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Okt 18, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Rennliste für Fed-Chefsessel steht

USD

EUR USD (1,1775)

Nun ist es also heraus: US-Präsident Donald Trump wird noch vor seiner Fernost-Reise am 3. November höchstwahrscheinlich den neuen Chef der US-Notenbank präsentieren. Und er wird sich bei seiner Wahl auf fünf Kandidaten konzentrieren. Zunächst käme für dieses Amt natürlich die derzeitige Präsidentin Janet Yellen selbst in Frage, die sich morgen mit Donald Trump treffen wird. Dabei haben allerdings viele Beobachter noch die harsche Kritik des US-Präsidenten an Yellen während des Wahlkampfs im Ohr, so dass ihre Chancen für eine weitere Amtszeit möglicherweise sogar unterschätzt werden. Denn Yellen könnte sich auf eine breite Unterstützung im Senat verlassen, dessen Zustimmung für dieses Amt erforderlich ist. Nach einer Reuters-Umfrage unter 40 Ökonomen, werden jedoch Fed-Direktor Jerome Powell die besten Aussichten eingeräumt, da er vielerorts als Garant für eine Fortführung der derzeitigen Politik der Notenbank gesehen wird. An zweiter Stelle steht nach dieser Rangliste Kevin Warsh, der schon einmal während der Finanzkrise als Fed-Direktor tätig war. Keine guten Chancen werden nach Ansicht vieler Beobachter dem ökonomischen Chefberater Gary Cohn eingeräumt, nachdem er sich nach den Ausschreitungen in Charlottesville gegen den US-Präsidenten gestellt hatte und deswegen als in Ungnade gefallen gilt. Ganz besonders haben sich die Devisenhändler zuletzt jedoch mit dem fünften Kandidaten, dem Stanford-Ökonomen John Taylor, beschäftigt, der erst vorgestern ins Gespräch kam. Und weil auf diesen die berühmte Taylor-Formel zurückgeht, der zufolge die Leitzinsen in den USA erheblich höher sein müssten, als sie es im Moment tatsächlich sind, wird von den Akteuren befürchtet, dass die Notenbank unter seiner Führung wesentlich falkenhafter als zuvor agieren könnte.

Diese aufgrund ihrer Aktualität von den Händlern wahrscheinlich überstark wahrgenommene überraschende Nominierung Taylors soll zumindest gestern für die Befestigung des US-Dollar gesorgt haben, die den Euro marginal unter unseren Auslöser für Schwäche (1,1745) gedrückt hat. Damit hat die Gemeinschaftswährung nicht gerade überzeugend eine Schwächephase eröffnet, die zunächst bis 1,1610/15 reicht. Auf der anderen Seite liegt das Niveau für eine Re-Stabilisierung bei 1,1880.

GBP

EUR GBP (0,8920)

Die britischen Inflationszahlen sind im Großen und Ganzen wie erwartet ausgefallen. Sicherlich sind die Konsumentenpreise – im Jahresvergleich mit 3,0 Prozent so hoch wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr – aber wohl deswegen von medialem Interesse gewesen, weil eine „runde Zahl“ geknackt wurde. Wesentlich interessanter waren die gestrigen Statements der beiden Neulinge im geldpolitischen Komitee der Bank von England (MPC), Dave Ramsden und Silvana Tenreyro. Ramsden, der neue stellvertretende Direktor der BoE, sieht nämlich im Gegensatz zur Mehrheit im MPC keine Notwendigkeit für eine schnelle Zinserhöhung. Während Ramsden erklärte, es werde keine Rückführung des quantitativen Lockerungsprogramms geben, bis sich der Leitzins auf einem höheren Niveau befinde, sieht sich Tenreyro ebenfalls noch nicht in der Lage, kurzfristig für eine Zinserhöhung zu stimmen. Man könnte gerade Ramsdens Statement dahingehend interpretieren, dass es sich mit dem immer noch für sehr wahrscheinlich gehaltenen Zinsschritt am 2. November (80 Prozent) nicht um den Beginn einer Serie von Zinserhöhungen handeln wird, sondern lediglich um eine Maßnahme, die infolge des Brexit-Votums außergewöhnlich niedrigen Zinsen wieder zu normalisieren. Daher konnte sich der Euro erneut von der Marke bei 0,8855 abstoßen, die nun unterschritten werden muss, um ihn nachhaltig in Bedrängnis zu bringen. An der Oberseite liegt der wichtigste Widerstand bei 0,8990.

CHF

EUR CHF (1,1500)

Auch gestern bewegte sich der Euro in einem ausgesprochen engen Band von weniger als 50 Stellen. Wir erwarten gutes Angebot erstmals bei 1,1540, während gleichwertige Nachfrage bei 1,1470 zu erwarten ist.

CZK

EUR CZK (25,75)

Trotz der bevorstehenden Wahl in Tschechien am kommenden Wochenende und den damit möglicherweise schwierig verlaufenden Koalitionsverhandlungen markierte die Krone gestern, wohl dank der Hoffnung vieler Händler auf eine weitere Zinserhöhung in den kommenden drei Monaten, ein neues Vier-Jahres-Hoch. Damit bleibt der Euro unter Druck mit Risiko in Richtung 25,48 – der Punkt für eine Stabilisierung liegt nun bei 25,98.

PLN

EUR PLN (4,2320)

Der Euro hat nun auch seine nächste wichtige Unterstützung verletzt, wodurch Spielraum für weitere Aufwärtsbewegungen bis auf 4,1950 entstanden ist. Das Niveau für eine Stabilisierung liegt nunmehr bei 4,2710.


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