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Wöchentliche Marktberichte

Nov 24, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Brexit: Juncker will für Klarheit sorgen

USD

EUR USD (1,1845)

Eigentlich war es nicht anders zu erwarten: Der Aktivitätsdrang an den Finanzmärkten hielt sich gestern wegen des Thanksgiving-Feiertages in den USA in engen Grenzen. Warum der Euro gegenüber dem US-Dollar ausgerechnet an diesem umsatzschwachen Handelstag fast auf sein Zwei-Wochen-Hoch stieg und somit nun auch kurz davor steht, die höchsten Kurse seit mehr als zwei Monaten in Angriff zu nehmen, konnten weder Devisenhändler noch -analysten schlüssig beantworten. Stattdessen hieß es lapidar: Durch den Markt schwappe derzeit ein „generell Euro-positiver Stimmungstrend“. Dieser verleihe der Gemeinschaftswährung den nötigen Rückenwind. Allgemeiner und austauschbarer lassen sich Kursbewegungen kaum kommentieren.

Tatsächlich wurden jetzt einige europäische Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht, deren Ergebnisse sich leicht oberhalb der Markterwartungen bewegten. Sie stellten jedoch weder eine echte Überraschung geschweige denn ein Key-Event im Datenkalender dar – das gilt auch für das (endgültige) deutsche Bruttoinlandsprodukt, das im dritten Quartal um 0,8 Prozent über dem Vorquartal lag. Deutlich interessanter war hingegen das gestern veröffentlichte EZB-Protokoll. Es sorgte marktübergreifend für einigen Gesprächsstoff. Insbesondere die Tatsache, dass sich Notenbanker aus Sorge vor heftigen Marktreaktionen dagegen entschieden haben, ein Enddatum für das Anleihekaufprogramm zu benennen, dürfte die Fantasie einiger Marktteilnehmer, die eine geldpolitische Kursänderung erwarten, anregen. Denn sie wissen nun, was die EZB-Führung eigentlich gerne aussprechen würde, jedoch vorsichtshalber nicht auszusprechen gewillt ist.

Der Euro sitzt kurzfristig sicher im Sattel und wird sein stabiles Umfeld auch nicht verlieren, solange die 1,1705er Marke nicht verletzt wird. Auf der Oberseite sehen wir den Euro jenseits des 1,1870er Widerstands bis auf 1,1945 bzw. auf ein neues Jahreshoch vorpreschen.

GBP

EUR GBP (0,8915)

Zum Glück kann sich die britische Wirtschaft auf ihre Verbraucher verlassen. Ihrer Konsumaffinität hat sie schließlich das solide Wachstum im dritten Quartal zu verdanken. Wie das Statistikamt ONS am Donnerstag in einer zweiten Schätzung mitteilte, wuchs die Wirtschaftsleistung (BIP) von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent. Das hatten Händler und Analysten aber mehr oder weniger genauso erwartet. In Sachen Brexit-Verhandlungen kam es aber immerhin zu einer bemerkenswerten Entwicklung: Diesmal waren es nämlich nicht die Briten, die lauthals die nächste Ankündigung inszenierten. Vielmehr war es ein EU-Vertreter, genauer: Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker höchstselbst. Er versprach, bald Klarheit in die verworrene Situation zu bringen. Dazu will er den Stand der Verhandlungen mit der britischen Premierministerin Theresa May am 4. Dezember erörtern. Sterling-Händler haben nun immerhin einen klaren Termin, auf den sie hinarbeiten können. Der Euro verschiebt seine Aktivitäten gegenüber dem Pfund in die obere Hälfte der zwischen 0,8725 und 0,9020 verlaufenden Konsolidierungszone, deren Oberkante leichter zu knacken sein dürfte als deren Boden.

CHF

EUR CHF (1,1630)

SNB-Chef Thomas Jordan sandte gestern klare Worte in Richtung USA. Diese hatte die Geldpolitik der SNB in jüngster Vergangenheit wiederholt kritisiert. Jordan meinte, die internationale Diskussion zu den Interventionen der SNB und den hohen Leistungsbilanzüberschüssen der Schweiz werde oft „hitzig und nicht immer sachlich geführt“. Marktinterventionen seien aufgrund der allgegenwärtigen Negativzinsen nötig, um den Auftrag der Preisstabilität nachzukommen. Die Leistungsbilanz hingegen unterliege zahlreichen Verzerrungen durch Sonderfaktoren. Der Euro hat gegen den Franken seit mehr als einer Woche das Nachsehen. Es spricht vieles dafür, dass er in einer Range zwischen 1,1550 und 1,1730 bleiben wird – solange 1,1580 gehalten wird, wenngleich mit ganz leichter Tendenz zur Stärke.

PLN

EUR PLN (4,2070)

Gemäß des Sitzungsprotokolls, das gestern veröffentlicht wurde, rechnet die Mehrheit der Notenbanker damit, dass die polnische Zinsen in den kommenden Quartalen stabil und die Teuerung in der Nähe des gesteckten Inflationsziels bleiben werden. Unabhängig davon blühen bei Zloty-Händlern derzeit Zinsphantasien. Der Euro tendiert schwach, und diese Tendenz sollte sich nun bis 4,1700 fortsetzen. An eine Stabilisierung ist derzeit nicht zu denken, da sie frühestens oberhalb von 4,2350 erreicht werden kann.


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