentum bereits durch Überschreiten von 1,1815 weitgehend neutralisiert werden, eine endgültige Stabilisierung kann jedoch erst oberhalb von 1,1840 stattfinden.

GBP

EUR GBP (0,8820)

Die Kraft der runden Zahlen scheint auch für die britische Inflationsrate zu gelten. Zumindest schien es unter den Kommentatoren allerhand Aufregung gegeben zu haben, weil die Konsumentenpreise in Großbritannien gegenüber dem Vorjahr im November mit 3,1 Prozent etwas stärker als erwartet ausgefallen waren – die Kernrate blieb mit 2,7 Prozent übrigens im Rahmen der Prognosen. Und weil die Inflation erstmals seit März 2012 wieder über der 3-Prozent-Marke liegt, muss nun Notenbankchef Mark Carney dem britischen Schatzkanzler diese Abweichung von mehr als einem Prozent vom Inflationsziel erklären. Die Pfund-Händler hat dies nicht allzu sehr beeindruckt, weswegen auch der Euro nicht markant nach unten gedrückt wurde. Dieser verbleibt damit auch innerhalb seiner ehemaligen Konsolidierungszone (0,8720-0,9020) und entwickelt derzeit für viele Akteure nach dem Verkaufssignal vor einigen Tagen zu wenig Abwärtsmomentum. Tatsächlich zeichnet sich diesbezüglich sogar eine Fehlentwicklung ab, die nach Überschreiten von 0,8885 bestätigt und danach einen Test der früheren Obergrenze bei 0,9020 auslösen würde.

CHF

EUR CHF (1,1640)

Obgleich der Euro gestern erneut etwas Federn lassen musste, bleibt der Gesamteindruck der Gemeinschaftswährung, die sich immer noch innerhalb einer Konsolidierungszone zwischen 1,1565 und 1,1740 bewegt, positiv. Dies gilt zumindest, solange sich der Kurs oberhalb von 1,1590 aufhält. Übrigens ist es bemerkenswert, dass dieser Punkt das untere Ende einer Handelsspanne vom 1. Dezember  markiert, die seither weder unterschritten noch an deren oberem Ende (1,1735) überschritten wurde.

PLN

EUR PLN (4,2070)

Keine Überraschung gab es auch hinsichtlich der gestern publizierten Kerninflationsrate der polnischen Zentralbank, die für November mit einem Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr den Erwartungen entsprach. Unterdessen bleibt das Abwärtsrisiko für den Euro bis 4,1700 erhalten, nachdem der Stabilisierungspunkt bei 4,2180 (leicht modifiziert) gestern nicht ausreichend überwunden wurde.


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