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Wöchentliche Marktberichte

Sep 28, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schöne Steuerprogramme

USD

EUR USD (1,1730)

Eigentlich sind die Argumente für die aktuelle Stärke des US-Dollar nicht neu. So verwiesen Markteilnehmer gestern fast gebetsmühlenartig auf die falkenhafte Rede der Fed-Präsidentin vom Vortag. Und an diesem Eindruck änderten auch weitere Statements diverser Mitglieder des Offenmarktausschusses nichts. Tatsächlich hat sich die implizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Dezember zuletzt kaum verändert, aber sie liegt eben mit rund 83 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool) mehr als doppelt so hoch wie vor knapp drei Wochen. Offensichtlich müssen auch die besser als erwartet ausgefallenen Daten zu den langlebigen Wirtschaftsgütern in den USA positiv überrascht haben. Wo doch die Kernrate ziemlich genau den Prognosen entsprach. Tatsächlich gab es darüber hinaus von der ökonomischen Front eher leicht negative Einflüsse zu vermelden (schwebende Hausverkäufe oder auch die abermals leicht zurückgenommene Wachstumsprognose der Fed von Atlanta).

Auch der im Vorfeld von Donald Trumps Rede zur Steuerreform wahrzunehmende Optimismus ließ sich nicht ganz nachvollziehen, wurde doch bereits kolportiert, dass die Unternehmenssteuerreform nicht wie vielerorts erhofft rückwirkend zum Beginn dieses Jahres wirksam werden soll. Immerhin ist seitens der Republikaner die Rede von einer Senkung des Steuersatzes auf 20 Prozent, während andere Kongressabgeordnete sich eher zurückhaltend – sie können sich einen Satz von 25 Prozent vorstellen – geben. Selbst 20 Prozent entsprächen zwar nicht den von Donald Trump einst vollmundig angekündigten 15 Prozent, aber lägen immerhin unter dem weltweiten durchschnittlichen Satz für Unternehmenssteuern von 22,5 Prozent und wären somit zumindest optisch konkurrenzfähig. Aber auch bei der privaten Einkommensteuer soll es eine Senkung des Spitzensteuersatzes und eine Verringerung der Steuerklassen geben. Aber bei allem Optimismus: Händler scheinen sich kaum daran zu stören, dass die Gesundheitsreform – mit deren Durchführung sollte einstmals immerhin die Steuerreform finanziert werden – nicht wie vorgesehen zur Abstimmung am Freitag dem Senat vorgelegt werden wird. Diese einseitige Wahrnehmung der Marktteilnehmer passt jedoch gut zum derzeitigen Korrekturmodus, in dem sich der Euro befindet. Dieser kann sich weiter in Richtung 1,1610 und 1,1565 fortsetzen. Für eine kurzfristige Stabilisierung ist indes nunmehr ein Überschreiten von 1,1950 vonnöten.

GBP

EUR GBP (0,8770)

Immerhin gibt aus ökonomischer Sicht Positives aus Großbritannien zu berichten. Denn die CBI (The Confederation of British Industry) teilte gestern mit, dass das Barometer für den Einzelhandel im September nicht nur deutlich höher als in allen Vorhersagen anstieg, sondern auch noch den höchsten Stand seit zwei Jahren erreichen konnte. Allerdings konnte das Pfund nur zeitweise punkten. Selbst ein Statement des Chefvolkswirts der Bank von England, Andy Haldane, er halte eine Zinserhöhung für ein positives Zeichen, konnte nicht verhindern, dass sich der Euro gegenüber dem Vortag sogar leicht zu erholen vermochte. Dennoch zeigt der kurzfristige Trend für die Gemeinschaftswährung nach unten – der Euro könnte in diesem Zusammenhang bis auf 0,8680 fallen. Auch der Stabilitätspunkt bleibt mit 0,8920 unverändert.

CHF

EUR CHF (1,1420)

Der Euro verharrte gestern in einer Handelsspanne von knapp 50 Stellen und ließ sich auch nicht durch die gestiegenen ZEW-Konjunkturerwartungen beeinflussen. Während der Euro an der Unterseite weiteren Korrekturen bis auf 1,1325 ausgesetzt ist, ist erstes Angebot auf der anderen Seite bei 1,1525 zu erwarten.

CZK

EUR CZK (26,01)

Enttäuschung über eine ausgebliebene weitere Zinserhöhung der tschechischen Zentralbank hat den Kurs der Krone gestern etwas durcheinandergewirbelt. Jedoch am Ende ohne Konsequenzen für den Euro, der sich exakt von der anvisierten Unterstützung bei 25,96 fast auf den ersten Widerstand an der Oberseite katapultierte. Von dort aus ging es allerdings wieder zurück auf das Eröffnungsniveau. Per Saldo bleibt der Euro unter Druck und kann unterhalb von 25,96 bis auf 25,81 sinken.

PLN

EUR PLN (4,3280)

Zum einen sollen die von Staatspräsident Andrzej Duda ins Gespräch gebrachten Vorschläge zur Änderung der polnischen Justizreform den Zloty gestern angeblich unter Druck gebracht haben. Zum anderen machten Händler den starken Dollar für die Schwäche der polnischen Währung verantwortlich. Der Euro vollführte immerhin einen großen Sprung in Richtung unserer angestrebten Zielmarke bei 4,3320. Die wichtigste Unterstützung diesem Zusammenhang liegt nunmehr bei 4,2820.


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