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Wöchentliche Marktberichte

Okt 25, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Unvorbelastet in die Notenbankwoche

USD

EUR USD (1,1760)

Nach einem äußerst lustlosen Wochenauftakt verlief auch der gestrige Tag bis spät in den US-Handel hinein in extrem ruhigen Bahnen. Der völlig antriebslos wirkende Kursverlauf hat sicherlich den einen oder anderen Marktteilnehmer dazu bewegt, einen flüchtigen Blick auf den Kalender zu werfen, um sicherzustellen, dass man nicht aus Versehen einen Feiertag übersehen hatte. Die Handelsspanne des Euro beschränkte sich gegenüber dem US-Dollar bis zirka 21.00 Uhr MESZ auf magere 30 Stellen. Eine so geringe Schwankungsfreude gab es zuletzt nur im Juli – inmitten der Ferienzeit. Die erstaunliche Ruhe endete erst in den europäischen Abendstunden, als der Euro plötzlich binnen weniger Minuten hektisch in Richtung 1,18 USD stieg, dann aber genauso schnell wieder auf sein Ausgangsniveau zurückfiel. Immerhin wurde dadurch die Preisspanne auf knapp 50 Stellen ausgeweitet. Die jüngste Passivität ist dennoch merkwürdig, denn eigentlich gab es seit dem vergangenen Wochenende eine ganze Reihe von Fakten, die den Euro oder den Dollar deutlicher in die eine oder andere Richtung hätten treiben können. Beispielsweise die Spekulationen um den nächsten US-Notenbank-Präsidenten oder der überraschend starke Dämpfer (minus 0,8 auf 55,9 Punkte), den die Stimmung der Unternehmen im Euroraum erfahren musste. Dem war aber nicht so. Nicht einmal die gestrige Nachricht, dass sich Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, gemäß einem Vorabbericht des Handelsblatt, Insidern zufolge bei der morgen anstehenden EZB-Sitzung gegenüber einer Kombinationslösung entscheidungsfreudig zeigen würde, konnte dem Markt Schwung verleihen. Im Gespräch ist die – angeblich vieldiskutierte – Variante, die eine Halbierung der Anleihekäufe auf 30 Milliarden Euro bei gleichzeitiger Verlängerung des laufenden Programms um neun Monate vorsieht. Die erstaunliche Ruhe kann eigentlich nur eines bedeuten: Der Markt hat das Gros der mittelfristigen Schieflagen bereinigt und offensichtlich einen kurzfristigen Gleichgewichtspunkt bei 1,18 USD, dem ungefähren Durchschnittswert der vergangenen 30 Handelstage, gefunden. Vor der EZB-Sitzung möchte nun niemand mehr neue Engagements in größerem Ausmaß eingehen.

Damit bleibt unsere Einschätzung weitgehend unverändert. An der Unterseite weiß die 1,1710/15er Unterstützung ein Abgleiten des Euro zu verhindern. Der Auslöser für steigende Kurse liegt indes bei 1,1885.

GBP

EUR GBP (0,8950)

Eigentlich hieß es bislang, die Bank of England würde sich im Zuge der Brexit-Verhandlungen kaum trauen, an der Zinsschraube zu drehen. Nun aber sieht es ganz danach aus, als ob sie den Leitzins bei ihrer nächsten Sitzung am 2. November um einen Viertelprozentpunkt erhöhen könnte. Jedenfalls reflektiert dies die gestern veröffentlichte Umfrage von Thomson Reuters, wonach sich immerhin 46 von 64 Ökonomen genau dieses Szenario vorstellen können. Es wäre die erste Zinserhöhung seit mehr als einer Dekade. Die Bank of England wäre damit die zweite bedeutende Notenbank nach der Fed, die erstmals seit der Finanzkrise die Zinsschraube wieder leicht anziehen würde. Die Aussicht auf eine Zinserhöhung ist dem Pfund aber anscheinend keine Hilfe. Der Euro setzte sich gestern von seinem wichtigen 0,8880er Stabilitätsniveau deutlich nach oben ab, steckt aber trotzdem noch in einer seit Mitte Oktober sichtbaren kurzfristigen Handelsspanne (0,8855 - 0,9040) fest.

CHF

EUR CHF (1,1650)

Auch wenn in der Schweiz derzeit keine wichtigen Wirtschaftsdaten zur Publikation anstehen, bleibt der Franken dennoch schwach. Aus dem „Mini-Aufwärtstrend“ des Euro scheint sich nun die Fortsetzung der seit Frühjahr dieses Jahres währenden Hausse zu entwickeln. Die Aufwärtsbewegung sollte sich nun bis 1,1680 und danach bis 1,1730 fortsetzen können. Erste Nachfrage ist knapp unterhalb der 1,16er Marke zu erwarten. Rückschläge sollten innerhalb dieses Szenarios jedoch spätestens von der 1,1530er Unterstützung aufgefangen werden.

PLN

EUR PLN (4,2460)

Polnische Forward Rate Agreements (FRAs, außerbörsliche Zinstermingeschäfte) spiegeln derzeit deutlich die Erwartung des Marktes wider, dass innerhalb der nächsten 12 Monate eine Zinsanhebung stattfinden wird. Der Euro hat unterdessen die Möglichkeit, einen Teil der Verluste aus der ersten Oktoberhälfte wettzumachen. Er muss hierzu nur eine kurzfristige Stabilisierung herbeiführen, was oberhalb von 4,2500 gegeben wäre. Auf der Unterseite hat sich die Nachfrage bei 4,2070 indes deutlich verbessert.


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