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Wöchentliche Marktberichte

Okt 23, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nur noch drei

USD

EUR USD (1,1770)

Fast fühlt man sich an die Casting-Shows im Fernsehen erinnert, wenn man sich die jüngste Ankündigung Donald Trumps zur Neubesetzung des Chefsessels der US-Notenbank im kommenden Jahr vor Augen führt. Nun ist der US-Präsident nicht Heidi Klum und die Nominierung der Fed-Präsidentschaft kein Topmodel-Wettbewerb. Der Ablauf der Kür erscheint dennoch ähnlich: So ziehen nun von den fünf Kandidaten der Vorwoche drei ins große Finale ein. Immerhin: Trump, der sich nicht mit einer Jury herumschlagen will, gleichzeitig aber das Plazet des Senats benötigt, will sich innerhalb der kommenden Tage endgültig entscheiden. Klar, dass es der in Ungnade gefallene Chef-Wirtschaftsberater Gary Cohn nicht werden würde, während der von den Beobachtern hoch gehandelte Kevin Warsh eher überraschend das Feld räumen musste. Nun also macht Trump es noch einmal richtig spannend und geht mit sich hart ins Gericht, ob er nun Janet Yellen, die derzeitige Fed-Chefin, für eine zweite Amtszeit vorschlagen soll oder nicht. Auch wenn Trump immer wieder beteuert, Yellens Arbeit gefalle ihm, bleibt sie doch diejenige, die die Bankenregulierung nicht signifikant (wie von Trump einst angekündigt) lockern möchte. Dafür ist sie in Sachen Geldpolitik die taubenhafteste Kandidatin. Kein Wunder, dass Jerome Powell, derzeit Direktor im Offenmarktausschuss der Notenbank, bessere Chancen eingeräumt werden, denn er ist sowohl Garant für eine Fortsetzung der derzeitigen geldpolitischen Linie als auch in Sachen Deregulierung und Steuerreform offener als Yellen. Offensichtlich ist er „Everybody‘s Darling“. Das kann man allerdings nicht von John Taylor, dem dritten Kandidaten, sagen, dessen strikte Befolgung seiner nach ihm benannten Taylor-Formel bei seinen künftigen Fed-Kollegen nicht auf ungeteilte Begeisterung stoßen und ihm möglicherweise die Rolle eines Oberfalken in der Fed einbringen würde.

Am Ende konnte sich der Euro auch zum Wochenende nicht gegen den US-Dollar nachhaltig durchsetzen und bleibt daher in einer instabilen Position, die nun erst oberhalb von 1,1905 neutralisiert werden kann. An der Unterseite stößt er bei einem möglichen Abgleiten in Richtung 1,1580 (modifiziert) auf gute Unterstützung nur bei 1,1710/15.

GBP

EUR GBP (0,8915)

Pfund-Händler müssen derzeit starke Nerven haben. Am vergangenen Freitag war es jedenfalls das zweite Mal seit Mitte September, dass der Euro nach Überschreiten der 0,90er-Linie einen Rückschlag von mehr als einem Prozent an einem Tag hinnehmen musste. Natürlich sind solche Kursentwicklungen hinterher oft gut begründbar. So wurde etwa von den Kommentatoren nach dem EU-Gipfel ein Statement Theresa Mays, Großbritannien werde seine bestehenden finanziellen Verpflichtungen gegenüber der EU nachkommen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit –, als großer Erfolg gefeiert. Dieser Eindruck relativiert sich jedoch, wenn selbst die Financial Times in ihrer Online-Ausgabe ein AFP-Foto veröffentlicht, auf dem die auf einen Gesprächspartner wartenden Premierministerin ganz allein an einem großen Tisch neben leeren Stühlen sitzt und als einziges Gegenüber ein paar stumme Topfpflanzen hat. Immerhin hat der Gipfel eines gezeigt: An einem No-Deal-Szenario scheinen beide Seiten nicht interessiert.  Damit ist auch der Euro wieder auf seinen Ausgangspunkt vom vergangenen Donnerstag zurückgerutscht und hat sein kurzfristig aufgebautes positives Momentum verloren. Allerdings liegt nun das Niveau, das im Rahmen des immer noch stabilen Umfeldes an der Unterseite nicht unterlaufen werden darf, bei 0,8880.

CHF

EUR CHF (1,1590)

Der Euro hat seine Chance auf einen kleinen Aufwärtstrend am Freitag aufrechterhalten, selbst wenn das bisherige Jahreshoch nicht genommen wurde. Der Spielraum an der Oberseite reicht bis 1,1670, während sich die Trendunterseite nun bei 1,1525 befindet.

CZK

EUR CZK (25,66)

Bei den Parlamentswahlen in Tschechien ist die wirtschaftsliberale-rechtspopulistische Protestpartei ANO des Milliardärs Andrej Babis mit fast 30 Prozent der Stimmen am Wochenende als Sieger hervorgegangen. Das Wahlergebnis dürfte indes wohl nicht zu politischer Stabilität, sondern angesichts eines künftig aus neun Parteien bestehenden Parlaments zu schwierigen Koalitionsverhandlungen führen. Auswirkungen auf die Krone sind bislang noch nicht erkennbar. Die Rahmenbedingungen: Der Euro bleibt zunächst unter Druck mit Risiko in Richtung 25,48, während der Stabilisierungspunkt bei 25,95 liegt.

PLN

EUR PLN (4,2390)

Während der vergangenen vier Handelstage hat sich der Euro nur scheinbar etwas stabilisiert. Die Gemeinschaftswährung hat zwar seit Dienstag kein neues Tief markiert, ist aber an der Oberseite auch nicht richtig vorangekommen. Deswegen bleibt das Risiko für Kursrückgänge bis 4,1950 erhalten – eine kurzfristige Stabilisierung ist nun immerhin oberhalb von 4,2530 angezeigt.


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