Wöchentliche Marktberichte

Nov 09, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Kein Trump-Gedenktag

USD

EUR USD (1,1600)

Der gestrige Handelsverlauf des Euro vermittelte fast den Eindruck, die Händler hätten einen Feiertag eingelegt. Gleichwohl gehen wir jedoch nicht davon aus, dass der erste Jahrestag seit Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten die Gemüter zum Feiern animiert hat. Zumal von den ganz großen Versprechungen im Wahlkampf bis heute kaum etwas in Erfüllung gegangen ist. Die Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama ist nicht zurückgedreht worden. Die großspurige Ankündigung, eine Mauer an der US-Grenze zu Mexiko zu errichten, hat sich ebenfalls nicht erfüllt. Und was die Teilnehmer an den Finanzmärkten zuletzt am meisten beschäftigt, die ebenfalls vollmundig angekündigte Steuerreform, scheint trotz ständiger Beteuerungen der Regierung (zuletzt von Finanzminister Mnuchin) nicht richtig in die Gänge kommen zu wollen. Ganz zu schweigen davon, dass mittlerweile viele Beobachter ohnehin nur einen kurzfristig positiven Einfluss der Steuerreform auf die US-Konjunktur erwarten. Dass diese in die Tat umgesetzt wird, gilt dennoch vielerorts als Voraussetzung für einen starken Dollar(trend).

Per Saldo hat der Euro seit dem 8. November des vergangenen Jahres gegenüber dem Greenback sogar um rund 5 Prozent an Wert gewonnen. Diese starke Position der Gemeinschaftswährung ist umso bedeutsamer, als diese sich nach der Wahl Donald Trumps zunächst einmal bis zu Beginn dieses Jahres um ca. 6 Prozent auf knapp 1,03 abgeschwächt hatte. Hatte seinerzeit keiner mehr einen Pfifferling auf den Euro wetten wollen, sprechen wir derzeit von einem Wertzuwachs von rund 12 Prozent gegenüber jenem Tiefpunkt. Gerade viele mittelfristig orientierte Marktteilnehmer haben sich sogar relativ schnell an dieses neue Kursniveau angepasst – bei 1,1730 würde der Euro gegenüber dem US-Dollar sogar als fair bewertet wahrgenommen. Allerdings zieht es die Gemeinschaftswährung derzeit nicht dorthin, zumal wir davon ausgehen, dass sich die laufende Abwärtskorrektur durchaus noch in Richtung 1,1485 (leicht modifiziert) fortsetzen kann. Zumindest, solange 1,1770 nicht überwunden wurde.

GBP

EUR GBP (0,8835)

Der britischen Premierministerin scheinen immer mehr Minister abhanden zu kommen. Nachdem in der vergangenen Woche Verteidigungsminister Michael Fallon wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung seinen Hut nehmen musste, war es gestern nur noch eine Frage der Zeit, wann die Ministerin für Entwicklungshilfe ihr Amt niederlegen würde. Priti Patel soll sich im August während ihres privaten Urlaubs insgesamt zwölf Mal mit israelischen Offiziellen getroffen haben, worüber weder das Außenministerium vorab noch die Premierministerin informiert waren. Aber auch Außenminister Boris Johnson ist, nachdem seine unbedachten Bemerkungen dafür gesorgt haben, dass einer im Iran festgehaltenen Britin nun eine mehrjährige Haftstrafe droht, noch nicht vor weiteren Rücktrittsforderungen gefeit. Nicht zu vergessen, der Stellvertreter der Premierministerin, Damian Green, der sich zurzeit einer regierungsinternen Untersuchung stellen muss. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Theresa May wegen all dieser peinlichen Affären aus dem Amt gedrängt werden dürfte, zumal ihre konservative Partei Neuwahlen um jeden Preis vermeiden möchte, geriet das Pfund gestern leicht unter Druck. Davon profitierte auch der Euro, der im Rahmen seiner breiten Konsolidierungszone zwischen 0,8730 und 0,9020 etwas Boden gut machen konnte.

CHF

EUR CHF (1,1580)

Auch in der Schweiz wurden gestern keine relevanten Wirtschaftsdaten veröffentlicht, weswegen der Euro in einer sehr engen Bandbreite von 25 Stellen rangierte. Das Risiko an der Unterseite bleibt bis 1,1520 bzw. 1,1485. Erster Widerstand ist nach wie vor bei 1,1650 zu erwarten.

PLN

EUR PLN (4,2360)

Die polnische Zentralbank hat gestern zum Ende ihrer zweitägigen Sitzung die Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen. Da die Zentralbank jedoch ihre Vorhersagen für Wachstum und Inflation deutlich anhob, konnte der Zloty etwas profitieren. Für den Euro gilt aber weiterhin, dass an der Unterseite die 4,2100er Marke beachtet werden muss (Auslöser für Kursrückgänge auf 4,1730). Der erste wichtige Widerstand verbleibt bei 4,2510.


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