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Wöchentliche Marktberichte

Okt 12, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nichts Genaues weiß man nicht

USD

EUR USD (1,1875)

Haben es die USA mit echter Inflation zu tun, oder ist diese doch nicht nachhaltig? Diesen Eindruck kann man bekommen, wenn man sich mit dem jüngsten Protokoll des Offenmarktausschusses der US-Notenbank beschäftigt, das gestern Abend veröffentlicht wurde. Obgleich mehrere Mitglieder des Gremiums die Meinung vertraten, eine weitere Zinserhöhung sei wahrscheinlich zum Ende des Jahres notwendig, blieb die Lage hinsichtlich der Inflationsentwicklung unübersichtlich. Vor allem weil zuletzt wieder Zweifel darüber aufkamen, ob die wenig überzeugendem Daten nur vorübergehender Natur sind oder sich am Ende doch dauerhaft günstig entwickeln werden. So betrug etwa die Kerninflation im August gerade einmal 1,3 Prozent im Jahresvergleich, so dass einige Notenbanker (Stand Ende September) vor einer weiteren Leitzinserhöhung lieber noch eine Bestätigung abwarten möchten, ob ein derartiger Schritt denn gerechtfertigt sei. Allerdings haben sich die Erwartungen der Marktteilnehmer bislang nur geringfügig auf die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember ausgewirkt, so dass diese nun wieder leicht unter den Wert von 90 Prozent (CME) gefallen ist. Wenig Erhellendes gab es auch in Hinblick auf die Unabhängigkeit Kataloniens. Diesbezüglich zog sich der spanische Premierminister Rajoy genauso gut aus der Affäre wie zuvor der katalonische Regierungschef, indem er einfach nur die simple Frage stellte – verbunden mit einem Ultimatum für die Antwort bis Montag früh –, ob denn nun Puigdemont die Unabhängigkeit erklärt habe oder nicht. Mit anderen Worten: Nichts Genaues weiß man nicht.

Am Ende zog sich der Euro recht gut aus der Affäre und überwand seinen Stabilitätspunkt. Damit ist die Abwärtskorrektur der Gemeinschaftswährung beendet, was aber nicht bedeutet, dass der Euro nunmehr sogleich seine ursprüngliche Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen hat. Tatsächlich befindet er sich bis 1,1945 im neutralen Niemandsland. Unterhalb von 1,1745 würde der Euro auf der anderen Seite indes schon wieder relativ schnell seinen stabilen Status verlieren.

GBP

EUR GBP (0,8960)

Für Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries scheint der Gewinner des Brexit schon festzustehen, wie sie im Rahmen der Herbstprojektion der Bundesregierung durchblicken ließ, und der heißt: Europa. Diese Erkenntnis war gestern der „Financial Times“ immerhin eine Schlagzeile wert, dürfte aber die Händler kaum beeindruckt haben. Wichtiger schien dagegen ein Statement von Schatzkanzler Philip Hammond, der gestern zwar bekräftigte, dass ein Brexit ohne „Deal“ nicht sein bevorzugtes Szenario sei, man sich aber dennoch auch auf ein anderes Ergebnis einstellen müsse. Dass dafür bislang kein größeres Budget vorgesehen ist, zeigt einmal mehr, welche Unsicherheit derzeit in der britischen Regierung herrscht. Denn Premierministerin Theresa May äußerte andererseits, dass man auf alle Eventualitäten vorbereitet sei und dafür auch die entsprechenden monetären Mittel bereitstünden. Der Euro konnte sich immerhin ein wenig befestigen und sollte sich weiter in Richtung 0,9025 und 0,9060 (reduziert) entwickeln. Die Unterseite ist immer noch relativ schlecht unterstützt, da gute Nachfrage erst bei 0,8850 zu erwarten ist.

CHF

EUR CHF (1,1540)

Der Franken hat seine leicht fallende Tendenz bestätigt und dafür gesorgt, dass der Euro gestern nicht wesentlich zulegen konnte. Der Spielraum für Kursgewinne bis 1,1570 bleibt jedoch erhalten, während die erste gute Unterstützung nunmehr etwas höher bei 1,1445 anzusetzen ist.

PLN

EUR PLN (4,2700)

Obgleich das Mitglied des geldpolitischen Rates der polnischen Zentralbank, Jerzy Żyżyński, gestern äußerte, die Kreditnachfrage in Polen sei nicht stark genug, um eine Zinserhöhung zu rechtfertigen, hat sich der Zloty weiter befestigt. Damit ist der Euro noch stärker unter Druck geraten und konnte daher die Chance einer kurzfristigen Konsolidierung nicht wahrnehmen. Die Gemeinschaftswährung bleibt angeschlagen, wobei nun auch der übergeordnete mittelfristige Aufwärtstrend (4,2550) droht, getestet zu werden. Eine nachhaltige Stabilisierung ist indes aktuell erst oberhalb von 4,2990 möglich.


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