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Okt 02, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed-Personalkarussell beginnt sich zu drehen

USD

EUR USD (1,1775)

Dass der US-Dollar nach sechs Verlustmonaten im September endlich wieder einmal mit einem Gewinn abschließen konnte, war dem „Wall Street Journal“ zum Wochenschluss immerhin eine Schlagzeile wert. Tatsächlich hatte deren Dollar-Index gegenüber einem Korb von 16 Währungen um 0,8 Prozent zulegen können. Ob das wirklich ein Grund zum Feiern ist, darf allerdings angesichts einer Abwertung des Greenback von rund 10 Prozent alleine seit März bezweifelt werden. Aber vielleicht fehlte es ganz einfach nur an anderen marktbewegenden Neuigkeiten. Dennoch kann man nicht behaupten, dass es am Freitag keine wichtigen Wirtschaftsdaten gegeben hätte. So ist etwa die Kernrate des von der US-Notenbank vorzugsweise beachteten PCE-Preisindex in geringerem Umfang als erwartet gestiegen. Dies dürfte den Falken im Offenmarktausschuss der Fed nicht besonders gelegen kommen, hatten sie doch gerade zuletzt schwache Inflationsdaten immer wieder nur als temporäres Phänomen heruntergespielt. Aber neben diesen Fundamentaldaten gab es aus den USA außerdem Neues zum Personalkarussell der US-Notenbank zu vermelden. Denn das „Wall Street Journal“ berichtete, dass Präsident Donald Trump und Finanzminister Steven Mnuchin angesichts der im Februar endenden Amtszeit von Fed-Chefin Janet Yellen in der vergangenen Woche sowohl Fed-Gouverneur Jerome Powell als auch den früheren Fed-Direktor Kevin Warsh bezüglich einer möglichen Nachfolge aufgesucht haben sollen. Natürlich hat Trump in der Vergangenheit immer wieder betont, er sei gewillt, Janet Yellen noch eine weitere Amtszeit zuzubilligen. Indes: Yellen hat den Präsidenten zuletzt im Februar persönlich getroffen.

Was die Eurozone betrifft, gab es erste Schätzungen zur Kerninflation im September, die sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich hinter den Erwartungen zurückblieb. So gesehen, hat sich das Inflationsdifferenzial zwischen den USA und der Eurozone nicht verändert. Nicht ganz ohne Wirkung auf die Gemeinschaftswährung blieb indes heute früh der Ausgang des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien. Damit bewegt sich der Euro weiterhin im Korrekturmodus, der sich noch einmal in Richtung 1,1660 oder 1,1580 entwickeln kann. Der Stabilitätspunkt verharrt unterdessen bei 1,1920.

GBP

EUR GBP (0,8810)

Nun ist es amtlich: Großbritannien ist im Jahr seit dem Brexit zum Schlusslicht der führenden G-7 Nationen geworden. Denn die jüngsten Zahlen belegen, dass das Wachstum im zweiten Quartal mit 1,5 Prozent schwächer als erwartet ausgefallen ist. Auch die Londoner Hauspreise sind zum ersten Mal seit neun Jahren gefallen (vgl. Nationwide), während die Verschuldung der Privathaushalte gestiegen ist. Dennoch geht BoE-Chef Mark Carney davon aus, dass die Leitzinsen im November wahrscheinlich angehoben werden. Die überwiegend negativen Daten – so etwa auch das erheblich höher als erwartet ausgefallene Leistungsbilanzdefizit – haben dem Pfund leicht geschadet, so dass sich der Euro etwas erholen konnte. Allerdings wird die Schwächeneigung mit Risiko auf 0,8680 erst deutlich verringert, wenn der Stabilitätspunkt bei 0,8865/70 überwunden wird.

CHF

EUR CHF (1,1425)

Die Handelsspanne des Euro hat sich am Freitag noch weiter verringert, so dass sich immerhin eine ordentliche Basis bei 1,1410 ausgebildet hat. Unterhalb davon wäre jedoch sofort wieder Schwäche in Richtung 1,1330 angezeigt. Nach wie vor gehen wir davon aus, dass an der Oberseite bei 1,1525 robuster Widerstand wartet.

PLN

EUR PLN (4,3040)

Die deutlich über den Erwartungen liegende Entwicklung der Konsumentenpreise in Polen – im Jahresvergleich zog die Inflation im September auf 2,2 Prozent nach 1,8 Prozent im Vormonat an – hat den Anstieg des Euro gegenüber dem Zloty zumindest kurzfristig jäh gebremst. Allerdings gehen wir davon aus, dass sich die Gemeinschaftswährung wieder berappen kann, solange 4,2860 nicht unterschritten wird. Das Potenzial reicht immer noch für einen neuerlichen Angriff auf unsere frühere Zielmarke von 4,3320 aus, und jenseits davon sogar auf 4,3700.


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