Wöchentliche Marktberichte

Okt 16, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Konsumentenstimmung stimuliert

USD

EUR USD (1,1825)

Was ökonomische Daten angeht, war der vergangene Freitag eigentlich nicht ganz uninteressant. Zumindest diejenigen Akteure, die auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember setzen, dürften hinsichtlich der Inflationsdaten einen kleinen Dämpfer erlitten haben. Die Verbraucherpreise sind zwar gegenüber dem Vormonat mit einem Anstieg von 0,5 Prozent recht kräftig ausgefallen, blieben aber dennoch hinter den Erwartungen der Ökonomen zurück, die mit mehr gerechnet hatten. Vor allem wegen der stark gestiegenen Benzinpreise infolge der Wirbelstürme und den damit zwangsläufig entstandenen Produktionsausfällen in den US-Raffinerien. Allerdings blieb im September auch die Kerninflation unterhalb der Vorhersagen, so dass die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts im Dezember auf einen Wert von rund 83 Prozent (vgl. CME) gefallen ist. Auf der anderen Seite gab es in Sachen Konsumentenstimmung einen positiven Schub, denn die entsprechenden Daten der Universität Michigan zeigen, dass das Verbraucher-Sentiment zuletzt ein 13-Jahres-Hoch markierte und die Erwartungen auch noch bei weitem übertraf. Allerdings zeigte sich auch dort, dass die Inflationserwartungen der Konsumenten auf Sicht von einem Jahr deutlich zurückgegangen sind.

Schließlich gab es noch ein paar Statements von Mitgliedern des Offenmarktausschusses der Fed, die aber allesamt nicht kursbeeinflussend waren. Genauso wenig wie eine etwas ernüchternde Rede Mario Draghis. Der EZB-Präsident scheint mit der Inflationsentwicklung der Eurozone immer noch recht unzufrieden zu sein. Betrachtet man die Entwicklung von Euro und US-Dollar in der vergangenen Woche gegenüber jeweiligen breiteren Währungskörben, konnten eigentlich beide Valuten nicht wirklich überzeugen, die Gemeinschaftswährung vielleicht noch ein wenig mehr als der Greenback. Insgesamt bewegt sich der Euro weiterhin in einem neutralen Umfeld – modellhafte Einstandspreis-Berechnungen zeigen, dass er mit einem Wochenschlusskurs von 1,1825 von mittelfristig orientierten Händlern mittlerweile als fair bewertet wahrgenommen wird. Insofern stabilisiert sich das neutrale Umfeld, wobei der Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung aber erst oberhalb von 1,1925/30 wiederaufleben könnte. Auf der anderen Seite liegt der Auslöser für erneute Schwäche bei 1,1745.

GBP

EUR GBP (0,8885)

Eigentlich ist immer noch nicht ganz klar, was dem britischen Pfund zum Ende der Woche auf die Füße geholfen hat. Denn in Sachen Brexit-Verhandlungen scheint der Karren ziemlich festgefahren zu sein. Aber wie bei allen Verhandlungen ist eine Menge Taktik auf beiden Seiten im Spiel. Aus diesem Blickwinkel ist auch eine Ankündigung der Regierungssprecherin von Theresa May zu verstehen, die Premierministerin werde beim EU-Gipfel in dieser Woche in Hinblick auf die so genannten Scheidungskosten etwas „zu sagen“ haben. Wer nach einem stichhaltigen Argument zugunsten des Pfunds sucht, sollte am ehesten bei der recht falkenhaften Rede von Mark Carney fündig werden. Der Chef der Bank von England betonte nämlich am Freitag, er halte eine Zinserhöhung in den kommenden Monaten angesichts der nicht tolerierbaren Inflationsentwicklung in Großbritannien für angemessen. Damit bleibt der Euro für die nächste Woche angeschossen, wobei das kritische Niveau für einen beginnenden Abwärtstrend nunmehr etwas tiefer, bei 0,8835, anzusetzen ist.

CHF

EUR CHF (1,1520)

Dass die Erzeuger- und Importpreise sowohl auf Monats- als auch auf Jahressicht höher als erwartet ausgefallen sind, verlieh dem Schweizer Franken zum Wochenschluss eine leichte positive Note. Allerdings hat sich an der neutralen Gesamtsituation gegenüber dem Euro nur marginal etwas geändert. Dieser hat nun Spielraum für Kursgewinne bis auf 1,1610, während erste gute Nachfrage bei 1,1470 zu erwarten ist.

PLN

EUR PLN (4,2470)

Die etwas höher als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten, haben dem Zloty weiteren Auftrieb verliehen und, wie befürchtet, nun auch den mittelfristigen Aufwärtstrend des Euro zerstört. Dieser bleibt unter Druck mit Risiko bis 4,2270 und darunter auch auf 4,1950. Eine Stabilisierung ist auf der anderen Seite erst jenseits von 4,2930 zu erwarten.


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