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Wöchentliche Marktberichte

Okt 24, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Unterschätzte Nr. 2

USD

EUR USD (1,1760)

Vermutlich mangels wichtiger ökonomischer Daten verlief der Handel gestern in ausgesprochen ruhigen Bahnen. Obwohl doch zunächst vieles für den US-Dollar und wenig für den Euro sprach. Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA im Dezember liegt nämlich mittlerweile bei rund 98 Prozent (vergleiche CME FedWatch Tool), so dass man eigentlich eine eindeutigere Positionierung der Händler hätte erwarten können. Und was die Nachfolge auf dem Sessel des Fed-Chefs betrifft, scheint sich die Mehrheit der Auguren immer mehr auf Jerome Powell als Nachfolger von Janet Yellen festzulegen. Immerhin hat Donald Trump versprochen, dass die Entscheidung darüber schon bald gefällt werden soll. Vermutlich via Twitter. Doch empfiehlt es sich, das Augenmerk nicht allein auf die Besetzung der Chefposition zu richten, denn auch die Bedeutung von dessen Stellvertreter ist nicht zu unterschätzen. Dies gilt insbesondere, sofern John Taylor künftig diese Position bekleiden sollte. Nach der von Taylor entwickelten Regel müsste der Leitzins derzeit bei rund 3,5 Prozent liegen. Ohnehin wird bei der geldpolitischen Ausrichtung des Offenmarktausschusses der Bedeutung der Fed-Präsidentschaft viel zu viel Gewicht beigemessen, da deren Erfolg letztlich davon abhängt, inwieweit die – oder derjenige imstande ist, die verschiedenen geldpolitischen Ansichten der übrigen Mitglieder dieses Komitees unter einen Hut zu bringen.

Was den Euro für sich betrachtet angeht, herrscht derzeit relative Ruhe, obgleich doch bereits am kommenden Donnerstag die bedeutsame Sitzung der Europäischen Zentralbank ansteht, bei der ja immerhin die wichtige Entscheidung zu den Anleihekäufen getroffen werden soll. Aber selbst die Entwicklung in Katalonien scheint Finanzmarktteilnehmer derzeit nicht besonders zu beschäftigen. Damit bleibt der Euro in einer instabilen Position, ohne jedoch bislang signifikantes Abwärtsmomentum zu entwickeln. Während an der Unterseite bei einem möglichen Abgleiten in Richtung 1,1580 mit 1,1710/15 noch eine gute Unterstützung vorhanden ist, liegt der Stabilitätspunkt nun bei 1,1895.

GBP

EUR GBP (0,8900)

Die Erwartungen der Industrie bezüglich der Produktion in den kommenden Monaten sind nach einer gestern veröffentlichten Studie des Branchenverbandes CBI wesentlich schwächer als von Ökonomen erwartet ausgefallen. Tatsächlich haben sich die Auftragsbücher im Oktober so schlecht entwickelt wie zuletzt im November 2016. Der Verband ging sogar so weit, dass er die Regierung aufforderte, sie solle ihr Budget nutzen, um dem verarbeitenden Gewerbe einen positiven Anstoß zu geben. Dennoch ist der Euro nicht deutlich gestiegen und bewegt sich etwa auf dem Niveau des Vortages. Allerdings immer noch recht kraftlos in Nähe seines wichtigen Niveaus von 0,8880, dessen Erhalt für das derzeit noch stabile Umfeld vonnöten ist.

CHF

EUR CHF (1,1580)

Der Euro bewegte sich gestern in einer Handelsspanne von etwas mehr als 30 Stellen in einem Mini-Aufwärtstrend gegenüber dem Franken. Der Spielraum an der Oberseite reicht – obwohl das bisherige Jahreshoch noch nicht überwunden wurde – bis 1,1670, während sich die Trendunterseite nun bei 1,1535 befindet.

PLN

EUR PLN (4,2270)

Dass sich der Zloty gestern weiterhin in stabiler Verfassung präsentierte, wurde von den Händlern auf die Einstufung Polens durch die Ratingagentur Standard & Poor‘s am vergangenen Freitag zurückgeführt, die dem Land unverändert ein BBB+ mit stabilem Ausblick verlieh. Per Saldo hat sich das Risiko für den Euro an der Unterseite sogar etwas erhöht, und zwar bis auf 4,1820. Das Niveau für eine kurzfristige Stabilisierung liegt nun auf der anderen Seite bei 4,2500.


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