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Wöchentliche Marktberichte

Sep 22, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Vorhang auf zu Akt vier der Brexit-Komödie

USD

EUR USD (1,1950)

Wenn man bedenkt, wie viel Brimborium von Marktteilnehmern um die Sitzung der US-Notenbank gemacht wurde, müsste sich nun eigentlich jeder wundern, in welch geringem Maß sich dieses Finanzmarkt-technische Großereignis im US-Dollar widerspiegelt. Der Dollar gewann am Mittwoch gegenüber dem Vortag gerade einmal knapp 0,9 Prozent zum Euro. Ähnliche Ergebnisse hatte er seit Ende August aber bereits an drei Handelstagen erzielen können – ganz ohne Schützenhilfe der Fed. Mit Blick auf die täglichen Kursschwankungen fällt der Mittwoch also nicht besonders ins Auge. Das Auffallende an der Reaktion des Marktes auf die Fed-Sitzung war lediglich, in welch kurzer Zeit sich die Dollar-Gewinne einstellten. Dies konnte aber lediglich diejenigen Akteure beeindrucken, die den US-Markt am Mittwochabend live beobachteten. Europäische Marktteilnehmer, die während der Fed-Entscheidung und Pressekonferenz gemütlich beim Abendessen saßen und die Situation erst am nächsten Morgen betrachteten, dürften vom EUR/USD-Schlusskurs nicht sonderlich überrascht gewesen sein. Noch weniger Volatilität ging von den internationalen Börsen aus, und selbst bei US-Bondhändlern, die vom kommenden Staatsanleihen-Abbauprogramm ja mehr oder weniger direkt betroffen sein werden, verliefen die Handelsaktivitäten in verhältnismäßig ruhigen Bahnen. War die Fed-Entscheidung am Ende doch nicht ganz so „überraschend“, wie es einige Kommentatoren direkt nach der Sitzung empfunden hatten oder war das Ergebnis vielleicht sogar nicht ganz so relevant?

Tatsache ist, dass der Euro einen Tag später die Hälfte der Vortagesverluste wieder gutmachen konnte. Bereits nach der europäischen Mittagspause verschwanden auch immer mehr Beiträge und Kommentare zum Thema aus den Kanälen der Finanzmarktnachrichtensender. Politische Themen – insbesondere der Auftritt von US-Präsident Trump vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen – sorgten indes für ein weit stärkeres, länger anhaltendes Echo.

Für den Euro könnte der Fed-Sitzungstag also lediglich ein „ganz normaler“ schwacher Tag innerhalb seiner seit Monaten andauernden Hausse gewesen sein – nicht mehr und nicht weniger. Damit diese nicht an Fahrt verliert, darf aber nach wie vor die 1,1795er Unterstützung nicht unterschritten werden.

GBP

EUR GBP (0,8805)

Auf nennenswerte Fortschritte oder gar Ergebnisse der Brexit-Gespräche wartete man bislang vergebens. Gut, dass am kommenden Montag die vierte Runde beginnen wird. Bereits heute will die britische Premierministerin Theresa May jedoch angeblich neuen Schwung in die stockenden Verhandlungen bringen. Dazu hat sie eigens eine Grundsatzrede vorbereitet, die Medienberichten zufolge den Vorschlag einer zweijährigen Übergangsphase beinhaltet. Vermutlich wird sie auch finanzielle Zugeständnisse an die EU enthalten, die laut „Financial Times“ mit 20 Milliarden Euro beziffert werden. Das wären rund 80 Milliarden weniger, als die EU auf ihrer Endabrechnung stehen hätte, und böte somit neuen Zündstoff im teils komödienhaft wirkenden Ausstiegsgezeter. Der Euro hat unterdessen Mühe, seinen mittelfristigen Aufwärtstrend zu verteidigen. Er schaffte es bislang noch nicht, sich deutlich vom Tief des vergangenen Freitags zu lösen. Zudem notiert er nahe seiner Trendbegrenzung, die bei 0,8765 liegt und nicht verletzt werden darf, soll weitere Schwäche vermieden werden. Zur Stabilisierung dieser heiklen Situation würde bereits ein Überschreiten von 0,8920 ausreichen.

CHF

EUR CHF (1,1575)

Die Schweizer Regierung hat gestern ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr zurückgeschraubt. Der Euro kletterte daraufhin weiter die Leiter nach oben, von der er Mitte Januar 2015 so bitter abgestürzt war. Unser anvisiertes Potenzial liegt derzeit bei 1,1630. Darüber dürfte sich bis zur nächsten Zielmarke bei 1,1735 kaum Widerstand finden. Gute Nachfrage sitzt bei 1,1480, kritische indes bei 1,1415.

PLN

EUR PLN (4,2720)

Unsere beste Unterstützung liegt weiter bei 4,2600. Solange sich der Euro über dieser Marke hält, sind Kursgewinne bis 4,3320 möglich. Darunter wären hingegen Korrekturen bis 4,2400 fällig.

HUF

EUR HUF (309,80)

Ungarns Wirtschaftsminister Mihaly Varga prognostizierte gestern für das Wachstum seines Landes eine „sehr dynamische zweite Jahreshälfte“. Der Forint würde zwischen 300 und 310 verharren, falls die Zentralbank nicht „radikale“ Aktivitäten anstrebe. Kurzfristig wirkt der Forint jedoch angeschlagen, sodass wir den Euro eher bis 311,80 anziehen sehen, zumal oberhalb von 306,00 die Nachfrage als solide einzustufen ist.


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