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Wöchentliche Marktberichte

Sep 26, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Nur keine Fehler machen!

USD

EUR USD (1,1850)

Man ist schnell geneigt, die gestrige Schwäche des Euro als Nachwehen zum Ausgang der Wahlen in Deutschland am vergangenen Sonntag zu interpretieren. Natürlich liegt es auf der Hand, von Unsicherheit zu sprechen, weil sich die Bildung einer Regierungskoalition nun schwieriger gestaltet als gedacht. Aber der Kurs des Euro reagierte erst gestern Vormittag und gab nach. Unsicherheit mögen die Akteure an den Finanzmärkten nun einmal ganz und gar nicht, hieß es. Dies scheint jedoch nicht für europäische Börsianer zu gelten, die sich am gestrigen Handelstag überhaupt nicht beeindruckt zeigten. Die Handelsbandbreite etwa beim DAX war sogar sehr gering, zeigte sich doch das Börsenbarometer nicht wie von Angsthasen getrieben. Der Wind gegen den Euro dürfte indes aus einer ganz anderen Richtung geweht haben. So hatten sich gleich mehrere Mitglieder des EZB-Rates gestern zu Wort gemeldet, allen voran deren Präsident, von dem einige Kommentatoren den Eindruck gewannen, er wolle sich gerne falkenhaft geben (Mario Draghi: „zuversichtlich, dass die Teuerung im Einklang mit dem Inflationsziel steigt“), aber bitte ohne Nebenwirkungen. Denn Draghi mahnte gleichzeitig an, man müsse [im Falle einer geldpolitischen Programmänderung] aufpassen, nicht die konjunkturelle Erholung abzuwürgen. Schließlich meldete sich auch noch Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré zu Wort, der unter anderem beteuerte, die EZB habe keine Angst vor dem Ausstieg aus dem quantitativen Lockerungsprogramm, sondern wolle lediglich vorsichtig sein. Ganz frei nach dem Motto: Nur keine Fehler machen!

Unterdessen gab es aus den USA von Mitgliedern des Offenmarktausschusses der Fed unterschiedliche Statements. Während der Chef der Fed von York, früher einmal die „Obertaube“ im FOMC, sich zuversichtlich zeigte, dass die Inflation schon bald ansteigen und die Zielmarke erreicht würde, zeigte sich Charles Evans (Chicago) erwartungsgemäß zurückhaltender. Und in einer anderen Rede hielt Neel Kashkari (Minneapolis), einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr gar für unnötig. Per Saldo hat der Euro gestern einen Rücksetzer hinnehmen müssen, könnte sich aber aufgrund fehlender stärkerer Widerstände im näheren Umfeld genauso schnell wieder erholen. Dies gilt zumindest, solange das wichtige Niveau von 1,1815 (leicht modifiziert) Bestand hat.

GBP

EUR GBP (0,8790)

Die vierte Runde der Brexit-Gespräche zwischen Großbritannien und der EU hat bislang noch keine nennenswerten Fortschritte gebracht. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier machte dem britischen Brexit-Minister David Davis noch einmal klar, dass über den Wunsch einer zweijährigen Übergangsphase nach einem abgeschlossenen Brexit im Jahr 2019 nur gesprochen werden könne, wenn zuvor die Modalitäten eines geregelten Austritts Großbritanniens aus der EU geklärt wären. Alles in allem hat die sich dahinschleppende Diskussion dem Euro als auch dem Pfund gleichermaßen geschadet, weswegen die Gemeinschaftswährung immer noch im kurzfristigen Niemandsland zwischen 0,8760/65 (mittelfristig wichtige Unterstützung) und dem Stabilitätspunkt bei 0,8920 verharrt.

CHF

EUR CHF (1,1455)

Nur jetzt keine Fehler machen – das erhofft man sich auch von Donald Trump und Kim Jong-Un, nachdem der heftige Streit zwischen den USA und Nordkorea vor einigen Tagen eskaliert war. Die Nordkoreaner interpretieren nun das Verhalten des US-Präsidenten als „Kriegserklärung“. Während der Franken in den vergangenen Wochen bislang nur wenig auf dieses Säbelrasseln reagierte, setzte gestern nun doch eine deutliche Bewegung ein, die durchaus als Flucht in den „sicheren Hafen“ gewertet werden kann. Dabei ist der Euro zurückgefallen. Solange jedoch die eigentlich wichtige Marke von 1,1425 gehalten werden kann, bleibt der Weg bis 1,1630 an der Oberseite noch offen.

PLN

EUR PLN (4,2760)

Der Euro hat sich – ohne Einfluss wesentlicher Neuigkeiten – von seiner wichtigen Unterstützung bei 4,2600 deutlich abgestoßen und an der Oberseite ziemlich viel Platz, um seine Kursgewinne bis zum Widerstand von 4,3320 sich entfalten zu lassen.


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