Wöchentliche Marktberichte

Nov 07, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Geordneter Rückzug

USD

EUR USD (1,1610)

Was sich bereits am Wochenende angedeutet hatte, ist nun bestätigt worden. Der Präsident der Fed von New York, William Dudley, wird seinen Stuhl im kommenden Jahr räumen. Auch wenn immer wieder betont wird, dass die Entscheidung von langer Hand geplant und nichts mit der Nominierung des neuen Fed-Präsidenten Jerome Powell zu tun habe, bedeutet dieser Rückzug eine Zäsur in der Geschichte des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC). Nicht nur weil der Vertreter der einflussreichen New Yorker Fed im Gegensatz zu den übrigen Präsidenten der regionalen Niederlassungen der Notenbank ständiges Mitglied des FOMC ist. Dudley gilt als enger Vertrauter der noch amtierenden Fed-Chefin Janet Yellen, deren Amtszeit im Februar 2018 enden wird. Auch wenn es auf den ersten Blick erstaunlich aussehen mag, dass Dudleys Amtszeit, die ohnehin bereits im Januar 2019 geendet hätte, nun bereits Mitte 2018 auslaufen wird, soll dieser Schritt lediglich einen geordneten Übergang des Amtes auf den Nachfolger Dudleys sicherstellen. Zusammen mit dem bereits im Oktober zurückgetretenen stellvertretenden Fed-Präsidenten Stanley Fischer galten Dudley und Yellen über lange Zeit als sogenannte Zinstauben, bevor das Trio vor rund zwei Jahren den Ausstieg aus der Politik des lockeren Geldes vorbereitete. Kein Wunder, wenn nun mancherorts bezüglich der weiteren Geldpolitik der Notenbank eine gewisse Unsicherheit entsteht. Denn bei vielen Investoren gilt immer noch als eines der größten Markt-Risiken, dass die Notenbank beim Zurückfahren ihrer ultralockeren Geldpolitik Fehler machen könnte.

In der Folge zeigte sich der US-Dollar am gestrigen Handelstag vergleichsweise stabil, vor allem wenn man bedenkt, dass die deutschen Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe positiv überraschten. Aber selbst die Produzentenpreise der Eurozone, die sowohl im monatlichen als auch im jährlichen Vergleich etwas höher als erwartet ausgefallen waren, haben den Euro nicht nachhaltig positiv beeinflussen können. Vielmehr zeigte sich die Gemeinschaftswährung von einer schwächlichen Seite. Auch wenn der Druck auf den Wechselkurs nicht sonderlich hoch scheint, bleibt dieser für weitere Korrekturen bis 1,1490 anfällig. Das gilt solange, bis das Stabilitätsniveau bei nunmehr 1,1785 überwunden worden ist.

GBP

EUR GBP (0,8810)

Es klang fast ein wenig trotzig, als Premierministerin Theresa May gestern eine neue Kultur des Respekts einforderte, nachdem Minister und Abgeordnete sowohl von der Konservativen Partei als auch von Labour während der vergangenen zehn Tage diverser sexueller Übergriffe und Vergehen beschuldigt worden waren. Allerdings sehen die meisten Kommentatoren keine Gefahr für eine Veränderung der Mehrheitsverhältnisse in Sachen Brexit oder gar vorgezogene Neuwahlen drohen, sollte sich herausstellen, dass noch mehr Abgeordneten sexuelle Vergehen angelastet werden. Im Gegenteil: Pfund Sterling konnte einen weiteren Teil seiner Verluste aus der vergangenen Woche wettmachen. Dabei ist der Euro unter seine erste bessere Unterstützung gerutscht, bewegt sich aber weiterhin in seiner breiten Konsolidierungszone zwischen 0,8730 und 0,9020.

CHF

EUR CHF (1,1585)

Wie von uns befürchtet, hat der Euro derzeit nicht die Kraft, seinen Aufwärtstrend fortsetzen zu können. Daran änderte auch die gestrige Veröffentlichung der Schweizer Verbraucherpreise für den Monat Oktober nichts, die am unteren Ende der Erwartungen lagen. Nach Versagen einer kurzfristigen Unterstützung besteht sogar Korrekturrisiko bis 1,1510. An der Oberseite wartet der erste bessere Widerstand erst bei 1,1680.

PLN

EUR PLN (4,2380)

Es dürfte nicht nur an der heute beginnenden zweitägigen Sitzung der Polnischen Zentralbank liegen, dass der Euro im Verhältnis zum Zloty gestern nur eine vergleichsweise geringe Handelsspanne aufwies. Tatsächlich ist dieses Phänomen bereits seit mehr als einer Woche zu beobachten. Dieser Zustand könnte sich jedoch ändern, sobald der Euro seine Unterstützung bei 4,2280 unterläuft, unterhalb derer Schwäche bis auf 4,1730 angezeigt wäre. Guter Widerstand bleibt bei 4,2510.


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