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Wöchentliche Marktberichte

Okt 26, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Regelbasiertes Verhalten mit Notbremse

USD

EUR USD (1,1825)

Viele Händler reagierten fast schon ein wenig beunruhigt, als sich der Euro gestern so peu à peu nach oben schlich. Und das vor allen Dingen nach recht guten Wirtschaftsdaten aus den USA. Denn sowohl der Auftragseingang für die langlebigen Wirtschaftsgüter als auch die Neubauverkäufe waren besser als erwartet ausgefallen. Und wenn einem dann gar nichts dazu einfällt, wenn der Dollar auf ökonomische Daten nicht reagieren will, entstehen manchmal seltsame Geschichten. So machte gestern etwa ein Kommentar die Runde, US-Präsident Donald Trump sei von dem Kandidaten John Taylor für die Nachfolge der Fed Präsidentschaft besonders beeindruckt gewesen, was angeblich dafür gesorgt haben soll, dass der Greenback nicht noch schwächer tendierte. Denn Taylor gilt als Zinsfalke. Wenn man die Quelle für diese Story zurückverfolgt, findet man tatsächlich eine entsprechende Meldung bei Bloomberg. Allerdings rührt der positive Eindruck, den Taylor beim US-Präsidenten hinterlassen konnte, von einem Treffen her, das bereits am 16. Oktober stattfand. Eine alte Geschichte also, von Händlern an den Haaren herbeigezogen. Bezeichnend ist außerdem der entsprechende Kommentar eines Fachmanns, der John Taylor für ausgesprochen geeignet hält, das Amt des Fed-Präsidenten zu bekleiden. Im Zweifel müsste man ja auch nicht der von Taylor entwickelten und nach ihm benannten Formel für Zinsentscheidungen folgen, sondern vielmehr herausfinden, wann die Regel angewandt werden soll und wann nicht. Das nennt man dann regelbasiertes Entscheiden mit menschlicher Notbremse.

Tatsächlich dürfte der gestern veröffentlichte hiesige Ifo-Geschäftsklimaindex (auf Rekordhoch!) für einen Anstieg des Euro bereits vor der heutigen EZB-Sitzung gesorgt haben, wobei jedoch vermutlich keine großen Positionierungen der Akteure entstanden sind. Somit bleibt das Umfeld für den Euro gegenüber dem Vortag fast unverändert mit guter Unterstützung bei nunmehr 1,1705/10 und dem Auslöser für steigende Kurse bei 1,1885.

GBP

EUR GBP (0,8915)

Gute ökonomische Daten haben gestern auch Pfund Sterling geholfen. Zum einen lag die erste Schätzung des britischen Bruttoinlandprodukts etwas über den Erwartungen der Ökonomen, aber auch der Dienstleistungsindex (Dreimonatsvergleich per August) enttäuschte nicht. Damit dürfte sich die Meinung vieler Ökonomen verfestigt haben, dass die Bank von England bereits bei ihrer Sitzung am 2. November die Zinsen um 25 Basispunkte erhöhen könnte. Auch wenn mit einem derartigen Schritt noch ungeklärt bliebe, ob es sich um eine echte Zinswende oder angesichts des unsicheren Verlaufs der Brexit-Verhandlungen zunächst nur um eine „Normalisierungsmaßnahme“ handelt, um die Zinssenkung in der Folge des Brexit-Votum im vergangenen Jahr wieder auszugleichen, konnte die britische Währung gestern selbst gegenüber einem Euro, der im Verhältnis zu anderen Währungen recht stabil aussah, zulegen. Und zwar temporär so weit, dass die Unterstützung bei 0,8880 getestet wurde. Allerdings hat dieses Niveau etwas an Brisanz verloren, denn der Euro würde nach dessen Unterschreiten gleich bei 0,8830 wieder auf ordentliche Nachfrage treffen. Auf der anderen Seite wird der Euro erst oberhalb von 0,9035 seine derzeit letztlich seitwärts gerichtete Tendenz beenden.

CHF

EUR CHF (1,1690)

Trotz positiver Wirtschaftsdaten (UBS-Konsumindikator u. a.) Ist der Franken gegenüber dem Euro auf den tiefsten Stand seit Januar 2015 gefallen. Letzterer hat mit seiner neuen Bestmarke allerdings noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: Derzeit reicht die Kraft für Aufwärtsbewegungen bis 1,1735, danach auch bis 1,1780. In diesem Zusammenhang darf nunmehr 1,1585 nicht mehr unterlaufen werden.

PLN

EUR PLN (4,2400)

Obwohl der Euro gestern früh ganz in der Nähe seines Stabilitätsniveaus von 4,2500 gehandelt hatte, gelang es nicht, dieses Niveau zu überschreiten. Im Gegenteil: Es kam erst einmal zu einem Rücksetzer, der aber für den bestehenden Abwärtstrend auch nichts einbrachte. Dieser reicht derzeit bis 4,2070.


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