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Wöchentliche Marktberichte

Sep 29, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Kleine Annährungen werden groß gefeiert

USD

EUR USD (1,1780)            

Wäre der Devisenmarkt derzeit genauso sensitiv wie der Bondhandel, hätte der US-Dollar wohl weit stärker auf die jüngsten Äußerungen von Fed-Chefin Janet Yellen reagiert. Er tat es aber nicht. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg innerhalb von 24 Stunden um 13 Stellen auf rund 2,36 Prozent. Hingegen konnte der Dollar-Index im gleichen Zeitraum nur unwesentlich zulegen. Beiden Märkten wurde aber gleichermaßen unterstellt, auf dieselben fundamentalen Faktoren zu reagieren. Dies mag ja durchaus der Fall gewesen sein, zeigt jedoch, dass US-Dollar-Bären derzeit kaum Bedarf sehen, ihre Positionen zu adjustieren. Davon abgesehen, wandten sich Devisenmarktakteure gestern ohnehin wieder verstärkt dem europäischen Umfeld zu. Denn bis auf ein erneutes Plädoyer für weitere Zinserhöhungen – diesmal von der derzeit im Offenmarktausschuss stimmrechtslosen Kansas-Fed-Präsidentin Esther George – gab es wenig Interessantes, das aus den USA herüberschwappte. Die Veröffentlichung des endgültigen US-Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal lag nur 0,1 Prozent oberhalb der vergangenen Schätzung, was niemanden wunderte. Ebenso wenig vermochten die deutschen Inflationszahlen zu überraschen. Die Verbraucherpreise blieben mit 1,8 % absolut im Rahmen der Erwartungen und entsprachen somit exakt der August-Rate. Aber auch andere veröffentlichte Indikatoren konnten Euro-Händler nicht wirklich in Kauflaune versetzen, obgleich die Wirtschaftsstimmung der Eurozone auf ein Zehn-Jahreshoch stieg. Der deutsche GfK-Konsumklimaindex überzeugte hingegen nicht. Er fiel im Oktober leicht um 0,1 Zähler zurück. Solche Veränderungen sind wahrhaft nicht der Stoff, aus dem Volatilität gemacht ist. Übrigens scheint die EZB diese unbedingt vermeiden zu wollen, wie man aus den gestrigen Ausführungen ihres Chefvolkswirts Peter Praet heraushören konnte. „Umsichtig“ und „vorsichtig“ sollte die Notenbank bei ihrer Kommunikation hinsichtlich einer Normalisierung der Geldpolitik vorgehen, um ein „Überreagieren“ der Märkte zu vermeiden.

 Überreaktionen wird wohl auch der Euro bei seiner Korrektur nicht zeigen. Er dürfte sich bestenfalls in Richtung 1,1660 oder 1,1580 bewegen. Jedoch nur, solange die 1,1930er Hürde Bestand hat.

GBP

EUR GBP (0,8775)            

Das jüngste Resümee des EU-Chefunterhändlers Michel Barnier klang fast nach einem Erfolg. Man hätte „Fortschritte erzielt", meinte er nach Abschluss der vierten Verhandlungsrunde in Brüssel. Der britische Brexit-Minister David Davis lehnte sich sogar noch ein Stückchen weiter aus dem Fenster und behauptete, es seien "maßgebliche Fortschritte" erzielt worden. Offensichtlich werden hier also bereits kleine Annährungen groß gefeiert. Den Druck auf den Euro konnte der Ausgang der jüngsten Verhandlungen aber nicht mindern – er kann noch bis auf 0,8680 fallen, solange der Stabilitätspunkt bei 0,8920 nicht überwunden wird.

CHF

EUR CHF (1,1435) 

Der Euro hat sich gestern gegenüber dem Franken erneut kaum bewegt. Korrekturen bis auf 1,1330 sind nach wie vor wahrscheinlich. Einer schnellen Erholung steht zudem im Wege, dass auf der Oberseite bei 1,1525 reichlich kurzfristiges Angebot wartet.

PLN

EUR PLN (4,3160)            

Der Euro schaffte eine Punktlandung und touchierte gestern unsere 4,3320er Zielmarke, bevor er danach wieder etwas von seinen Gewinnen abgab. Da der jüngste Ausbruch nach oben aber zahlreiche Zloty-Bullen auf dem falschen Fuß erwischt haben dürfte, sehen wir zwischen 4,2950 und 4,2820 solide Unterstützung warten. Die tiefere Marke schützt das gegenwärtige Aufwärtsmomentum, das den Euro jenseits unseres o. g. Widerstandes mittelfristig bis auf 4,3700 hieven könnte.


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