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Nov 28, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Auf den letzten Drücker

USD

EUR USD (1,1905)

Es wird wahrscheinlich frühestens Donnerstag werden, bis der US-Senat über das Steuerpaket abstimmen wird. Und dabei ist es immer noch nicht sicher, dass dieses für US-Präsident Donald Trump prestigeträchtige Vorhaben wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse den Senat überhaupt passieren wird. Dort darf es bei der Abstimmung nicht mehr – bis gestern schienen noch sechs Stimmen zu fehlen – als zwei republikanische Abweichler geben, da sich unter den Demokraten kaum jemand finden dürfte, der für die Reform votieren würde. Kein Wunder also, dass verschiedene Interessengruppen offensichtlich auf den letzten Drücker noch versuchen wollen, den ein oder anderen wankelmütigen republikanischen Senator zu überzeugen. Das ging gestern so weit, dass sich sogar der Washingtoner Chefkorrespondent des Wirtschaftsnachrichtensenders CNBC, John Harwood, gegen die Steuerreform äußerte. Zum einen, weil über sämtliche Parteigrenzen hinweg die meisten Ökonomen davon ausgehen, dass diese das Wirtschaftswachstum nicht wesentlich anheizen wird. Stattdessen würde die Staatsverschuldung – zuletzt war von einer Summe von 1,4 Billionen Dollar die Rede – deutlich erhöht. Vor allem aber würden von der Reform nur die einkommensstärksten Amerikaner profitieren, so Harwood. Allerdings wies er auch auf die Warnungen republikanischer Parteiführer und Geldgeber hin, falls die Abstimmung scheitern sollte, dass dies nicht ohne negative Auswirkungen auf die Zwischenwahlen im Jahr 2018 bleiben würde. Dass die Steuerreform im privaten Sektor tatsächlich nur den Reichen zugutekäme und die ärmeren Schichten viel stärker benachteiligt würden als ursprünglich vermutet, zeigen auch zwei überparteiliche Studien, die gestern in der „Washington Post“ präsentiert wurden. Aber auch vom stellvertretenden Chef im Offenmarktausschuss der US-Notenbank gab es hinsichtlich des Steuerpakets Vorbehalte, da ein derartiger ökonomischer Stimulus derzeit nicht vonnöten wäre, so William Dudley.

Auch wenn die Bedenken in Hinblick auf die Chancen einer schnellen Umsetzung des Steuerpakets auch gestern auf dem US-Dollar lasteten, konnte er möglicherweise, wenngleich nur geringfügig, von den besser als erwartet ausgefallenen Neubauverkäufen profitieren. Vielleicht half ihm auch ein Tweet von Donald Trump, der sich lobend zur von ihm selbst initiierten Steuerreform äußerte. Aber immerhin gelang es gestern dem Euro, trotz fehlender wichtiger ökonomischer Daten eine weitere Hürde an der Oberseite auf dem Weg zu neuen Jahreshochs (und danach mittelfristig 1,2460) zu überwinden. Damit das positive Momentum erhalten bleibt, darf nun 1,1775 nicht mehr unterlaufen werden; zuvor erwarten wir bei 1,1865 gute Nachfrage.

GBP

EUR GBP (0,8930)

Die von der EU an die britische Premierministerin Theresa May gerichtete Aufforderung, binnen zehn Tagen ein verbessertes „Scheidungsangebot“ in Sachen Brexit – einschließlich einer Regelung des irischen Grenzübergangs zum Vereinigten Königreich – abzugeben, hat den Kurs des Pfundes gegenüber dem Euro gestern nicht wesentlich verändert. Tatsächlich ist es bemerkenswert, wie gut sich das britische Pfund trotz der vielen mittel- und langfristigen Bedenken von Händlern und Investoren hält. Der Euro bleibt am Ende innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 0,8725 und 0,9020 und zeigt sich in diesem Band stabil, solange die 0,8870er Unterstützung nicht verletzt wird.

CHF

EUR CHF (1,1685)

Die gestern bekannt gewordene verbesserte Beschäftigungslage in der Schweiz im dritten Quartal (vgl. Bundesamt für Statistik) hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Einfluss auf die nicht einmal 50 Stellen breite Handelsspanne des Euro gegenüber dem Franken. Jener dürfte sich auch heute innerhalb seines Bandes – mit ganz leichter Tendenz zur Stärke – zwischen 1,1550 und 1,1730 bewegen. Gute Unterstützung liegt immer noch bei 1,1640.

PLN

EUR PLN (4,2100)

Der Euro konnte sich gestern ohne den Einfluss neuer ökonomischer Daten etwas erholen, bleibt aber in seiner angeschlagenen Lage mit Tendenz zur Schwäche bis 4,1700. Das Stabilisierungsniveau für die Gemeinschaftswährung hat sich nun auf 4,2300 ermäßigt.


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