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Wöchentliche Marktberichte

Nov 08, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Neue EZB-Bashing-Runde

USD

EUR USD (1,1590)

Derzeit können sich Devisenmarktteilnehmer in Notenbank-Pingpong üben, denn im ständigen Wechsel wird der Markt mit Nachrichten von Fed und EZB versorgt: die Zinssitzung der US-Notenbank in der vergangenen Woche, die Ernennung des Nachfolgers von Noch-Fed-Chefin Janet Yellen. Dem folgte in fast nahtlosem Übergang eine neue Welle der Kritik an EZB-Präsident Mario Draghi. Diese Art von Missmut, der sich erneut gegen die EZB-Führung richtete, ist nicht neu. Wieder einmal berechnen Analysten, wieviel die ultralockere EZB-Politik angeblich den Sparer „kosten“ würde. Wieder einmal sind es gewaltige, zweistellige Milliarden Euro-Beträge, die im Raum stehen und angeblich durch den negativen Realzins verloren gehen werden. Und wieder einmal wird bei der Auswertung dieser Berechnungen von Kommentatoren vernachlässigt, dass der um seinen Zinsertrag gebrachte deutsche Sparer als Steuerzahler – wenn auch oft nur indirekt – gleichzeitig gewaltige Vorteile durch die Nullzinsverschuldung des Staates genießt. Dass dadurch einige Bürger am Ende per Saldo eventuell sogar besser dastehen, weil sie keine oder kaum Steuern auf die wenigen verbleibenden Zinserträge zahlen müssen und zudem belastende Zins- und Zinseszinszahlungen auf ihre Pro-Kopf-Schulden des Staatshaushaltes entfallen, bleibt hingegen oft unerwähnt. Von günstigen Zinsen, deren Profiteure private Immobilienkäufer sind, einmal ganz abgesehen. Dessen ungeachtet wird immer wieder behauptet, die EZB hätte bei Bundesbürgern keinen guten Ruf. Dass aber nicht nur private Anleger Probleme mit der EZB-Geldpolitik zu haben scheinen, belegt auch eine Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger unter 100 Führungskräften deutscher Unternehmen, der zu Folge zwei Drittel der Befragten glauben, mit der Ultraniedrigzinspolitik hätte sich die Notenbank um ihre ökonomische Steuerungsfunktion gebracht bzw. ihre Akzeptanz nachhaltig geschwächt.

Schwächer präsentiert sich derzeit ebenso der Euro, auch wenn dieser Zustand nicht von Dauer sein muss. Die laufende Korrektur kann sich durchaus noch bis 1,1490 ziehen, zumindest so lange das Stabilitätsniveau bei 1,1785 nicht überwunden wird.

GBP

EUR GBP (0,8805)

Die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Danièle Nouy, erhält derzeit regelmäßig Besuch. So sollen bislang rund 50 Vertreter von Kreditinstituten bei ihr vorstellig geworden sein, die sich über eine mögliche Geschäftsverlagerung kundig machen wollten. Von ihnen haben 20 sogar schon eine Banklizenz für den Euroraum beantragt. Einige wären sogar schon „mehrfach“ erschienen, um „Umzugspläne zu diskutieren“. Der Umfang dieser Aktivitäten erweckt den Eindruck, als ob die Erosion der britischen Bankenlandschaft bereits im vollen Gange sei. Verhandlungsführer Großbritanniens warten währenddessen weiter darauf, endlich in die zweite Phase der Verhandlungen einzutreten, in der es um die Beziehungen nach dem Brexit und Handelsfragen gehen soll. Doch stattdessen berieten sich gestern erstmals Botschafter der EU-Mitgliedstaaten alleine über die mögliche Ausgestaltung künftiger Beziehungen zu Großbritannien nach einem Austritt. Allerdings soll es sich nur um einen Gedankenaustausch auf sehr allgemeiner Ebene gehandelt haben. Der Euro rutschte gestern unter die 0,88er Marke, befindet sich aber weiterhin in einer breiten Konsolidierungszone zwischen 0,8730 und 0,9020.

CHF

EUR CHF (1,1580)

Die Währungsreserven der Schweizerischen Nationalbank sind im Monat Oktober von 724,462 auf 741,532 Mrd. CHF gestiegen. Der Franken hat daraufhin zwar kurzzeitig 50 Stellen zulegen können, gab diese Gewinne aber bis Handelsschluss wieder an den Euro ab. Trotz der Erholung könnte es noch immer zu kurzfristigen Schwächeanfällen des Euro mit Korrekturrisiko bis 1,1520 oder gar 1,1485 kommen. An der Oberseite wartet guter Widerstand nun schon bei 1,1650.

PLN

EUR PLN (4,2440)

Während polnische Bankaktien sich gestern auf ein Drei-Jahres-Hoch schwangen, hielt sich die Aktivität des Zloty in engen Grenzen. Dieser Zustand könnte sich jedoch ändern, wenn der Euro die 4,2100er Marke verletzt, da dann ein Rutsch auf 4,1730 droht. Erster Widerstand wartet weiterhin bei 4,2510.


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