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Nov 27, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Und wieder ist der Dollar schwach

USD

EUR USD (1,1925)

Unter den Marktteilnehmern scheint weitgehend Einigkeit zu herrschen, wenn es um die Begründung geht, warum der Euro am vergangenen Freitag seinen Aufwärtstrend so imposant fortsetzen konnte. Zum einen wird da der Ifo-Geschäftsklimaindex genannt, der in Deutschland ein neues Rekordhoch erreichte. Zum anderen, weil sich die Chancen auf eine Regierungsbildung hierzulande merklich gebessert haben sollen. Aber auch der gegenüber einem Korb aus verschiedenen Valuten schwächere Dollar-Index hat letztlich auch zur relativen Stärke der Gemeinschaftswährung beigetragen. Dabei dürften die leicht enttäuschend ausgefallenen ISM-Einkaufsmanager-Indices nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Tatsächlich gibt es zwei große Themenblöcke, die derzeit auf dem Greenback lasten. Der augenscheinlichere von beiden ist die ungewisse Ausgangslage für die große US-Steuerreform. Zwar könnte der Senat bereits am kommenden Donnerstag über dieses für US-Präsident Donald Trump enorm prestigeträchtige Vorhaben abstimmen. Aber selbst wenn in diesem Gremium die erforderliche Mehrheit – sie ist keineswegs gewiss – zustande kommen sollte, bliebe im Anschluss noch viel zu verhandeln. Denn das über zehn Jahre verteilte, netto zirka 1,5 Billionen Dollar schwere Paket liegt dem Senat und dem Repräsentantenhaus jeweils in zwei recht unterschiedlichen Versionen vor. Vor allem bezüglich der Höhe der Steuersätze.

Der zweite, nicht so auffällige Themenblock umfasst eine sich möglicherweise verändernde Einschätzung der Inflationsentwicklung der US-Notenbank (vgl. FOMC-Protokoll der vergangenen Woche), die schleppender zu verlaufen scheint als gewünscht. Damit scheint es alles andere als gewiss, dass die Fed, wie von einigen ihrer Vertreter gedacht, im kommenden Jahr mit drei Zinserhöhungen aufwarten wird. Zur jüngsten Stärke des Euro dürfte allerdings nicht nur eine Neu-, sondern auch eine Unterschätzung der bestehenden Marktsituation beigetragen haben. Zumindest spricht der impulsive Verlauf seines Anstiegs auch für eine Serie von Stopp-Loss-Käufen. Die Euro-Nachfrage ist jedenfalls so stark, dass wir oberhalb von 1,1945 ein neues Jahreshoch, danach mittelfristig (möglicherweise bis Mitte Januar 2018) sogar 1,2460 ins Kalkül ziehen. Im Falle von Rücksetzern erwarten wir jedenfalls erste Nachfrage verspäteter Euro-Käufer bei 1,1860 – die Marke bei 1,1760 sollte zum Erhalt der vorliegenden Aufwärtsdynamik nicht unterlaufen werden.

GBP

EUR GBP (0,8950)

Aufatmen auch bei den Pfund-Händlern. Denn sowohl das mögliche Ende der politischen Hängepartie in Deutschland als auch das bevorstehende Treffen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit der britischen Premierministerin Theresa May am 4. Dezember haben offensichtlich eine positive Stimmung verbreitet. Dennoch war der Euro am Ende etwas stärker, weshalb wir innerhalb der Konsolidierungszone, die zwischen 0,8725 und 0,9020 verläuft, für diesen eine stabile Situation vorfinden. Das gilt vor allem, solange die Unterstützung bei 0,8870 nicht verletzt wird. Damit ist auch, wie am vergangenen Freitag bereits angedeutet, die Obergrenze dieses breiten Bandes leichter als die Unterseite zu überwinden.

 

CHF

EUR CHF (1,1685)

Auch gegenüber dem Franken hat der Euro seine leichte Tendenz zur Stärke zum Wochenende durchsetzen können – trotz der verbesserten schweizerischen Industrieaufträge und -produktion im dritten Quartal dieses Jahres. Allerdings ist die Chance recht hoch, dass das Währungspaar zunächst innerhalb eines Bandes zwischen 1,1550 und 1,1730 verbleiben wird. Die beste Unterstützung liegt nun bei 1,1640.

PLN

EUR PLN (4,2070)

Dass die am Freitag veröffentlichte polnische Arbeitslosenquote – sie ist im Oktober auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1990 gefallen – keinen wesentlichen Einfluss auf den Zloty haben würde, kam angesichts der hochgesteckten Erwartungen der Ökonomen nicht überraschend. Der Euro bleibt in seiner angeschlagenen Situation und sollte diese Tendenz bis 4,1700 fortsetzen. Eine Stabilisierung ist indes erst oberhalb von 4,2320 möglich.


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