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Sep 20, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

"EZB-Quellen" interessieren nicht

USD

EUR USD (1,2005)

Die Handelstage im Vorfeld von US-Notenbanksitzungen sind häufig „gebrauchte Tage“. Dies war auch gestern der Fall, so dass ökonomische Daten weitgehend in den Hintergrund traten. Das betraf auch den deutschen ZEW-Index, der sowohl bezüglich der Konjunkturlage als auch der -erwartungen teils deutlich höher als von den Analysten erwartet ausgefallen ist. Oder die Meldung, dass die US-Import- und Exportpreisdaten im August zwar höher als gegenüber dem Vormonat ausgefallen sind, während die Juli-Daten nach unten korrigiert werden mussten. Fast schon überflüssig zu erwähnen ist es, dass der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sechs sogenannte EZB-Quellen angedeutet haben sollen, einige Bestandteile der für die Oktober Sitzung angekündigten „Entscheidungen“ könnten auf Dezember verschoben werden. Auch sei der EZB-Rat hinsichtlich der Sorge über die Stärke des Euro geteilter Meinung. Und wenn man dann auch noch hört, dass einige der Entscheider sich eine Türe offenhalten möchten, bei Bedarf die Anleihekäufe zu verlängern oder sogar auszuweiten, hätten diese Statements an einem anderen Tag möglicherweise der Gemeinschaftswährung durchaus schaden können. Denn die Erwartungshaltung vieler Akteure geht eigentlich davon aus, dass es zumindest die Ankündigung einer Wende in der ultralockeren Geldpolitik der EZB geben wird. Auch ist es nicht gerade vertrauenserweckend, wenn die so genannten „Quellen“ im übertragenen Sinne von einem Nord/Süd-Gefälle innerhalb des EZB-Rates sprechen. Danach scheinen die „Falken“ im Norden der Eurozone (etwa Deutschland) das Anleihekaufprogramm beenden und zurückfahren zu wollen, während die „Tauben“ im Süden jedoch nur die Geschwindigkeit der monatlichen Anleihekäufe verringern möchten.

m Ende steht der Euro fester da als am Vortag, befindet sich immer noch im Aufwärtstrend, innerhalb dessen ein neues Jahreshoch bei 1,2105 angezeigt ist. Rücksetzer – die Unterseite ist in der näheren Umgebung aufgrund von Vorpositionierungen schlecht unterstützt – dürfen dabei allerdings nicht tiefer als 1,1790 führen.

GBP

EUR GBP (0,8885)

Die kolportierte Androhung eines Rücktritts von Außenminister Boris Johnson (noch vor dem Wochenende) gemäß eines Berichts im britischen „Telegraph“, falls die Ansichten der Brexit-Umsetzung Theresa Mays nicht seinen [radikaleren] Vorstellungen entsprächen, hat dem Pfund gestern vorübergehend geholfen.   Zumindest möchte sich die Premierministerin am Donnerstag das Placet ihrer Minister für ihre wichtige Rede zum künftigen Verhältnis zur EU in Florenz  am Freitag geben lassen. Am Ende behielt aber der Euro die Oberhand und könnte seinen deutlich korrigierten Aufwärtstrend jemseits von 0,8940 nunmehr sogar stabilisieren. Ansonsten ist die untere und gleichzeitig letzte Begrenzung des Trends auf 0,8760 gestiegen.

CHF

EUR CHF (1,1545)

Eigentlich hat sich der Euro ein wenig schwergetan, den Weg nach oben zu finden, wobei ihm dann kurz vor 1,1565 auch noch die Luft auszugehen schien. Obgleich die Begründung der Händler, der Franken sei als Fluchtwährung weniger gefragt durch die Rede Donald Trumps vor den Vereinten Nationen, konterkariert wurde – der US-Präsident hatte Nordkorea im Verteidigungsfall mit der völligen Zerstörung gedroht –, bleibt der Euro doch weitestgehend stabil. Er sollte im Rahmen des leichten Aufwärtstrends sogar in der Lage sein, sich in Richtung 1,1630 weiterzuentwickeln. Die Untergrenze für zulässige Korrekturen liegt unterdessen bei 1,1415.

PLN

EUR PLN (4,2800)

Ein höher als erwartet ausgefallener Erzeugerpreisindex in Polen hat neben guten Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und Industrieerträgen dem Zloty etwas auf die Füße geholfen. Dennoch hat der Euro seine stabile Note beibehalten können, so dass Kursgewinne bis 4,3320 nach wie vor möglich sind. Die beste Unterstützung liegt nun noch einmal höher bei 4,2600.

HUF

EUR HUF (308,10)

„Sell the rumour, buy the fact“ – so könnte man die Entwicklung des Forint am gestrigen Handelstag beschreiben. Denn die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der Notenbanksitzung – von den Leitzinssätzen wurde nur die Overnight Deposit Rate um zehn Basispunkte auf -0,15 Prozent gesenkt – wurden erfüllt. Dabei wurde der Euro in einer ersten Reaktion zwar leicht unter seine Trenduntergrenze gedrückt, dürfte aber – sofern 307,30 nicht verletzt wird - seine stabile Position behaupten.


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