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Wöchentliche Marktberichte

Nov 22, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Brexit-Gespräche: May drückt auf die Tube

USD

EUR USD (1,1740)

Vom jüngsten Rückschlag, der ihn zu Wochenbeginn in Richtung der 1,17er Marke drückte, konnte sich der Euro im gestrigen Tagesverlauf nur teilweise erholen. Angesichts des positiven Kursverlaufs des deutschen Aktienmarktes, der erneut deutlich zulegen konnte, wäre es nicht angebracht, von „politischen Störfaktoren“ oder gar einer „politischen Krise“ in Deutschland und einem entsprechend negativen Einfluss auf den Euro zu sprechen. Einige Marktkommentatoren ließen sich aber – wohl aufgrund des ansonsten dünnen Nachrichtenkalenders – nicht davon abbringen, bei jeder noch so kleinen Kursdelle des Euro das überraschende Scheitern der deutschen Koalitionsverhandlungen wieder aufs Tapet zu bringen.

Weit überraschender war jedoch, dass in den USA die Verkäufe bestehender Häuser im Oktober deutlich zugelegt haben – im Monatsvergleich um 2,0 Prozent. Erwartet wurde lediglich ein Plus von 0,2 Prozent. Der Markt honorierte diese Zahl aber nicht mit US-Dollar-Käufen. Im Gegenteil, der Euro tendierte im US-Handel freundlich. Dies wiederum könnte durchaus auch an den Worten des EZB-Ratsmitglieds Benoît Cœuré gelegen haben. In Europa wurde gegen Abend dessen Interview mit dem Handelsblatt veröffentlicht. Darin äußert er sich zuversichtlich, dass die monatlichen Anleihekäufe nicht mehr dauerhaft notwendig seien. Damit weckte er bei einigen Händlern wohl Hoffnungen, dass bei der EZB Bereitschaft zu geldpolitischen Kursänderungen vorhanden ist.

Für den Euro bleibt aber erst einmal alles beim Alten: Er behält seine Stabilität, solange die Unterstützung bei 1,1660 (modifiziert) Bestand hat. Auf der Oberseite liegt der Auslöser für positive Impulse indes erst bei 1,1880/85.

GBP

EUR GBP (0,8860)

Die britische Premierministerin Theresa May macht Tempo: Sie kündigte gestern Abend an, die Verhandlungen mit der EU über ein Handelsabkommen für die Zeit nach dem Brexit vorantreiben zu wollen, was per se vielversprechend klingt. Ins gleiche Horn stieß kurz vor ihr auch Brexit-Minister David Davis: "Ein Deal mit der EU ist nicht nur das mit Abstand wahrscheinlichste Ergebnis, sondern auch das Beste für unser Land", sagte er. So weit, so verständlich. Die Sache hat nur einen Haken: Die Verhandlungen kommen seit Wochen nicht voran, und die Briten sehen sich einem Ultimatum der EU gegenüberstehen, dessen Zeit schon zur Hälfte verstrichen ist. Sie haben nun noch eine Woche, in der sie sich flexibel zeigen und für Klarheit sorgen können – insbesondere was die Höhe der Zahlung betrifft, die an die EU zu entrichten ist. Flexibilität und Klarheit waren aber bislang nicht die Stärke der britischen Verhandlungsdelegation. Vermutlich deshalb ließen sich Pfund-Händler nicht von den vollmundigen Ankündigungen beeindrucken. Genauso wenig wie vom positiven Unternehmensumfrageergebnis des britischen Industrieverbands CIB. Dessen Stimmungsbarometer kletterte auf das höchste Niveau seit gut zwei Jahrzehnten. Sterling verbrachte gestern die meiste Zeit damit, in einer engen Spanne um das Vortagesschlussniveau herum zu kreisen. Das Währungspaar verbleibt somit weiter innerhalb seiner breiten Konsolidierungszone zwischen 0,8725 und 0,9020.

CHF

EUR CHF (1,1630)

Der Euro handelte gestern ausschließlich innerhalb der Vortageshandelsspanne und somit in komfortablem Abstand zu unserem ersten Nachfrageniveau bei 1,1580. Er strebt zwar nach wie vor in einem Mini-Trend nach oben und könnte dabei 1,1745 erreichen. Möglicherweise ist durch die plötzliche Abwärtsbewegung zu Wochenbeginn aber auch lediglich eine neue Handelsspanne, die zwischen 1,1550 und 1,1730 verlaufen könnte, etabliert worden.

PLN

EUR PLN (4,2190)

Polens Finanzministerium gab gestern bekannt, Euro-Bonds im Gegenwert von 300 Millionen Euro im Rahmen einer Privat-Platzierung veräußert zu haben. Der Euro schwächelte den ganzen Tag, rutschte stetig bis auf 4,2150, unserem Auslöser für weitere Abwärtsbewegungen in Richtung 4,1700. Um die Lage kurzfristig zu entspannen, müsste der Euro hingegen umgehend die Marke von 4,2510 überwinden.

HUF

EUR HUF (313,10)

Die ungarische Notenbank ließ gestern den Leitzins wie erwartet unangetastet, wies aber darauf hin, weiterhin niedrige Finanzierungskosten anzustreben, um die Wirtschaft zu unterstützen. Der Euro stieß kurz bis auf 314,15 vor, gab im Verlauf aber die Hälfte des Tagesgewinns wieder ab. Nach oben besteht Raum bis 315,80, während eine kurzfristig kritische Unterstützung bei 311,80 zu finden ist.


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