Wöchentliche Marktberichte

Okt 13, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Auf der Suche nach Beweisen

USD

EUR USD (1,1840)

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) seit der gestrigen Veröffentlichung des Protokolls der September-Sitzung der US-Notenbank fieberhaft auf der Suche nach Beweisen für eine nachhaltige Inflation seien. Dabei wird gerne vergessen, dass das Protokoll die Situation beleuchtet, wie sie vor drei Wochen ausgesehen hatte. Seither haben sich zahlreiche Mitglieder des FOMC mitunter sogar mehrfach zu Wort gemeldet, ohne dass allerdings ein klarer Trend für die nächste Zinsentscheidung erkennbar wurde. So etwa gestern James Bullard, der erklärte, die Notenbank wirke unglaubwürdig, wenn sie nicht das Inflationsziel verteidige. Der derzeit allerdings nicht stimmberechtigte Chef der regionalen Fed von St. Louis erteilte somit weiteren Zinserhöhungen eine klare Absage. Was nun die Suche nach Beweisen für eine steigende Inflation angeht, erhielten die Akteure zumindest einen kleinen Hinweis. Zwar lag der gestern publizierte US-Produzentenpreis-Index im Monatsvergleich mit 0,4 Prozent im Rahmen der Erwartungen, aber der Kernindex für September überraschte sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich an der Oberseite. Allerdings könnte man einwenden, dass die Daten infolge der Wirbelstürme verzerrt seien, aber zumindest bekam der US-Dollar etwas Aufwind. Weitere taubenhafte Kommentare (etwa FOMC-Mitglied Lael Brainard mit einer eher theoretischen Ausführung zur Zinspolitik ohne Gegenwartsbezug) oder Raphael Bostic (Fed-Chef Atlanta) wurden indes ignoriert. Somit wird sich die Suche nach Indizien für eine höhere Inflation zumindest bis zum heutigen Freitag fortsetzen, wenn die Konsumentenpreis-Indices veröffentlicht werden.

Der Euro bewegt sich damit weiterhin in einem neutralen Umfeld und kann seinen ursprünglichen Aufwärtstrend nunmehr oberhalb von 1,1930/35 wieder aufnehmen. An der Unterseite würde die Gemeinschaftswährung nach Versagen von 1,1745 erneut ihre Stabilität verlieren.

GBP

EUR GBP (0,8920)

Eine regelrechte Achterbahnfahrt musste gestern das Pfund hinnehmen. Zum einen, weil die fünfte Runde bei den Brexit-Verhandlungen ohne nennenswerte Fortschritte endete und der EU-Unterhändler Michel Barnier wenig gewillt scheint, dem EU-Gipfel die Einleitung der nächsten Verhandlungsphase zwischen Großbritannien und der EU zu empfehlen. Damit zog der Euro im Rahmen einer Mini-Squeeze zunächst deutlich (0,9035) an, bevor nicht einmal zwei Stunden später eine noch stärkere, teils heftige Gegenbewegung (mehr als ein Prozent!) einsetzte. Auslöser soll ein Artikel im Handelsblatt gewesen sein, wonach Barnier Großbritannien angeblich die Chance geben wolle, zwei Jahre länger im Binnenmarkt zu bleiben. Der Nachsatz, wonach daran eine [wichtige] Bedingung geknüpft sei – nämlich, dass London seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der EU nachkommen und eine Trennungsvereinbarung unterschreiben müsse –, wurde von den meisten Händlern anscheinend übersehen. Tatsächlich dürften markttechnische Faktoren für das starke Aufbäumen des Pfundes ursächlich gewesen sein. Allerdings mit Folgen: Durch die gestrige Gegenbewegung hat der Euro sein kurzfristiges Aufwärtsmomentum verloren und muss nun sogar aufpassen, nicht die wichtige Marke bei 0,8855 zu verletzen, um keinen Abwärtstrend einzuläuten.

CHF

EUR CHF (1,1540)

Acht Handelstage hat der Euro nun gebraucht, um gegenüber dem Franken 150 Stellen Boden gut zu machen. Immerhin hat sich nun der Spielraum für Kursgewinne bis auf 1,1605 vergrößert, während die erste gute Unterstützung aktuell bei 1,1470 verläuft.

PLN

EUR PLN (4,2670)

Der Euro konnte sich gestern kaum erholen und bleibt angeschlagen, mit dem Risiko, dass nun auch noch der übergeordnete mittelfristige Aufwärtstrend (4,2550) zerstört zu werden droht. Eine Stabilisierung dieser Situation ist auf der anderen Seite erst bei 4,2990 angezeigt.


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