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Wöchentliche Marktberichte

Okt 10, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

May gibt sich nicht geschlagen

USD

EUR USD (1,1760)

Auch wenn gestern in den USA der Columbus Day begangen wurde (Börsen und Banken blieben dennoch teilweise geöffnet), dürften die dortigen Ökonomen genügend Zeit gefunden haben, den Empfänger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften des Jahres 2017 angemessen zu feiern. Aber auch hierzulande ist der Verhaltensökonom Richard Thaler kein Unbekannter. Denn Thaler gilt als Pionier der Verhaltensökonomik und als einer der Väter der so genannten Behavioral Finance, die sich unter anderem damit befasst, welche psychologischen Faktoren wirtschaftliche Entscheidungen systematisch beeinflussen – und deren Forschungsergebnisse vor allem für die Finanzmärkte von großer Bedeutung und Brisanz sind.

Das gilt auch für den Devisenhandel, der jedoch noch unter den Nachwehen des US-Arbeitsmarktberichts und den stärker als erwartet gestiegenen Stundenlöhnen litt. Doch diese für den US-Dollar positiven Daten wurden letztlich von den Händlern genauso verdrängt wie die eigentlich den Euro belastende schwelende Katalonien-Krise. Diese scheint die Marktteilnehmer weniger zu verunsichern als der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA. Immerhin ist der am vergangenen Freitag in den Medien befürchtete neuerliche Test einer nordkoreanischen Rakete am Wochenende dann doch ausgeblieben. Am Ende verharrte der Euro in einer ganz engen Handelsspanne, könnte jedoch im Rahmen seiner Abwärtskorrektur noch der wichtigen Unterstützung bei 1,1625/30 einen Besuch abstatten. Andererseits kann die Gemeinschaftswährung nunmehr bereits nach Überschreiten von 1,1835 Stabilität erreichen und das Ende der derzeitigen Korrektur markieren.

GBP

EUR GBP (0,8945)

Eine weitaus größere Handelsspanne hat der Euro im Verhältnis zu Pfund Sterling produziert, sie betrug gestern fast 0,9 Prozent. Dabei konnte sich die britische Währung temporär sogar erholen, da einige Beobachter Theresa Mays Position hinsichtlich der innerparteilichen Querelen  offensichtlich stärker einschätzen, als dies während der vergangenen Tage in den meisten Medien gesehen wurde. Denn die Premierministerin könnte ihre Position mit einer Kabinettsumbildung, der Außenminister Boris Johnson zum Opfer fiele, durchaus stärken. Aber auch die gestern erwähnte Korrektur der Lohnkosten seitens der Statistikbehörde ONS gegenüber dem Vorjahr von 1,6 auf 2,4 Prozent hat zumindest diejenigen Akteure bestätigt, die damit die Bank von England in der Pflicht sehen, die Zinsen eher früher als später zu erhöhen. Letztlich bleibt jedoch die Lage des Euro fast unverändert. Vielmehr hat dieser das Zeug, in Richtung 0,9025  und 0,9090 zu marschieren. An der Unterseite ist die beste Nachfrage erst bei 0,8835/40 zu erwarten.

CHF

EUR CHF (1,1510)

Der Euro schleppt sich fast ohne Momentum weiterhin nach oben und trifft nun bei 1,1550 auf den nächsten größeren Widerstand. Immerhin hat sich die gesamte Situation für die Gemeinschaftswährung weiter verbessert, so dass Rückschläge spätestens bei 1,1420 aufgefangen werden dürften.

CZK

EUR CZK (25,87)

Die tschechischen Verbraucherpreise sind im September im Vergleich zum Vorjahr und auch auf Monatssicht erwartungsgemäß um 2,7 Prozent gestiegen bzw. 0,1 Prozent gefallen. Eine Serie besser als erwartet ausgefallener guter Wirtschaftsdaten (Industrieproduktion, Bauproduktion und Arbeitslosenquote) konnten der Krone indes nicht zu weiterer Stärke verhelfen. Dennoch bleibt der Euro unter Druck mit Risiko in Richtung 25,77, darunter auch 25,48. Zumindest solange 26,11 nicht überwunden wird.

PLN

EUR PLN (4,3025)

Dass sich Lukasz Hardt – Mitglied des geldpolitischen Rates der polnischen Notenbank – in einem Interview recht falkenhaft äußerte und bei entsprechender Inflation eine kleine Zinserhöhung für Anfang 2018 sieht, steht in deutlichem Gegensatz zu den bisherigen Statements des Präsidenten der Nationalbank, Adam Glapinski. Dieser sieht nämlich den Leitzins bis Ende kommenden Jahres wahrscheinlich unverändert. Da jedoch Glapinski eine Mehrheit von Zinstauben unter den Entscheidern hinter sich vereinigt, hielt sich der Kursgewinn des Zloty in geringem Rahmen. Für den Euro sehen wir weiterhin die Möglichkeit von Kursgewinnen in Richtung 4,3320, solange 4,2860 nicht unterlaufen wird.


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