Wöchentliche Marktberichte

Sep 27, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Macrons „neues“ Europa inkludiert GB

USD

EUR USD (1,1780)

Nach wie vor wollen einige Marktkommentatoren unbedingt Kursschwankungen des Euro mit dem Ausgang der Bundestagswahl in Verbindung bringen. Dies tun sie allerdings nur, weil der Euro gegenüber dem US-Dollar derzeit etwas schwächer gestimmt ist und somit die Kursrichtung zum politischen Ereignis passt. Dass der Euro aber bereits nach der Fed-Sitzung am vergangenen Mittwochabend einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen musste und sich seitdem nicht mehr über das kurz zuvor gehandelte Niveau von 1,2020 USD zurückkämpfen konnte, wird dabei gern übersehen. Doch scheint dem Euro noch genau dieser Rückschlag im Magen zu liegen. Der Handel scheint dies aber nicht so wahrzunehmen.

Genauso verfehlt wäre es, die gestrige Euro-Schwäche mit den Aussagen von Fed-Chefin Janet Yellen verknüpfen zu wollen. Der Euro fiel bereits, bevor sie sich abermals für einen graduellen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik aussprach und es als “unklug” bezeichnete, die geldpolitischen Zügel erst dann weiter anzuziehen, wenn die Fed endlich ihre Zwei-Prozent-Inflations-Zielmarke erreicht. Offensichtlich ist eine mäßig anziehende Inflation für die Fed also kein Grund, Zinserhöhungen auf die lange Bank zu schieben.

Akteure, die dennoch nicht in die USA, dafür aber lieber nach Europa schauen wollen, um sich mit Erklärungen für die Schwankungsfreude des Euro einzudecken, hätten dies durchaus tun können. Allerdings hätten sie sich dabei weniger auf Schwierigkeiten konzentrieren sollen, die mit der deutschen Regierungsbildung einherzugehen scheinen. Die Grundsatzrede des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris bot indes viel mehr. Dort fielen Begriffe wie „Finanztransaktionssteuer“ und „EU-Parlaments-Verschlankung“. Zudem sprach er von einem gemeinsamen Haushalt der Euro-Staaten, der sicher eine wesentlich größere Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Gemeinschaftswährung spielen würde als die potenzielle Bildung einer „Jamaika-Koalition“.

Gestern rutschte der Euro unter unsere 1,1815er Marke und eröffnete damit eine weitere Korrekturrunde, die sich nun bis in den Unterstützungsbereich zwischen 1,1550 und 1,1610 strecken könnte. Um kurzfristig das Ruder drehen zu können, müsste indes die 1,1980er Marke fallen.

GBP

EUR GBP (0,8770)

Während die jüngste Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May bei Marktteilnehmern und Rating-Agenturen auf wenig Verständnis stieß und sich der geplante EU-Austritt als immer größere Belastung für Großbritannien herauszustellen scheint, sorgte gestern eine andere Grundsatzrede für neuen Diskussionsstoff. Statt sich dem allgemeinen Tenor anzuschließen und ein hartes Vorgehen der EU gegenüber den Briten und ihren laufenden Brexit-Verhandlungen einzufordern, zeichnete Frankreichs Präsident Macron ein neues Bild Europas, das Großbritannien durchaus beinhaltet. Er kann sich nicht vorstellen, dass in seiner „neu gedachten, vereinfachten Union" nicht auch die Briten einen Platz finden würden. So entgegenkommend diese Vision auch klingen mag, Sterling-Händler wollen derzeit gar nicht so weit über den Tellerrand hinausschauen. Zumal gestern der Euro unter seine mittelfristig wichtige Unterstützung bei 0,8760 gerutscht ist und nun 0,8680 ansteuert. Der Stabilitätspunkt bleibt vorerst bei 0,8920.

CHF

EUR CHF (1,1435)

Dem jüngsten Vorstoß des Schweizer Franken hatte der Euro gestern nichts entgegenzusetzen, zumal die 1,1425er Marke unterschritten wurde, was eine weitere Abwärtskorrektur von bis zu 100 Stellen provozieren könnte. An der Oberseite lauert nun bei 1,1525 neues Angebot.

PLN

EUR PLN (4,2860)

Polens Finanzminister Mateusz Morawiecki siedelt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das kommende Jahr bei 3,8 Prozent an. Den Euro konnte diese Aussage nicht daran hindern, sich weiter seinen Weg nach oben zu bahnen. Dies kommt uns gelegen, da wir Kursgewinne erwarten, die sich im Bestfall bis auf 4,3320 ziehen können. Unsere wichtige 4,2600er Unterstützung behalten wir dabei aber weiterhin im Blick.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.