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Wöchentliche Marktberichte

Nov 30, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Britischer Verhandlungs-Optimismus

USD

EUR USD (1,1865)

Wenn sich Bundesbankpräsident Jens Weidmann zu Wort meldet, wissen die meisten Akteure, was sie zu erwarten haben: falkenhafte Statements. Und eigentlich wäre auch die gestrige Stellungnahme Weidmanns nicht von besonderer Bedeutung, da er sich wieder einmal skeptisch über das quantitative Lockerungsprogramm äußerte, dessen Notwendigkeit er bekanntermaßen bezweifelt. Wenn er darüber hinaus davon ausgeht, dass die Wachstumsvorhersagen der Europäischen Zentralbank möglicherweise nach oben korrigiert werden müssten, ist er allerdings nicht mit seiner Meinung alleine. Denn diese Ansicht scheint sich innerhalb des Rates immer mehr durchzusetzen. Und so gibt es – wenn auch Händler gestern auf dieses Statement überhaupt nicht reagierten – immerhin den einen oder anderen Kommentator, der sich vorstellen kann, dass EZB-Präsident Mario Draghi das Anleihekaufprogramm früher als gedacht zurückfahren könnte. Dass die vorläufigen deutschen Konsumentenpreise mit einem Plus von 0,3 Prozent im November etwas stärker als erwartet gegenüber dem Vormonat ausgefallen waren, wurde ebenso von den Händlern abgetan. Umso mehr wurde die erste Revision des US-Wachstums für das dritte Quartal – es entsprach weitgehend den Erwartungen der Ökonomen – geradezu beklatscht, handelt es sich dabei doch um den höchsten Wert seit drei Jahren. Fast schon wie eine Abschiedsveranstaltung fühlte sich die Anhörung der noch amtierenden Fed-Präsidentin Janet Yellen vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongresses an. Aber die Warnungen der Fed-Chefin vor einer deutlichen Erhöhung der öffentlichen Verschuldung infolge der Steuerreform dürften genauso ungehört verhallt sein wie die Bekräftigung, dass die Fed an ihrer Strategie schrittweiser Zinssteigerungen festhalten werde.

Am Ende des Tages zeigte sich der Euro wenig verändert, sollte allerdings seinen jüngste Rücksetzer möglichst bald wettmachen machen, da die Schlüsselmarke für die Fortsetzung der gegenwärtigen Aufwärtsbewegung in Richtung neue Jahreshochs auf nunmehr 1,1795/05 deutlich angehoben werden muss.

GBP

EUR GBP (0,8810)

Das Pfund gewinnt weiter an Boden. Dieses Mal war es ein Medienbericht, demzufolge nicht nur der Durchbruch bei der Endabrechnung der Brexit-Kosten zwischen den Unterhändlern Großbritanniens und der EU, sondern auch eine Einigung hinsichtlich des Grenzübertritts zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich in greifbarer Nähe stehen soll. Viel erstaunlicher ist jedoch, dass nun selbst größte Anhänger eines harten Brexit und Kritiker der britischen Premierministerin Theresa May innerhalb des Kabinetts dieser nicht mehr die Gefolgschaft verweigern und somit ein erhöhtes Angebot Großbritanniens hinsichtlich der Scheidungskosten mit der EU unterstützen. Am Ende darf jedoch nicht vergessen werden, dass sich die Verhandlungspartner trotz des in der Diskussion stehenden neuen britischen Angebots noch einigen müssen. Damit bleibt der Euro gegenüber dem Pfund innerhalb seiner Konsolidierungszone, die nach wie vor zwischen 0,8720/25 und 0,9020 verläuft, unter Druck – zumindest solange sich die Gemeinschaftswährung unterhalb von 0,8910 bewegt.

CHF

EUR CHF (1,1680)

Fritz Zurbruegg, stellvertretender Chef des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, machte gestern einmal mehr deutlich, dass der Franken immer noch hoch bewertet sei. Auch sei die Zentralbank im Falle einer wieder aufflammenden Frankenstärke durchaus bereit, mit Interventionen dagegenzuhalten. Denn trotz der Frankenschwäche nach den französischen Wahlen in diesem Jahr bliebe die Währung anfällig für Safe-Haven-Zuflüsse in Krisenzeiten. Aber genauso wenig wie die verbesserten Konjunkturaussichten (Crédit Suisse Economic Expectations) übte auch die Rede (ohne neue Erkenntnisse) nachhaltig Einfluss auf den Kurs aus. Der Euro bleibt oberhalb von 1,1640 mit leichter Tendenz zur Stärke innerhalb des größeren Bandes zwischen 1,1550 und 1,1730.

PLN

EUR PLN (4,2020)

Eine Welle von Stop-Loss-Verkäufen hat den Euro gestern angeblich zu Handelsbeginn temporär bis auf 4,1870 gedrückt, bevor die Gemeinschaftswährung diesen Verlust wieder komplett wettmachen konnte. Dennoch bleibt der Euro im Abwärtstrend in Richtung 4,1700, während das Niveau für eine kurzfristige Stabilisierung nunmehr bereits bei 4,2250 liegt.


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