Wöchentliche Marktberichte

Nov 02, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ihr werdet Euch noch wundern!

USD

EUR USD (1,1650)

Auch wenn es wenig wahrscheinlich war, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) bei seiner gestrigen Sitzung eine Zinserhöhung beschließen würde, konzentrierte sich das Interesse der Akteure zunächst einzig und allein auf eben jene Zusammenkunft. Am Ende kam dabei jedoch nichts heraus, was die Händler nicht ohnehin schon erwartet hatten: Der Leitzins wurden unverändert bei 1,0 bis 1,25 Prozent belassen, und auch der Ausblick auf schrittweise sich vollziehende Zinserhöhungen – ohne dass dabei die Sitzung im Dezember explizit erwähnt wurde – blieb erhalten. Wer kein Interesse an der FOMC-Sitzung hatte, hat dafür vielleicht die Meldung des Wall Street Journal zur Kenntnis genommen, dass der Konsens-Kandidat Jerome Powell wohl heute Nachmittag (15:00 Uhr NY-Zeit) von Donald Trump als Nachfolger für den Fed-Chefsessel nominiert werden dürfte. Diese Entscheidung muss dann noch vom US-Senat bestätigt werden. Mancher mag indes etwas hellhörig geworden sein, als der US-Präsident tweetete, man werde von seiner Entscheidung [hinsichtlich der Nominierung] äußerst beeindruckt sein. Ob Trump damit nur noch einmal die Spannung – frei nach dem Motto: Ihr werdet Euch noch wundern! – künstlich anzuheizen versuchte oder tatsächlich mit einer Überraschung aufwarten will, bleibt offen.

Wie wir an dieser Stelle bereits schon einmal ausgeführt haben, ist auch die Nominierung des Stellvertreters des Fed-Chefs von Bedeutung. Etwa, wenn John Taylor diese Position bekleiden und damit per Saldo – Jerome Powell gehört bereits dem Fed-Direktorium an – ein „Zinsfalke“ gegen eine „Taube“ (Janet Yellen) ausgetauscht würde.

Kein Wunder, dass der Handel auch gestern in einer überschaubaren Bandbreite verlief, obgleich es etwa von der US-Arbeitsmarktagentur ADP ordentliche Zahlen gab. Deswegen verläuft die Abwärtskorrektur des Euro nahezu ohne Momentum, kann sich aber immer noch bis auf 1,1490 ausdehnen. Tatsächlich besteht an der Oberseite kurzfristig sogar etwas Platz für den Euro, da wir gutes Angebot erst bei 1,1730 und eine Stabilisierung sogar erst jenseits von 1,1805 erwarten.

GBP

EUR GBP (0,8770)

Obgleich eine Zinserhöhung der Bank von England heute weitgehend eingepreist ist, bleibt Sterling nachgefragt. Dabei dürfte die Händler vor allen Dingen interessieren, ob sich ein etwaiger Zinsschritt auf eine breite oder nur knappe Mehrheit im geldpolitischen Ausschuss stützt. Zur Stabilität des Pfund trug auch der besser als erwartet ausgefallene Einkaufsmanager-Index der Industrie (Markit/CIPS) für den Monat Oktober bei. Gleichzeitig stiegen sowohl die Herstellungskosten als auch die Absatzpreise – ein weiteres Argument für eine Zinserhöhung am heutigen Tag. Unterdessen ist das von uns anvisierte September-Tief des Euro unterschritten worden, weswegen sich der Abschwung auf 0,8690 fortsetzen dürfte. Das ungünstige Umfeld für den Euro bleibt bestehen, solange 0,8895 nicht überwunden werden kann.

CHF

EUR CHF (1,1645)

Obgleich der Schweizer Einkaufsmanager-Index der verarbeitenden Industrie etwas besser als erwartet ausfiel, konnte der Euro gestern das Risiko eines Rückschlags auf 1,1470 eliminieren. Da mit 1,1670 bereits neuerlicher Widerstand wartet, kann derzeit jedoch nicht gerade von einem dynamischen Aufwärtstrend gesprochen werden. Dieser kann sich jedoch entfalten, solange nun 1,1590 nicht unterlaufen wird. Ein Versagen an dieser Stelle würde indes das vorgenannte frühere Rückschlags-Risiko wiederaufleben lassen.

CZK

EUR CZK (25,55)

Nachdem gestern der Einkaufsmanager-Index Industrie (Markit) höher als erwartet und auf den höchsten Stand seit April 2011 gestiegen ist, nähert sich der Euro zusehends seinem nächsten Ziel bei 25,48/52 (darunter 25,26) Deshalb ziehen wir den Stabilitätspunkt deutlich auf 25,72 herunter.

PLN

EUR PLN (4,2350)

Der Zloty zeigte sich von seiner festen Seite, ohne allerdings den Euro richtig in Verlegenheit zu bringen. Dies wäre dann der Fall, wenn die 4,2230er Unterstützung durchbrochen würde, eine Vorankündigung für Abwärtsbewegungen bis auf 4,1760. Guter Widerstand liegt dagegen erst bei 4,2710.


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