Wöchentliche Marktberichte

Okt 09, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

(K)ein Muster ohne Wert

USD

EUR USD (1,1730)

Eigentlich hat es jeder gewusst, dass der US-Arbeitsmarktbericht für September wegen der Hurrikans in Texas und Florida sehr wahrscheinlich verzerrte Zahlen beinhalten würde. Und so hat es auch kaum jemanden sonderlich beunruhigt, dass die Zahl der neu geschaffenen Stellen zum ersten Mal seit sieben Jahren sogar geschrumpft ist. Damit fiel auch die Abwärtsrevision der beiden Vormonate (in summa) unter die Wahrnehmungsgrenze der Marktteilnehmer, obgleich zu jener Zeit die dramatischen Folgen der Wirbelstürme Harvey und Irma noch nicht zu Buche geschlagen hatten. War der Arbeitsmarktbericht also nur ein Muster ohne Wert? Mitnichten. Wesentlich interessanter ist nämlich die Tatsache, dass die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne mit einem Plus von 0,5 Prozent im September gegenüber dem Vormonat (2,9 Prozent gegenüber Vorjahr) deutlich über den Erwartungen der Ökonomen lag. Insbesondere die Aufwärts-Revisionen der Vormonate (trotz des möglicherweise verzerrten Septemberwertes) haben die Dezember-Sitzung der US-Notenbank fast schon zu einem „non Event“ abgestempelt. Denn einer Zinserhöhung steht im Dezember mit einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool) offensichtlich nichts mehr im Weg. Viel wichtiger als die Dezember-Zinserhöhung ist indes der Ausblick, wie viele weitere Zinsschritte die US-Notenbank wohl im Jahr 2018 vornehmen könnte. So werden bereits teils deutlich weitergehende Szenarien als bislang entworfen: Drei bis vier Zinsschritte à 25 Basispunkte könnten es nun schon werden.

Alle Spekulationen reichten jedoch lediglich dafür aus, den Euro in die Nähe der nächsten Korrekturmarke von 1,1660 (nun schwächer) zu drücken, bevor sich die Gemeinschaftswährung zum Wochenschluss – angeblich, weil kolportiert wurde, Nordkorea könne am Wochenende einen weiteren Raketentest durchführen – noch leicht erholte. Nach wie vor bleibt der Euro jedenfalls in seiner Abwärtskorrektur, die auch noch bis 1,1605 reichen kann, solange der abermals gesenkte Stabilitätspunkt bei 1,1850 nicht überwunden ist.

GBP

EUR GBP (0,8985)

Das Pfund hat es momentan nicht einfach, etwas an Boden zurückzugewinnen. Zum einen steht die britische Premierministerin Theresa May nach wie vor unter Druck aus ihrer eigenen Partei und musste zuletzt sogar einen Misstrauensantrag der Fraktion befürchten. Die offene Diskussion über mögliche Nachfolger ist jedenfalls in vollem Gange. Zum anderen machten Deutschland und Frankreich am Freitag noch einmal deutlich, dass die Gespräche über die künftige Beziehung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich – einschließlich einer Diskussion über eine zweijährige Übergangsperiode nach vollzogenem Brexit – erst stattfinden könnten, wenn die so genannten „Scheidungskosten“ geklärt seien. Weitgehend unbeachtet blieb ein Bericht der britischen „Times“ vom Freitag, wonach die Statistikbehörde ONS unlängst die für die Beurteilung der heimischen Inflationsentwicklung wichtigen Arbeitskosten der Unternehmen zu niedrig berechnet habe und diese Zahl nun heute deutlich nach oben korrigiert werden muss. Am Ende konnte der Euro die 0,8970er Korrekturmarke überwinden und hat nun Platz bis 0,9025/30 (robust) und 0,9090. Die Nachfragesituation an der Unterseite hat sich indes kaum verändert: Gute Kaufbereitschaft ist erst bei 0,8835/40 zu erwarten.

CHF

EUR CHF (1,1480)

Ein weiterer Versuch des Euro, 1,1500 zu nehmen, ist am Freitag wieder einmal abgewehrt worden. Immerhin dürfte dieses Widerstandsniveau einem weiteren Anlauf des Euro nicht mehr viel entgegenzusetzen haben, aber mit 1,1535 wartet bereits die nächste Hürde. Immerhin hat sich die Nachfragesituation verbessert, so dass bereits bei 1,1390 erste gute Unterstützung zu erwarten ist.

PLN

EUR PLN (4,3100)

Auch wenn die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen den Zloty auf Sicht von einem Jahr 3 Prozent steigen sehen, hat sich diese vom 2. bis 5. Oktober durchgeführte Umfrage bislang nicht im Verhältnis zum Euro niedergeschlagen. Zumal wir für diesen die Möglichkeit eines weiteren Anlaufs auf unsere ehemalige Zielmarke von 4,3320 sehen. Bedingung dafür ist allerdings nach wie vor, dass die 4,2860er Unterstützung nicht ihren Dienst versagt.


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