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Wöchentliche Marktberichte

Nov 16, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Rätselhafte Kapitalströme

USD

EUR USD (1,1785)

Viel ist darüber spekuliert worden, was den jüngsten Aufwärtsimpuls des Euro tatsächlich ausgelöst haben mag. Während die einen eine Serie von Stop-Loss-Käufen als Ursache für das Euro-Revival ausmachten, vermuteten andere, dass womöglich Kapitalzuflüsse die Gemeinschaftswährung nach oben katapultiert haben könnten. Doch wirkt das wenig wahrscheinlich, wenn man etwa die jüngste Umfrage von BofA Merrill Lynch unter internationalen Fondsmanagern heranzieht. Danach bestätigten per Saldo nur noch 47 Prozent (nach netto 58 Prozent im Oktober) der Vermögensverwalter, sie seien in Aktien der Eurozone übergewichtet. Zumindest lassen die zwischen dem 3. und 9. November erhobenen Daten den Schluss zu, dass der Euro seit Mitte Oktober unter entsprechenden Kapitalabflüssen gelitten haben dürfte. Betrachtet man außerdem die Entwicklung der Aktienkurse in der Eurozone während der vergangenen Tage, ist schwer nachvollziehbar, wie jene von internationaler Nachfrage profitiert haben sollen. Denn sowohl der DAX als auch der Euro Stoxx 50 kamen im Vergleich zum US-Aktienmarkt sogar deutlich unter die Räder. Ganz zu schweigen davon, dass die für den Anstieg des Euro ausgemachten deutschen Wachstumszahlen von den Börsianern offenbar nicht honoriert wurden. Während sich also viele Akteure den Sprung der Gemeinschaftswährung nicht so recht erklären konnten, gab es für die gestrige Gegenbewegung genügend Gründe. US-Daten (Konsumentenpreise und Einzelhandelsumsätze) sollen dem Greenback etwas auf die Füße geholfen haben.

Nachdem der Euro nunmehr eine Basis für eine neue Aufwärtsentwicklung gebildet hat, gilt es nun, den nächsten größeren Widerstand bei 1,1880/85 zu überwinden, um von einem neuen Trend sprechen zu können. Unterdessen erwarten wir im Falle eines Rücksetzers erste Nachfrage bei 1,1740, während die 1,1670er Marke nun nicht mehr unterschritten werden sollte.

GBP

EUR GBP (0,8945)

Wer nicht mehr mit einer weiteren Zinserhöhung der Bank of England rechnet, soll später nicht behaupten, Ben Broadbent, hätte ihn nicht gerade davor gewarnt. Zumindest brachte der stellvertretende Chef der Zentralbank in einer Rede bei der London School of Economics seine Sorge zum Ausdruck, die Akteure könnten die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen angesichts des unsicheren Ausgangs der Brexit-Verhandlungen unterschätzen. Gut möglich, dass der Euro deswegen trotz seiner jüngsten Stärke kurz vor Erreichen der Obergrenze seiner großen Konsolidierungszone bei 0,9020 wieder auf den Ausgangspunkt von gestern früh zurückgeworfen wurde. Dennoch gehen wir davon aus, dass der Wechselkurs zuletzt eher vom Euro als vom britischen Pfund getrieben wurde. Während die Untergrenze besagter Konsolidierung bei 0,8725 liegt, erwarten wir nun bereits bei 0,8905 gute Nachfrage.

CHF

EUR CHF (1,1665)

Auch wenn der Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, gestern bei seinem jährlichen Treffen mit der Regierung erneut betonte, dass der Franken immer noch hoch bewertet sei, hatte dies praktisch keinen Einfluss auf den Wechselkurs. Unterdessen machen immer wieder Diskussionen die Runde, wann sich die SNB von ihren einstigen, durch massive Interventionen bis zum Januar 2015 erworbenen Euro-Beständen wieder trennen werde. Viel spricht dafür, dass die damalige Interventionslinie von 1,20 den untersten Einstandspreis und somit frühesten Break-even dieser Positionen darstellt. Für die nähere Zukunft rechnen wir jedoch mit der Fortsetzung des Mini-Trends in Richtung 1,1710 – vorausgesetzt, an der Unterseite wird 1,1580 nicht verletzt.

PLN

EUR PLN (4,2415)

Andeutungen von Lukasz Hardt, Mitglieds des geldpolitischen Rates der polnischen Zentralbank, er würde bei entsprechender Inflationsentwicklung eine kleine Zinserhöhung Anfang kommenden Jahres befürworten, haben dem Zloty nicht geholfen. Vielmehr bewegt er sich weiterhin in seiner Konsolidierungszone zwischen 4,2210 und 4,2650. Darunter liegt der Auslöser für Abwärtsbewegungen (in Richtung 4,1730) nunmehr bei 4,2140.


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