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Nov 17, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Steuerreform in zwei Versionen

USD

EUR USD (1,1800)

Nach den fast schon stürmisch anmutenden vorherigen Handelstagen ist jetzt beim Euro etwas Ruhe eingekehrt. Sicherlich hätte man über das eine oder andere Wirtschaftsdatum diskutieren können, aber aus der Eurozone gab es nur die endgültigen Konsumentenpreisdaten für Oktober zu begutachten, die naturgemäß keine Überraschung mit sich brachten. Und bei den US-Daten stachen die mit 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegenen Importpreise hervor, die jedoch recht deutlich unter den Erwartungen lagen. Genauso wie der Philly Fed Index, der etwas enttäuschte. Dafür überraschten die Zahlen zur Industrieproduktion wiederum positiv. Dass es im Handel so ruhig blieb, mag möglicherweise mit dem von den Republikanern gestern dem US-Repräsentantenhaus vorgelegten Entwurf zur Steuerreform zusammenhängen. Zwar wurde das Paket, dessen Ziel unter anderem eine Senkung der Unternehmenssteuer von 35 auf 20 Prozent sein soll, dort durchgewunken, doch steht die eigentlich schwierige Abstimmung im Senat in der kommenden Woche am Freitag nach dem Thanksgiving Day noch aus. In diesem Gremium verfügen die Republikaner nur über eine Mehrheit von zwei Stimmen, wobei völlig unklar ist, ob dort der – übrigens anderslautende – Gesetzentwurf überhaupt durchkommen wird. Denn zur Finanzierung der Reform wäre am Ende doch noch ein Eingriff in die so genannte Obamacare-Versicherungspflicht vonnöten, um die fast unversöhnlich scheinenden Gruppen von Steuersenkern und Gegnern einer höheren Staatsverschuldung unter einen Hut zu bekommen.

Unterdessen hat sich an der Situation des Euro praktisch nichts geändert, der nun den nächsten Widerstand bei 1,1880/85 überwinden muss, um einen vorzeigbaren Aufwärtstrend kreieren zu können. An der Unterseite darf für den Erhalt dieses stabilen Szenarios 1,1670 nicht verletzt werden, während wir zuvor Nachfrage bei 1,1730 erwarten.

GBP

EUR GBP (0,8925)

Zwar lagen die britischen Einzelhandelsumsätze im Oktober mit einem Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat etwas über den Erwartungen, aber ein Vergleich mit Oktober 2016 förderte mit -0,3 Prozent den ersten Rückgang seit dem Jahr 2013 zu Tage. Wenn man bedenkt, dass die Reallöhne in den drei Monaten bis Ende September gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent gesunken sind, wird deutlich, dass die Verbraucher ihre Einkäufe weiter zurückfahren mussten. Für die Händler war indes eine Rede von Mark Carney möglicherweise wichtiger. Der Chef der Bank von England äußerte nämlich, er sähe weitere Zinserhöhungen kommen, sofern sich die Wirtschaft Großbritanniens entsprechend der Projektion der Zentralbank entwickeln würde. Zählt man noch die Stimme des stellvertretenden BoE-Chefs Ben Broadbent vom Vortag hinzu, steht Carney mit dieser Meinung wohl nicht alleine da. Mehr noch scheinen solche Schritte derzeit nicht eingepreist. So musste der Euro ein paar Federn lassen und bewegte sich in Richtung des guten Nachfrageniveaus bei 0,8905. Aber selbst wenn der Euro unter diese Linie fallen sollte, wäre dies nicht richtungsweisend, da sich das Pfund zwischen 0,8725 und 0,9020 in einer breiten Konsolidierungszone bewegt.

CHF

EUR CHF (1,1705)

Die gestrigen Statements weiterer Direktoriums-Mitglieder der Schweizerischen Nationalbank zur Situation des Franken, nachdem zuvor bereits deren Chef, Thomas Jordan, betont hatte, dass der Franken immer noch hoch bewertet sei, könnten diesen etwas unter Druck gebracht haben. Wir rechnen weiterhin mit der Fortsetzung des Mini-Aufwärtstrends des Euro, nunmehr in Richtung 1,1745 oder gar 1,1785 – vorausgesetzt, an der Unterseite wird 1,1580 nicht verletzt.

PLN

EUR PLN (4,2415)

Die gestrigen im Vergleich zu vergangenen Statements taubenhaften Äußerungen des polnischen Zentralbankers Jerzy Kropiwnicki, der erklärte, die Leitzinsen würden bis Ende kommenden Jahres voraussichtlich nicht angehoben, hatten interessanterweise keinen spürbaren Einfluss auf den Zloty. Damit bewegt sich der Euro weiterhin in seiner Konsolidierungszone zwischen 4,2210 und 4,2650. Darunter liegt der Auslöser für Abwärtsbewegungen (in Richtung 4,1730) nunmehr bei 4,2140.


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