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Wöchentliche Marktberichte

Dez 07, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Reform nicht eingepreist

USD

EUR USD (1,1790)

Auch gestern musste der Euro zum vierten Mal in Folge gegenüber dem US-Dollar Federn lassen, wobei sich an der grundlegenden Gemengelage nicht allzu viel geändert hat. Tatsächlich sind die beiden beherrschenden Themen die US-Steuerreform sowie ein möglicherweise drohender Government Shutdown mit Ablauf des 8. Dezember, zu dem es keine Neuigkeiten gibt und der die Händler zurzeit auch nicht zu beschäftigen scheint. Auch die britische Financial Times beschäftigte sich gestern mit der US-Steuerreform und stellte insbesondere Überlegungen an, welche Auswirkungen der Vorschlag der Republikaner haben könnte, im Ausland unterhaltene Gewinne von US-Unternehmen mit einem einmaligen Vorzugssteuersatz zu belegen. Dieser soll nach den derzeit vorliegenden unterschiedlichen Gesetzentwürfen für den Senat und das Repräsentantenhaus nicht mehr als 14,5 Prozent auf Gewinne, die in liquider Form gehalten werden, betragen. Der Steuersatz sollen auf jeden Fall für die im Ausland befindlichen Gewinne angesetzt werden, egal, ob diese tatsächlich in die USA zurückfließen oder dort verbleiben. Immerhin handelt es sich um Geld, dass nach der derzeitigen Gesetzgebung, sofern es in die USA transferiert würde, noch einem Unternehmenssteuersatz von 35 Prozent unterliegen würde. Unterdessen schätzt der Kommentator, dass viele US-Unternehmen selbst für den niedrigen Steuersatz von 14,5 Prozent womöglich nicht genügend Rücklagen gebildet hätten. Weswegen im Ausland befindliche (reichliche) Liquidität in die USA zurückgeführt werden müsste. Liquidität, die nach Schätzungen von Marktbeobachtern bis zu 40 Prozent in Fremdwährung gehalten werden und im Rahmen der notwendig werdenden Repatriierungen gegen US-Dollar verkauft werden müssten. Man muss indes davon ausgehen, dass – so ist zu hören – die derzeitigen Wechselkurse diese etwaigen zukünftigen Kapitalströme nicht angemessen berücksichtigen.

Mag sein, dass deshalb auch der Euro gestern seinen Rückzug unaufgeregt fortsetzte und unsere Schlüsselunterstützung bei 1,1785/90 testete, von der er sich seit gestern Nachmittag nicht mehr richtig lösen kann. Sollte dieses Niveau am Ende fallen (wie immer wären 10 Stellen Durchstoß erforderlich), wäre die Chance auf neue Jahreshochs dahin. Vielmehr drohen dann Kursrückgänge in Richtung 1,1710 oder 1,1605.

GBP

EUR GBP (0,8815)

Es ist nicht ganz klar, ob wir am gestrigen Handelstag bei diesem Währungspaar eher eine leichte Pfund-Stärke oder Euro-Schwäche zu sehen bekommen haben. Vielleicht hält sich der Wechselkurs deswegen relativ gut inmitten seiner Konsolidierungszone (0,8720-0,9020), weil nicht nur Großbritannien als Verlierer bei den derzeitigen Brexit-Verhandlungen mit der EU von dannen ziehen würde, sollten diese scheitern. Tatsächlich müsste die EU großes Interesse daran haben, der britischen Premierministerin Theresa May irgendwie aus ihrer Zwickmühle heraus zu helfen. Denn nicht nur die nordirische DUP, sondern auch die Anhänger eines harten Brexit innerhalb der eigenen Fraktion lassen der Premierministerin derzeit praktisch keinen Handlungsspielraum. Immerhin scheint man sich um eine Lösung zu bemühen, von einer neuen Sprachregelung bei den Grenzproblemen zwischen Nordirland und der Republik Irland ist nun die Rede. Und mehrere Umfragen zeigen (vgl. FT), dass die Briten immer noch mehrheitlich zu ihrer Brexit-Entscheidung stehen. Allerdings hat sich vor allen Dingen unter den so genannten „Brexiteers“ der Anteil derjenigen im Vergleich zu Februar deutlich verringert, die von den Verhandlungen einen guten Deal für Großbritannien erwarten.

CHF

EUR CHF (1,1675)

Die Entwicklung des Schweizer Konsumentenpreis-Index ist im November gegenüber dem Vormonat mit -0,1 Prozent etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Allerdings schlug sich dies nicht wirklich im Wechselkurs nieder. Tatsächlich bewegte sich der Euro gestern gegenüber dem Franken in einer recht engen Handelsspanne und macht derzeit keine Anstalten, eine der Grenzen seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1560/65 und 1,1740 in Angriff zu nehmen.

PLN

EUR PLN (4,2120)

Die relativ taubenhaften Kommentare des Präsidenten der polnischen Zentralbank, Adam Glapinski, im Gefolge der Sitzung vom vergangenen Dienstag, u. a. die Zinsen bis Ende 2018 unverändert zu lassen, setzt seither den Zloty leicht unter Druck. Deswegen hat sich auch der Euro wieder ein Stückchen nach oben geschoben, aber es hat nicht gereicht, den Stabilitätspunkt bei 4,2170 (geringfügig modifiziert) ausreichend zu durchbrechen. Deswegen bleibt unser abwärts gerichteter Ausblick für die Gemeinschaftswährung in Richtung 4,1700 noch gültig. Zumal oberhalb des Stabilitätspunkts die Bäume vorerst auch nicht in den Himmel wachsen dürften (4,2320).


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