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Nov 15, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro, plötzlich heftig gefragt

USD

EUR USD (1,1790)

Mögen zu Wochenbeginn noch viele Marktteilnehmer über mangelnde ökonomische Impulse für den Euro-Handel geklagt haben, gab es gestern plötzlich davon jede Menge. Natürlich kann man gerade den Sprung des Euro – nicht nur gegenüber dem US-Dollar – mit den deutschen Wachstumszahlen für das dritte Quartal begründen, die über den Erwartungen lagen. Davon hat auch die Eurozone profitiert. Aber auch aus den USA gab es Erkenntnisse, die nicht gerade für einen schwachen Dollar gesprochen hätten. So lag etwa der US-Produzenten-Preisindex deutlich über den Prognosen der Ökonomen. Aber da fast jeder Akteur eine Zinserhöhung der US-Notenbank für Dezember auf dem Zettel stehen hat und ein derartiger Schritt zu rund 97 Prozent eingepreist ist (vgl. etwa CME FedWatch Tool), bewirken selbst neue Stellungnahmen aus Kreisen des Offenmarktausschusses der Fed nicht viel mehr als ein Achselzucken unter den Händlern. So etwa, als gestern der als führende Zinstaube geltende Robert Kaplan, Chef des regionalen Ablegers der Fed in Dallas, erklärte, er ziehe ernsthaft in Erwägung, im kommenden Monat eine Zinserhöhung der Notenbank zu unterstützen. Oder ist der Greenback nicht gestiegen, weil man sich von der gestrigen Paneldiskussion der EZB, an der immerhin die noch amtierende Fed-Chefin Janet Yellen sowie die Präsidenten der Notenbanken Englands und Japans teilnahmen, mehr erhofft hatte als den Hinweis, dass es mit der Kommunikation der Zentralbanken gut bestellt sei?

Dass der Euro gestern eine so starke Performance ablieferte, mag nicht nur dem Umstand geschuldet zu sein, dass dieser unseren Stabilitätspunkt überwinden konnte. Denn mit der jüngsten Entwicklung dürften auch charttechnisch orientierte Analysten, die für den Euro vor noch nicht allzu langer Zeit eine große Umkehrformation, verbunden mit nachhaltiger Schwäche, erkannt haben wollten, die Segel gestrichen haben. Denn dieses zugegebenermaßen schön geschnittene Muster dürfte nicht nur von Profis erkannt, sondern möglicherweise auch von vielen anderen Akteuren befolgt worden sein. Mit der Folge, dass es (wie schon häufiger in der Vergangenheit geschehen) offensichtlich nicht funktioniert. Für uns jedenfalls ist die ohnehin während der vergangenen Tage als Abwärtskorrektur klassifizierte Entwicklung des Euro nunmehr beendet. Dieser steuert nun vielmehr auf seinen nächsten größeren Widerstand bei 1,1880/85 zu. Auf der anderen Seite erwarten wir bei 1,1710 erste Nachfrage, während 1,1645 die Basis der neuen Aufwärtsentwicklung bildet.

GBP

EUR GBP (0,8970)

Es sei einmal dahingestellt, ob wir am gestrigen Handelstag tatsächlich ein schwaches Pfund erlebt haben. Händler argumentierten, dass die neuerliche Schwäche der britischen Währung auf die jüngste Entwicklung der Konsumentenpreise zurückzuführen sei. Diese waren tatsächlich im Jahresvergleich um 0,1 Prozent niedriger als erwartet ausgefallen – Gleiches gilt für die Kernrate. Dass mit einer solch geringen Abweichung ein erneuter Schwächeanfall des Pfundes begründet wurde, wie mancherorts zu lesen war, erscheint jedoch leicht übertrieben. Während nämlich Sterling gegenüber anderen Valuten (etwa im Verhältnis zum US-Dollar oder dem Yen) seit fünf Handelstagen keine neuen Tiefpunkte markierte, dürfte die gestrige Kursentwicklung gegenüber dem Euro eher dessen innerer Stärke zuzuschreiben sein. Innerhalb der derzeitigen Konsolidierungszone zwischen 0,8725 und 0,9020/25 erwarten wir nun bereits bei 0,8885 gute Nachfrage.

CHF

EUR CHF (1,1665)

Auch gegenüber dem Franken konnte der Euro eine Hürde nehmen, um bestehende Restrisiken eines stärkeren Kursrückgangs zu beseitigen. Wie schon seit Mitte Oktober zweimal geschehen, hat der Euro damit einen aufwärts gerichteten Mini-Trend eröffnet, im Rahmen dessen nun 1,1710 angesteuert wird. Und zwar unter der Prämisse, dass 1,1575 an der Unterseite nicht verletzt wird.

PLN

EUR PLN (4,2470)

Auch gegenüber dem Zloty konnte der Euro, trotz guter polnischer Wachstumszahlen, einen wichtigen Angebotspunkt überwinden und damit eine Konsolidierungszone zwischen 4,2210 und 4,2650 begründen. Darunter bleibt der Auslöser für Abwärtsbewegungen (in Richtung 4,1730) bei 4,2120 bestehen.


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