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Wöchentliche Marktberichte

Sep 18, 2017 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zwei Schwächlinge

USD

EUR USD (1,1940)

Der Euro war am Freitag trotz seiner Erholung nicht zu neuer innerer Stärke erwacht, sondern – gemessen an den jeweiligen Entwicklungen von Indices gegenüber einem Korb mehrerer Währungen – mit dem Greenback zusammen in die Knie gegangen. Letzteren traf es etwas stärker. Dabei dürfte zum Wochenschluss die eine oder andere Positionsadjustierung stattgefunden haben, denn am kommenden Mittwoch wird das Ergebnis der zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) bekanntgegeben. Während es für die meisten Auguren eine ausgemachte Sache ist, dass die Fed Details zum Abbau ihrer Bilanzsumme, die einst während und in Folge der Finanzkrise aufgebläht wurde, verkünden wird, dürften andere Informationen möglicherweise eine noch wichtigere Rolle spielen. Gemeint sind die sogenannten „Dot Plots“, die Zinsprojektionen der FOMC-Mitglieder. Und zwar vor allen Dingen in Reaktion auf die jüngsten US-Inflationsdaten. Diese waren bekanntlich etwas besser als erwartet ausgefallen. Denn mit einem Mal ist unter den Akteuren wieder eine Zinserhöhung im Dezember dieses Jahres spruchreif geworden. Während die implizite Wahrscheinlichkeit eines derartigen Zinsschritts vor Wochenfrist nur noch 31 Prozent (CME FedWatch Tool) betragen hatte, hat sich dieser Wert bis zum Freitag deutlich auf rund 55 Prozent befestigt.

Aber selbst wenn die Mitglieder des Offenmarktausschusses nunmehr in Sachen Inflationsentwicklung etwas zuversichtlicher sein sollten, droht Gegenwind von einer anderen Seite. Denn die Notenbank ist bekanntlich auch für den Erhalt des Wirtschaftswachstums zuständig. Und dieses soll nach den am Freitag schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen der US-Einzelhandelsumsätze nun deutlich niedriger ausfallen. Dies besagt zumindest das im Markt vielbeachtete Prognosemodell der regionalen Fed von Atlanta, wonach das BIP nur noch 2,2 Prozent statt wie noch in der Vorwoche berichtet 3 Prozent betragen soll. Diese pessimistische Einschätzung ist insofern interessant, als in diesem Modell die Auswirkungen des Hurrikans Irma noch nicht berücksichtigt sind. Immerhin hat der Euro, wie von uns vermutet, seine Korrektur beendet und visiert nun nach dem Überschreiten von 1,1965 am vergangenen Freitag ein neues Jahreshoch bei 1,2105 (leicht modifiziert) an. In diesem Zusammenhang dürfen etwaige Rücksetzer nunmehr 1,1775 nicht unterschreiten.

GBP

EUR GBP (0,8790) 

Pfund Sterling war unumstritten der Gewinner der abgelaufenen Handelswoche. Dass der Kurssprung so deutlich ausfiel, dürfte daran gelegen haben, dass viele Marktteilnehmer sich nicht wirklich vorstellen konnten, die Bank von England (BoE) könne noch in diesem Jahr die Zinsen anheben. Auch wenn noch keineswegs sicher ist, dass die BoE damit einen Trend von graduellen Zinserhöhungen einläuten wird oder ob es sich nur um die Korrektur der nach der Brexit-Abstimmung vom vergangenen Jahr erfolgten Zinssenkung handelt, hat das Pfund zumindest gegenüber dem US-Dollar wieder den Stand erreicht, auf dem es sich vor der Brexit-Abstimmung befunden hatte. Im Verhältnis zum Euro fällt diese Aufwertung längst nicht so drastisch aus, da sich dieser seit dem Brexit-Tag vom 24.6.2016 gleichzeitig zur Pfundschwäche befestigt hat und im Vergleich zu diesem Datum noch einen Vorsprung von gut 8 Prozent aufweist. Dennoch hat der Euro während der vergangenen drei Wochen den Gewinn der davorliegenden sechs Wochen zunichtegemacht, so dass er sich nun direkt vor der letzten Verteidigungslinie des Aufwärtstrends bei 0,8750 befindet. Ohnehin wäre eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends erst oberhalb von 0,8975 gegeben.

CHF

EUR CHF (1,1470) 

Auch gegenüber dem Schweizer Franken präsentiert sich der Euro nicht wirklich überzeugend, sollte sich aber zumindest in Richtung 1,1535 bzw. 1,1565 bewegen. Allerdings würde er unterhalb von 1,1390 auch den letzten Rest seines Aufwärtsmomentums verlieren.

PLN

EUR PLN (4,2760) 

Der Euro hat keinen weiteren Angriff auf die Marke 4,2880 unternommen, oberhalb derer Kursgewinne bis 4,3320 angesagt wären. Die beste Unterstützung liegt nach wie vor bei 4,2550.

CZK

EUR CZK (26,09) 

Seit vier Wochen bewegt sich der Euro in einer engen Spanne von 0,15 Kronen, weswegen sich der Stabilisierungspunkt nunmehr bei 26,17 befindet. Gleichzeitig hat sich die Gefahr von Rückschlägen auf 25,98 verringert.


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