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Wöchentliche Marktberichte

Sep 21, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schneller als gedacht

USD

EUR USD (1,1885)

Nun ist die Sitzung der US-Notenbank auf kurze Sicht doch mit einem etwas falkenhafteren Unterton beendet worden, als dies viele Marktteilnehmer gedacht hatten. Dass die Anleihekäufe nach einem festen Plan und mit steigender Geschwindigkeit ab Oktober zurückgefahren werden sollen, indem auslaufende Papiere nicht mehr durch Neuankäufe ersetzt werden, ist bereits seit Monaten kommuniziert worden. Dafür hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte deutlich erhöht, denn die Fed erwägt einen derartigen Schritt noch für dieses Jahr. Die implizite Wahrscheinlichkeit dafür ist deshalb nun von 58 Prozent vor der Sitzung auf 73 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool) gestiegen. Dem stehen allerdings gesenkte Inflationsprognosen der Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) entgegen, denen zufolge die Kerninflation frühestens im Jahr 2019 das Ziel von 2 Prozent erreichen wird. Was die Zinsprognosen angeht, die so genannten “dot plots“, wurde die Vorhersage am Ende des Prognosehorizonts von den Fed-Entscheidern gegenüber Juni von 3 auf 2,75 Prozent gesenkt.

Was von der gestrigen Sitzung der Fed als Ergebnis mitgenommen werden kann, ist die Erkenntnis, dass die Hoffnung vieler Akteure, die Notenbank werde in diesem Jahr keinen Zinsschritt mehr vornehmen, sich verflüchtigt haben dürfte. Während der Euro auf einen Schlag die leichten Kursgewinne der vergangenen drei Handelstage zunichtemachte, reagierte Wall Street ausgesprochen gelassen. Auch wenn sich an den kommenden Handelstagen die Meinung durchsetzen sollte, dass die Haltung der US-Notenbank es letztlich auch der EZB leichter machen könnte, ihre ultralockere Geldpolitik zurückzufahren, musste der Aufwärtstrend des Euro zunächst einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen. Er hat nach der FOMC-Sitzung aufgrund der von uns gestern erwähnten schlechten Nachfragesituation erst bei der ersten von unseren beiden wichtigen Unterstützungen aufgesetzt. Die zweite Marke bei 1,1795 darf jedoch nicht durchbrochen werden, um den Fortbestand des Aufwärtstrends – immer noch mit der Perspektive, nach mehreren Erholungstagen schließlich doch noch ein neues Jahreshoch zu erreichen –, nicht zu gefährden.

GBP

EUR GBP (0,8815)

Was die ökonomische Datenlage in Großbritannien angeht, gab es gestern eine faustdicke Überraschung. So sind die Einzelhandelsumsätze im August sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich – und ebenso in der Kernrate –, teils erheblich stärker als von den Volkswirten erwartet gestiegen. Aber auch die Daten vom Juli wurden nach oben revidiert: Also Wasser auf die Mühlen derjenigen, die bereits bei der kommenden Sitzung der Bank von England im November mit einer Zinserhöhung rechnen. Und derer gibt es nach der jüngsten Reuters-Umfrage unter Ökonomen mittlerweile recht viele, nachdem noch Anfang September kein einziger der Auguren für November eine Zinserhöhung erwartet hatte. Nun glauben 31 von 50 Befragten an eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr, wenngleich 35 von 47 Analysten finden, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt für eine solche Maßnahme sei. Wahrscheinlich geht die Mehrheit der Ökonomen nach wie vor von einem fallenden Sterling-Kurs aus. Immerhin brachten vorgenannte Daten den Euro im Rahmen seines ohnehin angeschlagenen Aufwärtstrends etwas unter Druck, ohne jedoch die letzte Trendbegrenzung bei nunmehr 0,8765 auch nur annährungsweise getestet zu haben. Nunmehr reicht für eine Stabilisierung des Aufwärtstrends bereits ein Überschreiten von 0,8920 aus.

CHF

EUR CHF (1,1535)

Der Euro verharrte gestern fast den ganzen Tag in der Warteposition und hat sein mögliches Potenzial an der Oberseite bei derzeit nunmehr 1,1575 bzw. 1,1630 nicht in Angriff genommen. Die Untergrenze für zulässige Korrekturen bleibt unterdessen bei 1,1415.

PLN

EUR PLN (4,2790)

Auch gegenüber dem Zloty zeigte sich der Euro gestern verhalten, obgleich Kursgewinne bis 4,3320 nach wie vor möglich sind. Die beste Unterstützung bleibt nun bei 4,2600.


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