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Wöchentliche Marktberichte

Okt 06, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Tempo-30-Zone für Anleihekäufe

USD

EUR USD (1,1705)

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sieht sich derzeit wohl in der Rolle des Notenbank-Kommunikators. Zumindest ist er in den vergangenen Tagen sehr aktiv, wenn es darum geht, den Finanzmärkten die Gestaltung eines möglichen Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik näher zu bringen. Zu diesem Zweck bedient er sich gerne bei Beispielen aus dem öffentlichen Straßenverkehr, so auch gestern. Aber abgesehen von seinen Ausführungen wurde auch das EZB-Protokoll der Septembersitzung veröffentlicht. Dort hieß es aber nur, dass verschiedene Ausstiegsvarianten sowie die Auswirkungen der jeweiligen Szenarien diskutiert wurden. Die Ratsmitglieder verglichen dabei eine relativ lange Laufzeit des Anleihekaufprogramms in Verbindung mit einem geringen monatlichen Volumen gegenüber einer kürzeren Laufzeit mit einem entsprechend höheren Ankaufvolumen. Es wurden aber nicht nur Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten erwogen, sondern auch deren mögliche Risiken für die Finanzstabilität besprochen. Auch wenn das Protokoll nichts über die Präferenz der Notenbanker verrät, so lässt es zumindest den Schluss zu, dass es am Ende eine der beiden Varianten werden wird. Der Markt kann sich also schon einmal darauf einstellen. Nichtsdestotrotz wollte es sich Nowotny nicht nehmen lassen, einen Beitrag zur gegenwärtigen Vorbereitungsphase auf den kommenden Ausstieg zu leisten. Er wies darauf hin, die EZB werde ihre extrem lockere Geldpolitik wohl mit Beginn des kommenden Jahres etwas zurückfahren oder, wie er es ausdrückte, „eine vorsichtige Geschwindigkeitsverringerung“ vornehmen. Schwebt ihm etwa eine Art Tempo-30-Zone für Anleihekäufe vor?

Nach wie vor befindet sich der Euro im Korrekturmodus, der ihn bis auf 1,1660 und im Zweifel bis auf 1,1605 zu drücken vermag. Tiefere Ausrutscher darf er sich aber nicht leisten, um den mittelfristigen Aufwärtstrend nicht zu gefährden. Die Stabilitätshürde ziehen wir erneut leicht herunter, auf nunmehr 1,1880.

GBP

EUR GBP (0,8935)

Theresa Mays Grundsatzrede hat in den vergangenen zwei Tagen für enormen Gesprächsstoff gesorgt. Leider beschäftigten sich die Kommentare fast ausschließlich voller Spott und Hohn mit den zahlreichen slapstickhaften Schnitzern, die May widerfahren waren. Um die politische Botschaft ging es meist nicht. Trotzdem scheint sich langsam die Meinung durchzusetzen, Mays Tage als Regierungschefin seien gezählt. Für einen Misstrauensantrag der Fraktion werden 48 Unterschriften benötigt. Rund 30 konservative Abgeordnete wären hierzu laut Daily Telegraph schon bereit. Nach Angaben des Industrieverbands BDI rechnen Vertreter der deutschen Wirtschaft aufgrund der kaum wahrnehmbaren Fortschritte der Brexit-Verhandlungen bereits mit dem Schlimmsten. Der britische Automobilherstellerverband SMMT schlug ebenfalls Alarm, nachdem der Automobilabsatz im normalerweise starken Monat September um 9,3 Prozent eingebrochen war. Der Euro machte gestern einen großen Satz in Richtung unserer 0,8970er Korrekturmarke. Auch die kurzfristige Nachfrage hat sich verbessert. Wir erwarten nun erste gute Kaufbereitschaft bei 0,8840.

CHF

EUR CHF (1,1460)

Der Euro hat sich gestern bis auf fünf Stellen an unsere 1,1500er Angebotshürde vorgearbeitet, danach aber wieder fast 50 Stellen verloren. Kursverluste in Richtung 1,1340 dürften sich aber nach wie vor nicht besonders dynamisch entfalten. Um die Gefahr weiterer Abwärtskorrekturen zu reduzieren, müsste bei erneuten Erholungsversuchen aber jene oben genannte Hürde aus dem Weg geräumt werden.

PLN

EUR PLN (4,3030)

Die Ratingagentur Moody’s veröffentlichte gestern einige wohlwollende Kommentare zur jüngsten wirtschaftlichen und politischen Entwicklung Polens. Auch die Arbeitslosenrate, die gestern mit 6,9 Prozent um 0,1 Punkte besser ausfiel als im August, enttäuschte nicht. Der Zloty konnte dennoch nicht an seine Vortagesleistungen anschließen und verlor gegenüber dem Euro sogar wieder ein wenig. Dieser hat immer noch die Möglichkeit, erneut Anlauf auf unsere ehemalige Zielmarke bei 4,3320 zu nehmen, zumal davor nur etwas Widerstand bei 4,3160 zu finden ist. Bedingung hierfür bleibt, dass die 4,2860er Unterstützung hält.


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